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Schneeleopard

Schneeleopard Schneeleopard - Foto: Dennis Donohue/stock.adobe.com

Steckbrief Schneeleopard

Größe 75-150 cm
Geschwindigkeit 56-64 km/h
Gewicht 35-55 kg
Lebensdauer 15-18 Jahre
Nahrung Schafe, Ziegen, Steinböcke
Feinde Wolf, Braunbär, Luchs
Verbreitung Zentralasien
Lebensraum Hochgebirge
Ordnung Raubtiere
Familie Katzen
Wissenschaftl. Name Panthera unica
Merkmale Großkatze, die im Hochgebirge lebt

Merkmale und Besonderheiten

Der Schneeleopard gehört zu den geheimnisvollsten Raubkatzen der Welt. Er ist äußerst scheu und lebt in den schneebedeckten Regionen des Himalayas. Keine andere Raubkatze hat ein so dichtes Fell, einen so langen Schwanz, kann so weit springen oder lebt in so großen Höhen.

Schneeleoparden haben grüne oder graue Augen Schneeleoparden haben grüne oder graue Augen - Foto: Rixie/stock.adobe.com

Geister der Berge

Schneeleoparden werden auch „Geister der Berge“ genannt. Sie sind in ihrem natürlichen Lebensraum nahezu unmöglich zu beobachten. Sie sind perfekt getarnt, bewegen sich sehr leise und sind äußerst scheu. Außerdem erschweren die Kälte und das schwierige Gelände den Wissenschaftlern die Arbeit, sodass es nur schwer möglich ist, die Tiere über längere Zeit zu beobachten, ihre Lebensweise zu erforschen oder sie mit Funksendern auszustatten.

Verwandtschaft

Interessanterweise ist der Schneeleopard enger mit dem Tiger als mit dem Leoparden verwandt.

Verbreitung und Lebensraum

Der Schneeleopard lebt im zerklüfteten, felsigen Hochgebirge Zentralasiens. Von allen Raubkatzen lebt am höchsten: auf bis zu 5.800 m über dem Meeresspiegel. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über zwölf Länder, doch vor allem ist er in Sibirien, Nepal, China und Bhutan zu finden. Die meiste Zeit hält er sich knapp unterhalb der Schneegrenze auf.

Lebensweise

Schneeleoparden sind Einzelgänger und halten einen Abstand von mindestens 2 km zu anderen Artgenossen. Sind sind allem in der Dämmerung aktiv.

Schneeleopard Körperbau und Aussehen Schneeleopard Körperbau und Aussehen - Foto: Dennis Donohue/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Schneeleoparden haben eine Körperlänge von 75-150 cm und wiegen 35-55 kg. Sie sind die kleinsten Großkatzen – also kleiner als Tiger, Jaguare, Löwen und Leoparden.

Fell

Haardichte

Von allen Raubkatzen hat der Schneeleopard das dichteste Fell. Auf nur einem Quadratzentimeter - also einem Bereich von 1×1 cm - wachsen etwa 4.000 Haare. Zum Vergleich: Beim Menschen sind es nur 100 bis 300 Haare.

Farbe

Schneeleoparden haben ein wunderschönes Fell hellgraues bis cremefarbenes Fell mit dunkelgrauen bis schwarzen Rosetten und Flecken.

Schwanz

Von allen Raubkatzen hat der Schneeleopard den längsten Schwanz. Er wird 80-100 cm lang und ist damit fast halb so lang wie sein Körper. Er hilft ihm, beim Springen das Gleichgewicht zu halten. Außerdem dient der Schwanz als wärmender „Schal“ und als „Fettspeicher“. Der Schneeleopard kann darin Fett „aufbewahren“ und aufbrauchen, wenn er keine Nahrung findet.

Pfoten

Schneeleoparden haben riesige Pfoten mit einer großen „Handfläche“. Sie verteilen das Körpergewicht auf dem lockeren Schnee und verhindern das Einsinken. Sogar die Unterseiten der Pfoten sind mit Fell bedeckt und schützt sie beim Springen und Klettern vor Verletzungen.

Augen

Schneeleoparden haben grüne oder graue Augen.

Beine

Die Vorderbeine sind kürzer als die Hinterbeine – das ermöglicht einen schnellen Start, wenn der Schneeleopard Beutetiere jagt.

Anpassung an den Lebensraum

Schneeleoparden können Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius aushalten, denn sie sind perfekt an ihren Lebensraum im kalten, sauerstoffarmen Hochgebirge angepasst.

  • Große Pfoten – verhindern das Einsinken in Schnee, wie Schneeschuhe
  • Kleine Ohren – verringert Wärmeverlust
  • Buschiger Schwanz – schützt vor der Kälte, wie ein Schal
  • Warmes, dichtes Fell – schützt vor der Kälte
  • Große Nasenhöhlen – können mehr Sauerstoff aufnehmen
  • Große Brusthöhle – kann mehr Sauerstoff aufnehmen
  • Kleinere und weniger rote Blutkörperchen – können mehr Sauerstoff verwerten
  • Lange Hinterbeine – ermöglichen schnellen Start bei der Jagd
  • Langer Schwanz – verbessert das Gleichgewicht und ist ein Fettspeicher

Schneeleopard im Hochgebirge Schneeleopard im Hochgebirge - Foto: Eric Kilby from Somerville, MA, USA [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Ernährung

Schneeleoparden sind Fleischfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Blauschafen. Sie jagen aber auch Schraubenziegen (Markhore), Steinböcke, Tahrs (Ziegen), Moschustiere, Wildschweine, Wildesel, Yaks, Tibetantilopen und Tibetgazellen. Wenn er keine andere Nahrung findet, isst er auch Wühlmäuse, Vögel, Murmeltiere. Ein Teil seiner Nahrung besteht außerdem aus Pflanzen.

Verhalten

Jagd

Schneeleoparden sind Lauerjäger. Sie verstecken sich und warten, bis sich ein Beutetier nähert. Sobald es in Reicheweite ist, greifen sie blitzschnell an, töten ihre Beute und ziehen sie anschließend an einen sicheren Ort, um ungestört zu essen. Sie können sogar Tiere erlegen, die 2-3 Mal so schwer sind wie sie selbst. Für gewöhnlich erlegen etwa alle 10-15 Tage ein Tier.

Verhalten im Winter

Den Winter verbringen Schneeleoparden nicht auf 5.800 m Höhe. Sie folgen ihrer Beute und steigen auf Höhenlagen von etwa 900 m hinab.

Verständigung

Über Gerüche

Schneeleoparden sind zwar Einzelgänger, müssen sich aber dennoch mit Artgenossen verständigen, damit sie sich einerseits aus dem Weg gehen und andererseits zur Paarungszeit einen Partner finden können. Dafür markieren sie ihr Revier mit Kot, Urin und Kratzspuren.

Über Laute

Schneeleoparden brüllen nicht - wie es zum Beispiel Löwen tun. Sie sind eher stille Tiere, haben aber trotzdem eine ganze Reihe von Lauten: Sie schnurren, miauen, stöhnen, jaulen und schnauben.

Schneeleopard auf der Jagd Schneeleopard auf der Jagd - Foto: Dennis Donohue/stock.adobe.com

Fähigkeiten und Sinne

Springen

Von allen Raubkatzen kann der Schneeleopard am weitesten springen. Mit einem Satz schafft er bis zu 11,7 m. Das ist etwa 7-8 Mal so weit wie seine eigene Körperlänge.

Klettern

Schneeleoparden können nicht nur gut springen, sie sind auch sehr geschickte Kletterer.

Schneeleopard Schneeleopard - Foto: Pedro Bigeriego/stock.adobe.com

Lebenserwartung

In freier Wildbahn werden Schneeleoparden 15-18 Jahre alt.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Der Schneeleopard ist ein sogenannter Spitzenprädator. Er steht in der Nahrungskette ganz oben und hat daher keine Feinde. Wölfe, Bären und Luchse schaffen es jedoch manchmal, schwache, junge oder alte Tiere zu erbeuten.

Der Mensch

Verlust von Lebensraum

Der Schneeleopard ist perfekt an die baumlosen Klippen und Felsen seines Lebensraums angepasst. Der Klimawandel sorgt jedoch dafür, dass es immer wärmer wird und immer mehr Bäume in höheren Lagen wachsen, wodurch sich sein Lebensraum zu seinem Nachteil verändert.

Verlust von Nahrungsquellen

Der Schneeleopard findet immer weniger Nahrung. Zum einen wird seine Beute vom Menschen gejagt, zum anderen dringen durch den Klimawandel auch Leoparden und Tiger in seinen Lebensraum vor und konkurrieren dort um die Beute.

Nutztierhaltung

Auch in den höheren Lagen nimmt die Nutztierhaltung immer mehr Platz ein, wodurch der Schneeleopard zunehmend an Lebensraum verliert. Außerdem jagt er Murmeltiere, die auch vom Menschen wegen ihres Fells und Fleisches gejagt werden. Um zu überleben, erbeutet er daher vor allem im Winter immer wieder Nutztiere, und wird deshalb von Viehbauern erschossen.

Jagdtrophäe und Heilmittel

Schneeleoparden werden wegen ihres schönen Fells und sogar wegen ihrer Knochen gejagt. Die Knochen werden in asiatischen Heilmitteln verwendet, für deren angebliche Wirkung es bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis gibt.

Gefährdungsstatus

Schneeleoparden gelten als gefährdete Tierart. Da sie sehr scheu und ihr Lebensraum schwer zugänglich ist, kann ihre Zahl nur geschätzt werden. Die IUCN hat die Anzahl im Jahr 2016 auf 2.710-3.386 erwachsene Tiere geschätzt.

Schneeleoparden helfen

Schneeleoparden kann man unterstützen, indem man an eine Natur- und Tierschutzorganisation spendet. Eine weitere Möglichkeit ist, weniger tierische Produkte zu essen: Diese machen etwa zwei Drittel der CO₂-Emissionen in der Landwirtschaft aus. Pflanzliche Lebensmittel erzeugen 10- bis 50-mal weniger CO₂ und sind dadurch ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Gleichzeitig ist das oft günstiger für den Geldbeutel und kann die Gesundheit fördern.

Drei junge Schneeleoparden Drei junge Schneeleoparden - Foto: Dingopup [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Fortpflanzung

Schneeleoparden haben etwa alle zwei Jahre Junge. Sie paaren sich zwischen Januar und März und bringen im Juni oder Juli. Es kommen meistens 2-3 Babys zur Welt. Sie werden in einer Höhle geboren, die schön kuschelig mit Haaren der Mutter ausgekleidet ist. Bei ihrer Geburt sind sie blind, haben aber bereits Fell. Nach sieben Tagen öffnen sie die Augen. Sie werden 2-3 Monate gesäugt und bleiben etwa zwei Jahre bei ihrer Mutter - bis sie erneut Nachwuchs bekommt.

Der Schneeleopard ist verwandt mit:

  • Tiger

Weitere Tiere im Lebensraum:


Quellen:


Alle Raubtiere im Überblick


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