Hamster
Steckbrief Hamster
| Größe | 4-34 cm |
| Geschwindigkeit | Bis 6 km/h |
| Gewicht | 20-650 g |
| Lebensdauer | 2-3 Jahre |
| Nahrung | Samen, Körner, Früchte |
| Feinde | Wiesel, Eulen, Falken, Füchse, Schlangen |
| Verbreitung | Syrien, Europa, Sibirien, Mongolei, China |
| Lebensraum | Grasland, Steppe, Halbwüste, Wald, Gebirge |
| Ordnung | Nagetiere |
| Familie | Wühler |
| Wissenschaftl. Name | Cricetinae |
| Merkmale | Kleine Nagetiere, die sich von Samen ernähren |
Merkmale und Besonderheiten
Hamster sind kleine Nagetiere, die eng mit Mäusen verwandt sind. Sie haben große, runde Ohren, lange Tasthaare und einen kurzen Stummelschwanz. Bekannt sind sie vor allem für ihre Backentaschen, in denen sie Nahrung aufbewahren. Daher kommt auch der Begriff „hamstern“ als Umschreibung dafür, dass jemand ganz viele Vorräte sammelt. Hamster graben gerne Tunnel und Höhlen und haben einen großen Bewegungsdrang. Der größte Hamster ist der Feldhamster. Er gilt als das bunteste europäische Säugetier. Hamster sind außerdem beliebte Haustiere.
Arten
Es gibt 16 Arten von Hamstern. Der weltweit häufigste Hamster ist der Goldhamster in Syrien und der Türkei. Die meisten Hamster sind Wildtiere – zum Beispiel auch der Feldhamster. Nur Goldhamster und Zwerghamster können auch als Haustiere gehalten werden.
Verbreitung und Lebensraum
Verbreitung
• Europa
Der Feldhamster ist der einzige Hamster, der in Mitteleuropa vorkommt. In Deutschland gibt es ihn in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Er ist allerdings sehr selten geworden. In Süd- und Osteuropa leben der Türkische Hamster und der Rumänische Hamster.
• Asien
In China, Russland, in der Mongolei und in anderen asiatischen Ländern gibt es weitere Arten, zum Beispiel den Campbell-Zwerghamster, den Dsungarischen Zwerghamster, den Roborowski-Zwerghamster und den Chinesischen Zwerghamster.
Lebensraum
Hamster bevorzugen im Allgemeinen trockene oder halbtrockene, offene Graslandschaften. Der Feldhamster mag vor allem Löss- und Lehmböden. In Deutschland lebt er daher hauptsächlich in flachen, fruchtbaren Ackerböden. Manchmal lebt er auch in der Stadt - auf Friedhöfen und in Gärten. Einige Arten leben auch in Wäldern, Steppen, Halbwüsten oder sogar in Gebirgen.
Lebensweise
Alle Hamster sind Einzelgänger – es sei denn, sie haben gerade Nachwuchs. Tagsüber schlafen sie. In der Dämmerung und in der Nacht sind sie aktiv. Die meiste Zeit verbringen sie damit, nach Essensvorräten zu suchen und ihre Höhle zu bauen.
Körperbau und Aussehen
Größe und Gewicht
Der größte Hamster ist der Feldhamster. Er hat eine Körperlänge von 20-34 cm und ein Gewicht von 200-650 g. Der kleinste ist der Roborowski-Zwerghamster. Er wird nur 4-5 cm lang und 20-24 g schwer.
Backentaschen
Hamster haben in ihrem Mund dehnbare Backentaschen. Dort können sie alles hineinstopfen, was sie im Moment nicht essen wollen oder können. Die Backentaschen können zwei bis drei Mal so groß wie ihr Kopf werden!
Fell und Farbe
Der Feldhamster ist leicht an seinem Fellmuster zu erkennen. Er hat einen gelbbraunen Rücken und einen dunklen Bauch. Im Gesicht, an den Vorderbeinen und an den Seiten hat er weiße Flecken. Haustier-Hamster sind anders gefärbt. Goldhamster haben am Hinterkopf schwarze Zeichnungen und einen weißen Bauch. Zwerghamster sind grau, braun, weiß, cremefarben, gescheckt und können auf dem Rücken einen Aalstrich haben.
Zähne
Wie bei vielen Nagetieren hören auch die Zähne von Hamstern nie auf zu wachsen. Sie nutzen sich beim Nagen ab.
Feldhamster oder Goldhamster – Wo ist der Unterschied?
Feldhamster und Goldhamster werden leicht verwechselt, weil sie ein ähnliches Fellmuster haben. Aber: Der Feldhamster hat einen schwarzen Bauch und der Goldhamster einen hellen. Außerdem ist der Feldhamster doppelt so groß und schwer.
Hamster oder Maus – Wo ist der Unterschied?
Es gibt einen einfachen Trick, wie man Mäuse und Hamster sofort auf den ersten Blick auseinanderhalten kann: Mäuse haben einen langen Schwanz. Er ist mindestens genauso lang wie ihr Körper. Hamster nicht. Ihr Schwanz ist allerhöchstens halb so lang wie ihr Körper. Meistens ist er gar nicht sichtbar.
Ernährung
Hamster ernähren sich hauptsächlich von Samen. Sie fressen aber auch Sprossen, Wurzeln, Früchte und Blätter. Der Feldhamster bevorzugt Getreide, Klee, Kartoffeln und Mais. Nicht alle Arten sind jedoch reine Pflanzenfresser. Einige ernähren sich auch von Tieren wie Insekten, Eidechsen und Fröschen.
Verhalten
Wühlen
Hamster wühlen und buddeln für ihr Leben gerne.
Laufen
Hamster laufen sehr viel. Sie legen in einer Nacht bis zu 8 km zurück. Feldhamster, die auf der Suche nach Futter für den Winter sind, schaffen sogar 12 km in einer Nacht. Wenn man bedenkt, wie klein die Tiere sind, ist das eine beachtliche Strecke.
Duftspuren
Als Wegweiser
Hamster sind sehr neugierig, aber auch auf Sicherheit bedacht. Wenn sie sich in unbekannte Gebiete wagen, reiben sie ihren Körper an den unterschiedlichsten Dingen. Das ist ähnlich wie bei Hänsel und Gretel – aber während die Märchenfiguren Brotkrümel als Spur zurücklassen, hinterlassen Hamster eine Duftspur. Dieser zu folgen ist ein Klacks für sie, denn sie haben ein feines Näschen.
Um das Revier zu markieren
Hamster lassen hier und da kleine Kotkügelchen liegen. Das hat nichts mit Unsauberkeit zu tun. Die Tiere markieren auf diese Weise ihr Revier. Das Reiben und Anschmiegen an Gegenständen dient ebenfalls dazu, ihr Revier „abzustecken“.
Was machen Hamster im Winter?
Haustierhamster
Hamster, die als Haustiere in einer warmen Wohnung leben, halten weder Winterschlaf noch Winterruhe. Sie sind das ganze Jahr über aktiv.
Feldhamster
Im Winter findet der Feldhamster keine Nahrung. Sobald es Herbst wird, macht er sich auf die Suche nach Vorräten. Mit seinen Einkaufs- ... äh Backentaschen schleppt er bis zu 5 (!) kg Nahrung in seinen Bau. Sobald sie sicher verstaut ist, verschließt er die Eingänge mit Erde und geht in die Kammer, die am tiefsten liegt – weil die Erde dort frostfrei bleibt. Sein Puls fällt von 400 auf vier Schläge pro Minute. Auch seine Körpertemperatur sinkt: von 32 Grad Celsius auf 4 Grad Celsius. Der Feldhamster hält aber keinen echten Winterschlaf, sondern nur Winterruhe. Er wacht alle paar Tage auf und stapft in seine Vorratskammer, um sich einen Snack zu gönnen.
Hamsterbau
Hamster legen zum Schutz vor Raubtieren und zum Ausruhen Höhlen an. Sie liegen 50-200 cm tief unter der Erde.
Ein- und Ausgänge
Es gibt mehrere Ein- und Ausgänge. Dazu gehören auch steile Fallröhren. Durch diese gelangen sie blitzschnell in ihren Bau – was überlebenswichtig ist, wenn ihnen ein Raubtier auf den Fersen ist. Der Ausgang ist eher flach.
Kammern
Hamster richten ihren Bau gerne schön gemütlich ein. Es gibt eine kuschelige Schlafkammer, die sie mit Gras auspolstern und eine Vorratskammer, die bis unter die Decke gefüllt ist. Sogar eine Toilette vergessen sie beim Bau ihrer Höhle nicht, denn sie können es gar nicht leiden, wenn es in ihrer Bude stinkt!
Fähigkeiten und Sinne
Geruchssinn
Hamster haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Es ist ihr wichtigster Sinn.
Sehsinn
Hamster haben einen sehr schlechten Sehsinn. Sie sind quasi „blind wie ein Maulwurf“. Sie können gerade mal 15 cm weit sehen und nehmen nur Bewegungen sowie Hell und Dunkel wahr. Außerdem sind sie farbenblind.
Hörsinn
Hamster können sehr gut hören. Die großen Ohrmuscheln sind wie Antennen und leiten alle Geräusche direkt in ihre Ohren.
Tastsinn
Hamster haben lange Tasthaare an ihrem Mund. Sie funktionieren im Grunde wie ein Blindenstock und helfen ihnen, sich in der Dunkelheit zurechtzufinden.
Lebenserwartung
Hamster werden in freier Wildbahn 2-3 Jahre alt. Als Haustiere können sie bis zu 4 Jahre alt werden. Der älteste Hamster der Welt wurde sogar 4,5 Jahre alt.
Feinde und Bedrohungen
Natürliche Feinde
Die größten natürlichen Feinde sind Wiesel, Greifvögel und Füchse. Bei Gefahr fliehen sie in ihre Höhle. Wenn das nicht geht, ergeben sie sich aber nicht etwa wehrlos, sondern versuchen den Angreifer einzuschüchtern. Der Feldhamster wird sogar angriffslustig, wenn er bedroht wird. Er knurrt und faucht und versucht, seinen Angreifer mit seinen scharfen Zähnen zu beißen.
Der Mensch
Der Feldhamster gilt als seltenster Hamster der Welt und steht seit dem Jahr 2020 offiziell auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“. In Deutschland wird ihre Zahl auf 10.000-50.000 geschätzt. Die Ursachen dafür sind der Verlust von Lebensraum, Klimawandel, Lichtverschmutzung, Landwirtschaft und Monokulturen (Landwirtschaft mit nur einer Nutzpflanzenart).
Hamster als Haustier
Hamster sind keine „guten“ Haustiere. Sie sind nicht tagaktiv, sondern nachtaktiv und daher schwer zu beobachten. Am zutraulichsten gilt der Goldhamster, aber auch er beißt zu, wenn er sich bedrängt fühlt. Vor allem dann, wenn man ihn streicheln will. Hamster sind keine Kuscheltiere und möchten nicht angefasst werden. Oft werden Hamster auch in viel zu kleinen Käfigen gehalten. Das ist für die Tiere jedoch eine Qual, weil sie einen großen Bewegungsdrang haben.
Fortpflanzung
Hamster paaren sich meistens zwischen April und Mai – je nachdem, wie warm es ist und wo sie leben. Die Tragzeit dauert 18-20 Tage. Die kleinen Babys werden nackt und blind geboren. Bei einem Wurf können 3-15 Babys zur Welt kommen. Sie werden drei Wochen gesäugt. Nach etwa vier Wochen sind sie erwachsen.
Herkunft
Alle Haustierhamster stammen vom syrischen Goldhamster ab.
Der Hamster ist verwandt mit:
- Rennmaus
- Springmaus
- Wühlmaus
Weitere Tiere im Lebensraum:
- Buntspecht
- Elster
- Dachs
- Eichelhäher
- Fledermaus
- Fuchs
- Luchs
- Igel
- Maus
- Rabe
- Schleiereule
- Waschbär
- Wolf
Quellen:
- „Smallest breed of domestic hamster“ (https://www.guinnessworldrecords.com)
- „Largest hamster species“ (https://www.guinnessworldrecords.com)
- „Oldest hamster in captivity“ (https://www.guinnessworldrecords.com)
- „Laut werden für den Feldhamster“ (https://www.nabu.de)
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- Die besten Hamster-Rassen im Haustier-Check!




























