Zum Hauptinhalt springen

tierchenwelt.de - Das Tierlexikon für Kinder

Hamster

Feldhamster Feldhamster - Foto: As13Sys/stock.adobe.com

Steckbrief Hamster

Größe 4-34 cm
Geschwindigkeit Bis 6 km/h
Gewicht 20-650 g
Lebensdauer 2-3 Jahre
Nahrung Samen, Körner, Früchte
Feinde Wiesel, Eulen, Falken, Füchse, Schlangen
Verbreitung Syrien, Europa, Sibirien, Mongolei, China
Lebensraum Grasland, Steppe, Halbwüste, Wald, Gebirge
Ordnung Nagetiere
Familie Wühler
Wissenschaftl. Name Cricetinae
Merkmale Kleine Nagetiere, die sich von Samen ernähren

Merkmale und Besonderheiten

Hamster sind kleine Nagetiere, die eng mit Mäusen verwandt sind. Sie haben große, runde Ohren, lange Tasthaare und einen kurzen Stummelschwanz. Bekannt sind sie vor allem für ihre Backentaschen, in denen sie Nahrung aufbewahren. Daher kommt auch der Begriff „hamstern“ als Umschreibung dafür, dass jemand ganz viele Vorräte sammelt. Hamster graben gerne Tunnel und Höhlen und haben einen großen Bewegungsdrang. Der größte Hamster ist der Feldhamster. Er gilt als das bunteste europäische Säugetier. Hamster sind außerdem beliebte Haustiere.

Goldhamster Goldhamster - Foto: Olena Kurashova/Shutterstock

Arten

Es gibt 16 Arten von Hamstern. Der weltweit häufigste Hamster ist der Goldhamster in Syrien und der Türkei. Die meisten Hamster sind Wildtiere – zum Beispiel auch der Feldhamster. Nur Goldhamster und Zwerghamster können auch als Haustiere gehalten werden.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitung

• Europa

Der Feldhamster ist der einzige Hamster, der in Mitteleuropa vorkommt. In Deutschland gibt es ihn in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Er ist allerdings sehr selten geworden. In Süd- und Osteuropa leben der Türkische Hamster und der Rumänische Hamster.

• Asien

In China, Russland, in der Mongolei und in anderen asiatischen Ländern gibt es weitere Arten, zum Beispiel den Campbell-Zwerghamster, den Dsungarischen Zwerghamster, den Roborowski-Zwerghamster und den Chinesischen Zwerghamster.

Lebensraum

Hamster bevorzugen im Allgemeinen trockene oder halbtrockene, offene Graslandschaften. Der Feldhamster mag vor allem Löss- und Lehmböden. In Deutschland lebt er daher hauptsächlich in flachen, fruchtbaren Ackerböden. Manchmal lebt er auch in der Stadt - auf Friedhöfen und in Gärten. Einige Arten leben auch in Wäldern, Steppen, Halbwüsten oder sogar in Gebirgen.

Lebensweise

Alle Hamster sind Einzelgänger – es sei denn, sie haben gerade Nachwuchs. Tagsüber schlafen sie. In der Dämmerung und in der Nacht sind sie aktiv. Die meiste Zeit verbringen sie damit, nach Essensvorräten zu suchen und ihre Höhle zu bauen.

Hamster Körperbau und Aussehen Hamster Körperbau und Aussehen - Foto: Allocricetulus/Shutterstock

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Der größte Hamster ist der Feldhamster. Er hat eine Körperlänge von 20-34 cm und ein Gewicht von 200-650 g. Der kleinste ist der Roborowski-Zwerghamster. Er wird nur 4-5 cm lang und 20-24 g schwer.

Backentaschen

Hamster haben in ihrem Mund dehnbare Backentaschen. Dort können sie alles hineinstopfen, was sie im Moment nicht essen wollen oder können. Die Backentaschen können zwei bis drei Mal so groß wie ihr Kopf werden!

Fell und Farbe

Der Feldhamster ist leicht an seinem Fellmuster zu erkennen. Er hat einen gelbbraunen Rücken und einen dunklen Bauch. Im Gesicht, an den Vorderbeinen und an den Seiten hat er weiße Flecken. Haustier-Hamster sind anders gefärbt. Goldhamster haben am Hinterkopf schwarze Zeichnungen und einen weißen Bauch. Zwerghamster sind grau, braun, weiß, cremefarben, gescheckt und können auf dem Rücken einen Aalstrich haben.

Zähne

Wie bei vielen Nagetieren hören auch die Zähne von Hamstern nie auf zu wachsen. Sie nutzen sich beim Nagen ab.

Feldhamster oder Goldhamster – Wo ist der Unterschied? Feldhamster oder Goldhamster – Wo ist der Unterschied? - Foto: Gerhard Payer (links)/Wirestock Creators/stock.adobe.com, Olena Kurashova (rechts)/Shutterstock

Feldhamster oder Goldhamster – Wo ist der Unterschied?

Feldhamster und Goldhamster werden leicht verwechselt, weil sie ein ähnliches Fellmuster haben. Aber: Der Feldhamster hat einen schwarzen Bauch und der Goldhamster einen hellen. Außerdem ist der Feldhamster doppelt so groß und schwer.

Hamster oder Maus – Wo ist der Unterschied?

Es gibt einen einfachen Trick, wie man Mäuse und Hamster sofort auf den ersten Blick auseinanderhalten kann: Mäuse haben einen langen Schwanz. Er ist mindestens genauso lang wie ihr Körper. Hamster nicht. Ihr Schwanz ist allerhöchstens halb so lang wie ihr Körper. Meistens ist er gar nicht sichtbar.

Ernährung

Hamster ernähren sich hauptsächlich von Samen. Sie fressen aber auch Sprossen, Wurzeln, Früchte und Blätter. Der Feldhamster bevorzugt Getreide, Klee, Kartoffeln und Mais. Nicht alle Arten sind jedoch reine Pflanzenfresser. Einige ernähren sich auch von Tieren wie Insekten, Eidechsen und Fröschen.

Feldhamster Feldhamster - Foto: As13Sys/stock.adobe.com

Verhalten

Wühlen

Hamster wühlen und buddeln für ihr Leben gerne.

Laufen

Hamster laufen sehr viel. Sie legen in einer Nacht bis zu 8 km zurück. Feldhamster, die auf der Suche nach Futter für den Winter sind, schaffen sogar 12 km in einer Nacht. Wenn man bedenkt, wie klein die Tiere sind, ist das eine beachtliche Strecke.

Duftspuren

Als Wegweiser

Hamster sind sehr neugierig, aber auch auf Sicherheit bedacht. Wenn sie sich in unbekannte Gebiete wagen, reiben sie ihren Körper an den unterschiedlichsten Dingen. Das ist ähnlich wie bei Hänsel und Gretel – aber während die Märchenfiguren Brotkrümel als Spur zurücklassen, hinterlassen Hamster eine Duftspur. Dieser zu folgen ist ein Klacks für sie, denn sie haben ein feines Näschen.

Um das Revier zu markieren

Hamster lassen hier und da kleine Kotkügelchen liegen. Das hat nichts mit Unsauberkeit zu tun. Die Tiere markieren auf diese Weise ihr Revier. Das Reiben und Anschmiegen an Gegenständen dient ebenfalls dazu, ihr Revier „abzustecken“.

Goldhamster Goldhamster - Foto: Olena Kurashova/Shutterstock

Was machen Hamster im Winter?

Haustierhamster

Hamster, die als Haustiere in einer warmen Wohnung leben, halten weder Winterschlaf noch Winterruhe. Sie sind das ganze Jahr über aktiv.

Feldhamster

Im Winter findet der Feldhamster keine Nahrung. Sobald es Herbst wird, macht er sich auf die Suche nach Vorräten. Mit seinen Einkaufs- ... äh Backentaschen schleppt er bis zu 5 (!) kg Nahrung in seinen Bau. Sobald sie sicher verstaut ist, verschließt er die Eingänge mit Erde und geht in die Kammer, die am tiefsten liegt – weil die Erde dort frostfrei bleibt. Sein Puls fällt von 400 auf vier Schläge pro Minute. Auch seine Körpertemperatur sinkt: von 32 Grad Celsius auf 4 Grad Celsius. Der Feldhamster hält aber keinen echten Winterschlaf, sondern nur Winterruhe. Er wacht alle paar Tage auf und stapft in seine Vorratskammer, um sich einen Snack zu gönnen.

Chinesischer Zwerghamster Chinesischer Zwerghamster - Foto: gulserinak1955/Shutterstock

Hamsterbau

Hamster legen zum Schutz vor Raubtieren und zum Ausruhen Höhlen an. Sie liegen 50-200 cm tief unter der Erde.

Ein- und Ausgänge

Es gibt mehrere Ein- und Ausgänge. Dazu gehören auch steile Fallröhren. Durch diese gelangen sie blitzschnell in ihren Bau – was überlebenswichtig ist, wenn ihnen ein Raubtier auf den Fersen ist. Der Ausgang ist eher flach.

Kammern

Hamster richten ihren Bau gerne schön gemütlich ein. Es gibt eine kuschelige Schlafkammer, die sie mit Gras auspolstern und eine Vorratskammer, die bis unter die Decke gefüllt ist. Sogar eine Toilette vergessen sie beim Bau ihrer Höhle nicht, denn sie können es gar nicht leiden, wenn es in ihrer Bude stinkt!

Hamsterbau Hamsterbau - Illustration: Silke/tierchenwelt.de

Fähigkeiten und Sinne

Geruchssinn

Hamster haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Es ist ihr wichtigster Sinn.

Sehsinn

Hamster haben einen sehr schlechten Sehsinn. Sie sind quasi „blind wie ein Maulwurf“. Sie können gerade mal 15 cm weit sehen und nehmen nur Bewegungen sowie Hell und Dunkel wahr. Außerdem sind sie farbenblind.

Hörsinn

Hamster können sehr gut hören. Die großen Ohrmuscheln sind wie Antennen und leiten alle Geräusche direkt in ihre Ohren.

Tastsinn

Hamster haben lange Tasthaare an ihrem Mund. Sie funktionieren im Grunde wie ein Blindenstock und helfen ihnen, sich in der Dunkelheit zurechtzufinden.

Lebenserwartung

Hamster werden in freier Wildbahn 2-3 Jahre alt. Als Haustiere können sie bis zu 4 Jahre alt werden. Der älteste Hamster der Welt wurde sogar 4,5 Jahre alt.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Die größten natürlichen Feinde sind Wiesel, Greifvögel und Füchse. Bei Gefahr fliehen sie in ihre Höhle. Wenn das nicht geht, ergeben sie sich aber nicht etwa wehrlos, sondern versuchen den Angreifer einzuschüchtern. Der Feldhamster wird sogar angriffslustig, wenn er bedroht wird. Er knurrt und faucht und versucht, seinen Angreifer mit seinen scharfen Zähnen zu beißen.

Der Mensch

Der Feldhamster gilt als seltenster Hamster der Welt und steht seit dem Jahr 2020 offiziell auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“. In Deutschland wird ihre Zahl auf 10.000-50.000 geschätzt. Die Ursachen dafür sind der Verlust von Lebensraum, Klimawandel, Lichtverschmutzung, Landwirtschaft und Monokulturen (Landwirtschaft mit nur einer Nutzpflanzenart).

Roborowski-Zwerghamster Roborowski-Zwerghamster - Foto: Olena Charles Edwards/Shutterstock

Hamster als Haustier

Hamster sind keine „guten“ Haustiere. Sie sind nicht tagaktiv, sondern nachtaktiv und daher schwer zu beobachten. Am zutraulichsten gilt der Goldhamster, aber auch er beißt zu, wenn er sich bedrängt fühlt. Vor allem dann, wenn man ihn streicheln will. Hamster sind keine Kuscheltiere und möchten nicht angefasst werden. Oft werden Hamster auch in viel zu kleinen Käfigen gehalten. Das ist für die Tiere jedoch eine Qual, weil sie einen großen Bewegungsdrang haben.

Fortpflanzung

Hamster paaren sich meistens zwischen April und Mai – je nachdem, wie warm es ist und wo sie leben. Die Tragzeit dauert 18-20 Tage. Die kleinen Babys werden nackt und blind geboren. Bei einem Wurf können 3-15 Babys zur Welt kommen. Sie werden drei Wochen gesäugt. Nach etwa vier Wochen sind sie erwachsen.

Herkunft

Alle Haustierhamster stammen vom syrischen Goldhamster ab.

Der Hamster ist verwandt mit:

  • Rennmaus
  • Springmaus
  • Wühlmaus

Weitere Tiere im Lebensraum:


Quellen:


Verwandte Artikel:


Neue Artikel auf tierchenwelt.de


Aktuell beliebte Steckbriefe


Tipps der Redaktion


WERBUNG

PETA Veganstart




Hunderassen - Das große Buch für Kinder


Alle Inhalte auf tierchenwelt.de: