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Chinchilla

Süßes Chinchilla Süßes Chinchilla - Foto: olgagorovenko/Shutterstock

Steckbrief Chinchilla

Größe 22-38 cm (Körper)
Geschwindigkeit Bis 24 km/h
Gewicht 500-800 g
Lebensdauer 10-20 Jahre
Nahrung Gras, Wurzeln, Rinde, Blätter, Früchte, Kakteen
Feinde Eulen, Falken, Füchse
Verbreitung Südamerika
Lebensraum Bergiges Grasland, Höhlen, Felsspalten
Ordnung Nagetiere
Familie Chinchillas
Wissenschaftl. Name Chinchillidae
Merkmale Kleines Nagetier, flauschiges Fell, buschiger Schwanz

Merkmale und Besonderheiten

Chinchillas sind kleine Nagetiere, die für ihr weiches, plüschiges Fell und ihren buschigen Schwanz berühmt sind. Sie sehen unglaublich niedlich aus – wie eine Mischung aus Meerschweinchen und Eichhörnchen. In der Tat sind sie mit Meerschweinchen eng verwandt. Sie wirken sehr ruhig, aber der Eindruck täuscht. Sie sind super flink und beherrschen atemberaubende Sprünge. Sie können sogar über zwei Meter breite Felsspalten überwinden. Chinchillas sind die einzigen Säugetiere, die bei Gefahr ihr Fell abwerfen können.

Graues Chinchilla Graues Chinchilla - Foto: ATTILA Barsan/Shutterstock

Arten

Es gibt zwei Arten: das Kurzschwanz-Chinchilla und das Langschwanz-Chinchilla. Von diesen beiden Arten stammen alle heutigen Haustier-Chinchillas ab. Sie werden seit 100 Jahren gezüchtet und sind seitdem fast doppelt so groß geworden wie die wild lebenden Artgenossen.

Verbreitung und Lebensraum

Ursprünglich waren Chinchillas in Argentinien, Peru, Chile und Bolivien verbreitet. Heute kommen sie nur noch in zwei Regionen Chiles vor. Sie leben in den kargen, trockenen und oft schneebedeckten Anden auf 3.000 bis 5.000 m Höhe. Sie verkriechen sich in Felsspalten und suchen Schutz in selbst gegrabenen Höhlen. Um sie herum gibt es nur dornige Sträucher, ein paar wenige Kräuter, Wildpflanzen und Kakteen.

Lebensweise

Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber machen sie ein Nickerchen in ihrer Höhle. Sie sind sehr gesellig und bilden große Kolonien mit über 100 Tieren.

Chinchilla Körperbau und Aussehen Chinchilla Körperbau und Aussehen - Foto: ksena32/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Körperbau

Größe und Gewicht

Chinchillas haben eine Körperlänge von 22-38 cm und ein Gewicht von 500-800 g.

Fell

Ist da noch was außer Fell und Knopfaugen? Chinchillas sehen rund und pummelig aus, aber in Wahrheit haben sie einen eher schlanken Körperbau - den man nur nicht sieht, weil er unter dem weichen Fell versteckt ist.

Dichte

Chinchillas sehen aus wie lebendige Plüschtiere. Ihr wunderschönes, seidiges Fell wird bis zu 4 cm lang und schützt sie perfekt vor der tierischen Kälte, die nachts in den Anden herrscht. Dass sie so unglaublich plüschig und kuschelig aussehen, hat drei Gründe:

  • 1. Sie besitzen pro Haarwurzel 50-60 Haare. Menschen haben nur ein Haar pro Haarwurzel.
  • 2. Sie habenpro Quadratzentimeter (1x1 cm) 20.000 Haare. Der Mensch hat pro Quadratzentimeter nur etwa 150-200 Haare.
  • 3. Ihre Haare sind 30-mal dünner als Menschenhaar.

Farbe

Die meisten Chinchillas haben graues Fell, das je nach Lichtverhältnissen bläulich oder silbergrau erscheint. Es gibt sie auch schwarz, weiß, hellbraun oder beige.

Buschiger Schwanz

Der Schwanz ist bis zu 15 cm lang – etwa halb so lang wie sie selbst. Interessanterweise ist der Schwanz beim Kurzschwanz-Chinchilla und beim Langschwanz-Chinchilla gleich lang, nur das Kurzschwanz-Chinchilla ist fast doppelt so groß. Daher wirkt es, als wäre sein Schwanz kürzer.

Runde Ohren

Chinchillas haben große, runde Ohren, die ihnen helfen, selbst die leisesten Geräusche wahrzunehmen.

Schlafendes Chinchilla Schlafendes Chinchilla - Foto: Nikolett/stock.adobe.com

Ernährung

Chinchillas sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich vor allem Blättern, Samen und Früchten. Wenn sie essen, sehen sie sehr süß aus, denn sie sitzen dabei aufrecht und halten ihre Nahrung in den Vorderpfoten.

Verhalten

Sie lieben Fellpflege

Chinchillas haben ein seidenweiches, dickes Fell. Um es zu pflegen, wälzen sie sich genüsslich in Sand oder im Staub.

Clevere Verteidigungs-Strategien

• Sie bellen (!) zur Warnung

Wenn sich ein Raubtier nähert, warnt das Chinchilla seine Artgenossen durch bellende Laute, damit diese auch fliehen können.

• Flucht im Zickzack-Lauf

Chinchillas werden von Eulen und Greifvögel aus der Luft angegriffen und werden von Füchsen, Mardern, Pumas und Schlangen am Boden gejagt. Wie die meisten Nagetiere rennen Chinchillas bei Gefahr weg und versuchen, sich in ihrer Höhle in Sicherheit zu bringen – und zwar im Zickzack.

• Sie werfen ihr Fell ab

Chinchillas nutzen bei Gefahr einen Trick, der unter Säugetieren einzigartig ist: Wenn sie von einem Raubtier geschnappt werden, entscheiden sie sich für ... plötzlichen Haarausfall! Der Angreifer hat nur ein Büschel Haare „in den Fingern“ und sie entkommen in den meisten Fällen. Das Fell wächst nach einer Weile wieder nach.

• Sie spritzen Urin

Sie haben auch noch einen etwas ekligeren Trick, sich zu verteidigen: Sie spritzen ihrem Angreifer Urin entgegen und hoffen, ihn dadurch abzuschrecken.

Sind Chinchillas gefährlich?

Chinchillas übertragen keine gefährlichen Krankheiten. Sie können zwar beißen und kratzen, tun es aber nur, wenn sie stark bedrängt werden.

Chinchilla Foto: Kuznetsov Alexey/Shutterstock

Fähigkeiten und Sinne

Sprungkraft

Wilde Chinchillas können bis zu 1,8 m hoch springen und bis zu 2 m breite Felsspalten überwinden.

Sinne

Chinchillas haben einen ausgezeichneten Sehsinn und Hörsinn. Diese Sinne helfen ihnen, Raubtiere rechtzeitig wahrzunehmen.

Lebenserwartung

In freier Wildbahn werden Chinchillas 8-10 Jahre alt. In Gefangenschaft können sie bis zu 20 Jahre alt werden.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Chinchillas haben viele Feinde – vor allem Eulen, Bussard, Adler, Füchse, Marder, Pumas, Schlangen, aber auch freilaufende Haushunde und Hauskatzen.

Der Mensch

Jagd

Der größte Feind der Chinchillas ist der Mensch. Anfang des 20. Jahrhunderts standen Chinchillas kurz vor dem Aussterben. Warum? Sie wurden beinahe ausgerottet, weil sie in zu großer Anzahl gejagt wurden. Ihr wärmendes Fell wurde für Kleidungsstücke verwendet und ihr Fleisch landete auf dem Teller. Heute ist die Jagd auf Chinchillas verboten, aber sie werden immer noch gejagt.

Verlust von Lebensraum

Chinchillas leiden außerdem darunter, dass ihr Lebensraum immer stärker durch Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau zerstört wird.

Züchtung von Heimtieren

Bei der Heimtierzucht besteht immer die große Gefahr, dass die Tiere ihr Erbgut nicht so natürlich und vielfältig weitergeben können. Dadurch werden häufig Krankheiten weitervererbt.

Gefährdungsstatus

Alle Chinchillas gelten offiziell als „bedrohte Tierart“. Bis zum Jahr 2016 galten sie als beinahe ausgestorben, aber mit Hilfe von Schutzprogrammen konnten sich die wenigen überlebenden Tieren wieder vermehren. Trotzdem sind sie auch heute noch offiziell „stark bedroht“. Es soll nur noch 5.350 wilde Langschwanz-Chinchillas geben. Das Kurzschwanz-Chinchillas ist in vielen Regionen bereits ausgestorben. Es gibt keine genauen Zahlen.

Sind Chinchillas gute Haustiere?

Chinchillas sind keine „guten“ Haustiere. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv. Das macht es schwierig, sie zu beobachten. Sie brauchen einen kühlen Ort, weil sie sonst überhitzen sowie viel Platz zum Rennen und Springen – selbst ein kleines Zimmer ist dafür eigentlich nicht ausreichend. Außerdem haben die Nagetiere einen empfindlichen Magen und brauchen eine gute, ausgewogene Ernährung. Wenn sie krank oder gestresst sind, verweigern sie die Nahrung und sterben. Tierärzte, die sich mit Chinchillas auskennen, sind zudem sehr selten.

Chinchilla Foto: Ekaterina Krivtsova/Shutterstock

Fortpflanzung

Paarungszeit

Wilde Chinchillas paaren sich das ganze Jahr über, aber vor allem zwischen Mai und November.

Tragzeit

Die Tragzeit dauert etwa 110 Tage – was für Nagetiere eine ungewöhnlich lange Zeit ist.

Babys

Sie bekommen für gewöhnlich zwei Mal im Jahr Nachwuchs, meistens sind es zwei bis drei Babys. Die meisten Nagetierbabys sind bei ihrer Geburt nackt und blind. Bei den Chinchillas ist das anders. Sie können von Geburt an sehen und haben auch schon von Beginn an Haare. Sie wiegen nur 57 g, was etwa so viel ist wie eine halbe Tafel Schokolade.

Alle kümmern sich

Besonders ist auch, dass sich auch die Väter um die Babys kümmern. Von 2.500 machen das nur 120-250 Arten. Der Zusammenhalt in der Kolonie geht noch weiter: Wenn eine Mutter ihr Baby nicht säugen kann, übernimmt das ein anderes Weibchen.

Das Chinchilla ist verwandt mit:

Weitere Tiere im Lebensraum:


Quellen:


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