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Ziege

Lustige Ziege Lustige Ziege - Foto: Shutterstock

Steckbrief Ziege / Hausziege

Größe 43-115 cm
Geschwindigkeit 15-25 km/h
Gewicht 18-130 kg
Lebensdauer 15-18 Jahre
Nahrung Blätter, Gras und Kräuter
Feinde Wölfe, Leoparden, Braunbären, Kojoten, Greifvögel, Luchse, Füchse
Verbreitung Weltweit
Lebensraum Felsige, gebirgige Regionen (bevorzugt)
Ordnung Huftiere
Familie Hornträger
Wissenschaftl. Name Capra aegagrus hircus
Merkmale Huftier mit waagerechten Pupillen, geschickt im Klettern

Merkmale und Besonderheiten

Ziegen sind Huftiere. Ihre auffälligsten Merkmale sind die gespaltenen Hufe, die waagerechten Pupillen, der Bart, die schmale Nase und die Hörner. Die Hörner können lang, kurz, gebogen oder sogar spiralförmig sein. Sie sind erfahrene Kletterer, ja eigentlich sogar Bergsteiger, denn sie können sogar senkrechte Felswände erklimmen! Unsere Hausziege stammt von der Bezoarziege ab, einer Wildziege. Ziegen sind eng mit Schafen verwandt und sehen sich daher sehr ähnlich.

Weibliche Ziege mit ihrem Baby Weibliche Ziege mit ihrem Baby - Foto: Lubo Ivanko/stock.adobe.com

Namen

  • Weibliche Ziege: Zicke, Geiß
  • Männliche Ziege: Bock, Mönch (kastriert)
  • Jungtier: Zicklein, Geißlein, Ziegenkitz

Arten

Es gibt neun Wildziegen: die Wildziege selbst, die Schraubenziege, der Alpensteinbock, der Iberiensteinbock, der Nubische, Sibirische, Äthiopische, Westkaukasische und Ostkaukasische Steinbock. Aus der Wildziege wurden über 300 Ziegenrassen gezüchtet, etwa 100 davon in Europa.

Verbreitung und Lebensraum

Wildziegen leben in Asien, Russland, Europa und Afrika. Sie bevorzugen felsige, gebirgige Regionen. In Afrika leben sie aber in Steppen und sogar in Wüsten. In Amerika gab es ursprünglich keine Wildziegen. Sie wurden von Seefahrern mitgebracht. Hausziegen leben in fast allen Ländern und Lebensräumen.

Wildziegenarten Wildziegenarten - Fotos (v.l.o.n.r.u.) : Alessandro Oggioni/Shutterstock, Alexander Malkhasyan [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons, ANSHIN/stock.adobe.com, Jan Ebr & Ivana Ebrová [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Lebensweise

Ziegen sind sehr aktive, neugierige Huftiere. Sie sind außergewöhnlich begabte Kletterer und dank ihrer Hufe ist kaum ein Ort unerreichbar. Sie laufen selbst Steilwände hoch – völlig unbeirrt und trittsicher. Sie verbringen viel Zeit mit der Suche nach Nahrung, die sie in Ruhezeiten wiederkäuen. Sie sind sehr intelligent und sozial. Die weiblichen Tiere und ihr Nachwuchs leben zusammen in einer Herde. Sie wird von der ältesten und erfahrensten Ziege angeführt. Die männlichen Tiere leben allein oder in sogenannten Junggesellengruppen.

Ziege Körperbau und Aussehen Ziege Körperbau und Aussehen - Foto: Mimicki [Public Domain], via Wikimedia Commons

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Ziegen gibt es von klein bis groß! Die größte Ziege ist die Schraubenziege, auch Markhor genannt. Sie hat riesige, spiralförmige Hörner und hat eine Schulterhöhe von 65-115 cm. Die schwerste Ziege ist der Sibirische Steinbock. Er wiegt bis zu 130 kg. Die kleinste und leichteste Ziege ist die Nigerianische Zwergziege. Sie wird nur 43-53 cm hoch und wiegt 18-25 kg.

Seitliche Augen

Die Augen von Ziegen sind nicht nach vorne gerichtet, sondern befinden sich seitlich am Schädel – wie bei vielen Huftieren. Sie sehen dadurch zwar nicht so genau, was sich vor ihnen befindet, aber dafür haben sie einen ausgezeichneten Rundumblick – und zwar 320-340 Grad. Schließlich sind sie Fluchttiere, deren Überleben davon abhängt, Raubtiere rechtzeitig zu entdecken.

Waagerechte Pupillen

Ziegen haben waagerechte Pupillen – sie sehen aus wie rechteckige Balken. Sie helfen ihnen, Bewegungen am Horizont besser wahrzunehmen – also zum Beispiel rennende Wölfe, Hunde oder Luchse. Wenn sie den Kopf neigen, bleibt die Pupille interessanterweise waagerecht, weil sich das Auge dreht.

Ziegenbock Ziegenbock - Foto: AnnaTamila/Shutterstock

Ziege oder Schaf – Wo ist der Unterschied?

Ziegen und Schafe sind eng miteinander verwandt. Auf den ersten Blick sind sie nicht immer leicht zu unterscheiden, denn beide besitzen waagerechte Pupillen und können Hörner haben. Ziegen haben aber häufig einen Kinnbart. Schafe nie. Außerdem haben Schafe ein lockigeres, wolligeres Fell als Ziegen. Bei Ziegen zeigt der Schwanz nach oben, bei Schafen ist er nach unten gebogen. Schafe bleiben meistens am Boden, während Ziegen gerne klettern. Sie entfernen sich auch mal aus der Gruppe, während Schafe eher zusammen bleiben.

Ernährung

Ziegen sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich vor allem von Blättern, Gras und Kräutern. Sie knabbern auch gerne an Zweigen und Büschen. Um sich beim Fressen nicht an Dornen zu stechen, haben sie einen Trick: Sie zupfen die Blätter vorsichtig mit gespitzten Lippen. Sie gehören zu den Wiederkäuern. Das bedeutet, dass sie ihre Nahrung ein zweites Mal kauen, um mehr Nährstoffe aus ihnen herauszuholen.

Junge Ziegen kämpfen spielerisch miteinander Junge Ziegen kämpfen spielerisch miteinander - Foto: taviphoto/Shutterstock

Verhalten

Freundlich ... aber auch frech!

Ziegen sind sehr friedlich, freundlich und sanftmütig. Sie haben aber auch eine mutige und freche Seite. Sie hecken gerne Streiche aus – schließlich sind sie sehr intelligent. Nur zur Paarungszeit verhalten sich die männlichen Tiere etwas ruppiger. Um ihren Rang in der Gruppe zu bestimmen, rammen die männlichen Tiere ihre Köpfe gegeneinander. Auch zwischen den Jungtieren gibt es spielerische Kämpfe.

Warum meckern Ziegen?

Ziegen sind für ihr „Meckern“ bekannt. Tonhöhe und Art ihres Meckerns verraten, wie sie sich fühlen. Mütter erkennen ihr Kitz am Meckern. Selbst, wenn sie ein Jahr getrennt waren (!).

Wasserscheu

Ziegen sind wasserscheu und mögen auch keinen Regen.

Ziegen in Nordafrika klettern in Bäume, um an leckere Blätter zu kommen Ziegen in Nordafrika klettern in Bäume, um an leckere Blätter zu kommen - Foto: Jgilmore/Shutterstock

Fähigkeiten und Sinne

Klettern und Springen

Ziegen können unglaublich gut klettern und balancieren. Durch die Form ihrer Hufe finden sie besonders gut Halt. Sie können auch bis zu 1,5 m hoch springen. Sie klettern und springen häufig auf erhöhte Plätze oder Gegenstände, weil sie sich dort sicherer fühlen. Sie haben den perfekten Überblick über die Umgebung und können Raubtiere schneller entdecken. Um an Futter zu kommen, klettern sie in Nordafrika sogar auf Bäume.

Geschwindigkeit

Hausziegen sind 15-25 km/h schnell. Dieses Tempo halten sie auch auf längeren Strecken durch.

Hufe einer Ziege Hufe einer Ziege - Foto: Gherzak/Shutterstock

Intelligenz

Ziegen besitzen eine hohe geistige, emotionale und soziale Intelligenz. Forscher glauben sogar, dass sie ebenso intelligent sind wie Hunde.

Sie bitten um Hilfe

Ziegen können sich ähnlich wie Hunde sehr gut mit Menschen verständigen. Sie „bitten“ beispielsweise um Hilfe, wenn sie nicht an ihr Futter kommen.

Sie lesen Gefühle in Gesichtern

Ziegen können bei Menschen fröhliche Gesichter von mürrischen unterscheiden. Sie verstehen, was Gesichtsausdrücke bedeuten.

Sie lösen knifflige Rätsel

Sie können knifflige Rätsel lösen, die mehrere Schritte erfordern. Zum Beispiel erst einen Schalter und danach einen Hebel betätigen, um den Deckel einer Kiste mit Leckereien zu öffnen.

Sie haben ein ausgezeichntes Gedächtnis

Ziegen haben ein gutes Gedächtnis. Sie erinnern sich auch nach Jahren an komplizierte Tricks und deren Lösung.

Sie haben enge Freundschaften

Ziegen pflegen Freundschaften. Sogar mit anderen Tierarten.

Ziegen in einer Steilwand Ziegen in einer Steilwand - Foto: Ververidis Vasilis/Shutterstock

Lebenserwartung

Ziegen erreichen normalerweise ein Alter von 15-18 Jahren – wenn sie nicht als Nutztier ausgebeutet und geschlachtet werden. Die älteste Ziege der Welt hieß McGinty. Sie wurde 22 Jahre und 5 Monate alt.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Die größten natürlichen Feinde der Ziegen sind Wölfe, Leoparden, Braunbären, Kojoten, Greifvögel, Luchse, Füchse und verwilderte Hunde.

Der Mensch

Der Mensch ist die größte Bedrohung für Ziegen. Wildziegen werden häufig Opfer von Wilderern. Außerdem verlieren Wildziegen immer mehr Lebensraum, insbesondere durch die Viehzucht.

Gefährdungsstatus

Wildziegen sind noch nicht gefährdet, da die Anzahl der Tiere aber stetig abnimmt, stehen sie bereits auf der Liste der IUCN als „potenziell gefährdet“. Laut einer Schätzung aus dem Jahr 2020 gibt es noch etwa 70.000 erwachsene Tiere.

Als Nutztiere geht es Ziegen meistens nicht gut Als Nutztiere geht es Ziegen meistens nicht gut - Foto: julio/stock.adobe.com

Ziegen als Nutztiere

Ziegen werden oft unter schlechten Bedingungen gehalten, um ihre Milch, ihr Fleisch und ihr Fell zu gewinnen. Genau wie Kühe müssen auch Ziegen immer wieder Babys bekommen, die ihnen dann weggenommen werden, um ihre Milch zu erhalten. Das geht so lange, bis ihr Körper zu stark ausgelaugt ist. Deshalb werden sie nach 3-5 Jahren geschlachtet, obwohl sie 15-18 Jahre alt werden können. Männliche Babys werden entweder ins Ausland transportiert oder sofort getötet, weil sie in Deutschland selten gegessen werden und wirtschaftlich eine „Belastung“ darstellen. Schließlich geben sie keine Milch.

Fröhliche Zicklein Fröhliche Zicklein - Foto: Rita_Kochmarjova/Shutterstock

Fortpflanzung

Paarungszeit

Im Herbst kämpfen die männlichen Tiere darum, sich mit den weiblichen Tieren einer Herde paaren zu dürfen. Zu dieser Zeit sind sie untereinander recht angriffslustig. Sie rammen sich gegenseitig mit ihren Köpfen und verhaken ihre Hörner ineinander, um den Gegner Richtung Boden zu drücken. Außerdem verströmen sie einen für uns Menschen unangenehmen, stechenden Geruch.

Tragzeit und Geburt

Die meisten Ziegen pflanzen sich einmal im Jahr fort und bringen ihren Nachwuchs nach einer Tragzeit von fünf Monaten im Frühjahr zur Welt. Kurz vor der Geburt verlässt die Mutter die Herde, um ihr Baby an einem ungestörten Ort zur Welt zu bringen. Wenige Minuten nach der Geburt können die kleinen Zicklein bereits laufen. Nach 4-6 Monaten ist es bereits selbstständig.

Die Ziege ist verwandt mit:

  • Bezoarzeige
  • Gämse
  • Moschusochse
  • Schaf
  • Schraubenziege
  • Steinbock
  • Wildziege

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Quellen:


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