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Schaf

Steckbrief Schaf
Größe bis 60-90 cm (Schulterhöhe), 90-140 cm (Körperlänge)
Geschwindigkeit bis 40 km/h
Gewicht 45-160 kg
Lebensdauer 10-12 Jahre
Ernährung Pflanzen
Feinde Wildhunde, Hunde, Raubkatzen, Bären, Greifvögel
Lebensraum Europa, Asien, Afrika, Amerika, Australien, Ozeanien
Ordnung Paarhufer
Familie Hornträger
Unterfamilie Antilopinae
Wissenschaftl. Name Ovis gmelini aries
Merkmale hat weiche, wärmende Wolle als Fell

Schafe sind Huftiere, deren weiches Fell als Wolle bezeichnet wird. Es gibt 20 Wildschaf-Arten, z. B. Dickhornschaf, Schneeschaf, Gobi-Wildschaf, Nordchina-Wildschaf und Kasachstan-Wildschaf. Von einem dieser Wildschafe, dem armenischen Mufflon, stammt das Hausschaf ab, das in diesem Steckbrief genauer vorgestellt wird.

Das Hausschaf

Das Hausschaf wurde schon vor rund 10.000 Jahren gehalten und gehört damit zu den ältesten Nutztierarten. Es gibt rund 100 Rassen. Je nach Geschlecht und Alter haben sie unterschiedliche Namen: Milchlamm (jünger als 6 Monate), Lamm (jünger als 1 Jahr), Schaf (weiblich), Hammel (männlich; kastriert) und Bock bzw. Widder (männlich; nicht kastriert).

Wahrnehmung und Sinne

Schafe können sehr gut hören und riechen. Außerdem haben sie ein großes Blickfeld von 270-320 Grad. Dadurch können sie beinahe alles um sich herum sehen, ohne dabei den Kopf zu drehen. Das hilft ihnen, Raubtiere frühzeitig zu erkennen. Mit räumlicher Tiefe tun sich Schafe dagegen schwer, deshalb erschrecken sie auch schon mal vor einem Schatten oder Graben. Ihr Sehsinn ist vor allem darauf ausgelegt, weit und viel zu sehen, aber nicht besonders scharf und genau. Außerdem können die Tiere nicht sehen, was genau vor ihrer Nase ist, weil ihre Augen sehr weit seitlich am Kopf sitzen.

Schaf Schaf - Foto: stockphoto mania/Shutterstock

Intelligenz bei Schafen

Wenn wir jemanden beleidigen wollen, bezeichnen wir ihn als „dummes Schaf“. Dabei besitzen Schafe eine hohe geistige, emotionale und soziale Intelligenz. Hier ein paar Beispiele:

• Schafe merken sich Gesichter

Schafe können sich mehr als verschiedene 50 Gesichter ihrer Artgenossen merken und zwar über 2 Jahre lang. Das wurde bei einer Studie des Brabraham Institute in Cambridge (England) im Jahr 2004 herausgefunden. Aber es kommt noch besser:

• Schafe können Gesichter unterscheiden

Wenn man Schafen Fotos von Menschen zeigt, können sie diese auseinander halten. Das gelingt ihnen sogar, wenn die Gesichter aus unterschiedlichen Blickwinkeln fotografiert wurden, also z. B. nicht von vorne, sondern von der Seite. Für diese Fähigkeit/Leistung sind mehrere Bereiche des Gehirns notwendig. Schimpansen, Tauben und Raben sind dazu ebenfalls fähig, aber es gibt bestimmt noch mehr Tiere, die das können - wir wissen es nur noch nicht, weil es noch nicht erforscht wurde. Und es geht noch besser:

Schafherde Schafherde - Foto: Benjamin van der Spek/Shutterstock

• Schafe deuten Gesichtsausdrücke

Schafe erkennen negative Gesichtsausdrücke, also wenn ein Artegenosse leidet oder aggressiv ist. Das fanden Biologen in einer Studie heraus, die 2017 im wissenschaftlichen Magazin „Frontiers in Veterinary Science“ veröffentlicht wurde.

• Schafe fressen sich gesund

Wenn Schafe krank sind, fressen sie Pflanzen, die sie gesund machen. Das Verhalten zeigen auch Schimpansen.

• Schafe pflegen Freundschaften

Schafe können enge Freundschaften mit anderen Schafen, Tieren und Menschen haben.

• Schafe kennen ihren Namen.

Warum sagt man „schwarzes Schaf“?

Wenn sich jemand in einer Gruppe anders verhält, insbesondere auf negative Weise, bezeichnen wir ihn als „schwarzes Schaf“. Der Name geht darauf zurück, dass sich schwarze Wolle nicht so gut färben lässt, wie weiße Wolle. In der Schafzucht sind schwarze Schafe daher weniger beliebt und auch weniger „wert“.

Lustige Schafe Lustige Schafe - Foto: Baronb/Shutterstock

Müssen Schafe geschoren werden?

Was passiert, wenn man ein Schaf nicht schert? Wächst die Wolle dann endlos weiter? Im Jahr 2015 fand man in Canberra (Australien) ein entlaufenes Schaf namens Chris. Es wurde fünf Jahre lang nicht geschoren und konnte sich deshalb kaum mehr bewegen. Normalerweise tragen Schafe kurz vor dem Scheren etwa 5 kg Wolle am Leib, aber bei Chris waren es 41,1 kg. Daraus könnte man schließen, dass Schafe geschoren werden müssen, weil sie sonst unter dem Gewicht zusammenbrechen würden. Das stimmt aber nur für Hausschafe, weil sie von uns Menschen speziell dafür gezüchtet worden sind, so viel Wolle wie möglich zu produzieren. Wildschafen wächst keine „überschüssige“ Wolle und sie überleben auch ohne uns ganz wunderbar.

Warum sollte man Schafe „schubsen“?

Seit einigen Jahren sieht man immer häufiger Schafe, die auf der Seite liegen und nicht mehr aufstehen können. Das passiert, wenn ihre Wolle durch Feuchtigkeit und Regen zu schwer geworden ist und die Tiere aus dem Gleichgewicht geraten. Das passiert wohlgemerkt nur bei Hausschafen, weil sie durch Zucht unnatürlich viel Wolle entwickeln. Umgefallene Tiere können nicht lange sehr so überleben, das heißt: Nimm dir ein Herz, stell das Schaf vorsichtig wieder auf und halte oder beobachte es einige Minuten, bis es wieder sicher stehen und laufen kann.

Das älteste Schaf

Schafe werden normalerweise 10-12 Jahre alt. Aber ein Schaf namens Lucky aus Australien hat das wohl nicht gewusst ;) Es wurde stolze 23 Jahre, 6 Monate und 28 Tage alt und steht sogar im Guinness Buch der Rekorde.

Fortpflanzung

Schafe haben eine Tragzeit von etwa 150 Tagen.

Schafe Schafe - Foto: Heath Johnson/Shutterstock

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