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Baumkänguru

Matschie-Baumkänguru - Foto: Evgeniya Olrova/Shutterstock

Steckbrief Baumkänguru

Größe 48-91 cm (Körperlänge)
Geschwindigkeit Bis 5 km/h
Gewicht 5,9-18 kg
Lebensdauer 15-20 Jahre
Nahrung Blätter, Früchte, Nüsse, Rinde
Feinde Pythons, Dingos, Hunde, Greifvögel
Verbreitung Australien, Papua Neuguinea
Lebensraum Tropische Regenwälder
Ordnung Diprotodontia
Familie Kängurus
Wissenschaftl. Name Dendrolagus
Merkmale Einziges Känguru, das in Bäumen lebt

Merkmale und Besonderheiten

Baumkängurus sind wahre Kletterkünstler. Sie sind die einzigen Kängurus, die hoch oben auf Bäumen leben. Ihre auffälligsten Merkmale sind die großen Pfoten, die langen, gebogenen Krallen und der lange Schwanz. Während andere Kängurus auf ihren beiden Hinterbeinen hopsen, können Baumkängurus ihre Beine unabhängig voneinander bewegen. Leider gehören fast alle Arten zu den bedrohten Tierarten. Die Jagd durch Menschen und das Roden der Regenwälder machen ihnen schwer zu schaffen.

Matschie-Baumkänguru Matschie-Baumkänguru - Foto: Steffen Foerster/Shutterstock

Arten

Es gibt 14 Baumkänguruarten. Die bekanntesten sind:

  • Matschie-Baumkänguru: Bekannt für sein rotbraunes Fell und sein gelbes Gesicht.
  • Lumholtz-Baumkänguru: Die kleinste Art mit einem sehr dunklen Gesicht.
  • Bennett-Baumkänguru: Ein geschickter Kletterer aus den Regenwäldern Australiens.
  • Schwarzes Baumkänguru: Eine sehr seltene Art aus den Bergen von Papua-Neuguinea.
  • Goodfellow-Baumkänguru: Es trägt zwei hübsche goldene Streifen auf dem Rücken.

Verbreitung und Lebensraum

Baumkängurus leben im Nordosten von Australien sowie auf der großen Insel Neuguinea. Ihr Zuhause sind tropische Regenwälder. Viele Arten bevorzugen kühle Nebelwälder hoch oben in den Bergen. In diesen dicht bewachsenen Urwäldern ist es stets feucht. Dort wachsen gigantische Bäume, die ihnen Schutz und Nahrung bieten.

Lebensweise

Baumkängurus sind Einzelgänger. Sie ziehen am liebsten allein durch die Baumkronen. Die Tiere sind meistens in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Tagsüber verschlafen sie die meiste Zeit. Mehr als 90 % ihres Lebens verbringen sie hoch oben in den Wipfeln. Sie klettern nur sehr selten auf den Erdboden hinab. Meistens bleiben sie auf einer Höhe von 18-20 m und springen von Baum zu Baum.

Wesen

Sind Baumkängurus so süß und friedlich, wie sie aussehen? Meistens sind die Beuteltiere sehr ruhig und gutmütig. Nur wenn ein fremdes Männchen in das eigene Revier eindringt, gibt es kurzen Streit. Ansonsten weichen die Tiere Konflikten aus. Diese ruhige Art wird den Tieren aber leider zum Verhängnis, wenn sie auf Menschen treffen. Sie zeigen kaum Gegenwehr und lassen sich von Jägern leicht fangen.

Goodfellow-Baumkänguru Goodfellow-Baumkänguru - Foto: Luigi Petro/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Baumkängurus haben eine Körperlänge von 48-91 cm. Dazu kommt noch ihr langer Schwanz. Je nach Art wiegen sie 5,9-18 kg. Das kleinste ist das Lumholtz-Baumkänguru. Es wird 48-65 cm groß und wiegt 5,9-7,2 kg. Das größte ist das Graue Baumkänguru. Es kann bis zu 91 cm groß werden und bis zu 15 kg wiegen.

Arme und Beine

Kängurus, die auf dem Boden leben, haben sehr kurze Arme und sehr lange Beine. Bei den Baumkängurus ist das anders. Ihre Arme und Beine sind etwa gleich lang. Die Vorderbeine sind sehr kräftig, damit sie sie Äste greifen und sich an Baumstämmen hochziehen können.

Fellfarbe und Plüschpelz

Baumkängurus haben ein sehr dichtes, weiches Fell. Es schützt sie vor dem ständigen Regen in den Bergwäldern. Die Farbe reicht von Schwarz über Kastanienbraun bis hin zu Beige und Gelb. Viele Arten haben helle Streifen auf dem Rücken oder ein gelbes Bauchfell.

Schwanz als Balancierstange

Der Schwanz wird 50-90 cm lang. Er ist also fast so lang wie der gesamte Rest des Körpers. Bei anderen Kängurus wird der Schwanz nach hinten hin schmaler. Beim Baumkänguru ist er überall gleich dick und buschig. Es nutzt seinen Schwanz wie ein Seiltänzer seine Balancierstange als Gegengewicht beim Klettern.

Niedliche Ohren

Baumkängurus haben im Gegensatz zu anderen Kängurus sehr kurze, abgerundete Ohren. Das verhindert, dass das Tier beim Klettern im dichten Gebüsch hängen bleibt.

Baumkänguru Aussehen und Körperbau Baumkänguru Aussehen und Körperbau - Foto: Evgeniya Olrova/Shutterstock

Ernährung

Baumkängurus sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich vor allem von saftigen Blättern. Ihr Magen ist ähnlich aufgebaut wie der einer Kuh. Spezielle Bakterien im Magen helfen dabei, die schwere Pflanzennahrung zu verdauen. Zur Abwechslung essen sie auch Früchte, Nüsse, Baumrinde und frischen Baumsaft. Ganz selten naschen sie auch Insekten oder kleine Vogeleier aus den Nestern.

Verhalten

Wie schlafen Baumkängurus?

Die Tiere schlafen bis zu 60 % des Tages. Sie bauen sich jedoch kein Nest aus Zweigen. Sie suchen sich einfach einen bequemen, waagerechten Ast, auf dem sie sich ablegen und ausgedehnte Nickerchen halten.

Wie kühlen sich Baumkängurus ab?

Wenn es im Regenwald schwül und heiß wird, nutzen Baumkängurus einen besonderen Trick. Sie schwitzen nicht wie Menschen über die Poren. Stattdessen schlecken sie mit ihrer Zunge ihre Unterarme ab. Der Speichel verdunstet auf ihren Haaren und ihrer Haut und bringt dadurch Abkühlung. Das funktioniert genauso wie bei einer natürlichen Klimaanlage.

Lumholtz-Baumkänguru Lumholtz-Baumkänguru - Foto: Frank Fichtmueller/Shutterstock

Sinne und Fähigkeiten

Laufen

Die meisten Kängurus müssen hüpfen, weil ihre Hinterbeine nur gleichzeitig bewegen können. Baumkängurus können ihre Hinterbeine unabhängig voneinander bewegen. Dadurch können sie auf dicken Ästen wie ein Eichhörnchen laufen. Sie können zwar auch auf dem Boden laufen, bewegen sich dort aber sehr langsam und ungeschickt. Der lange, schwere Schwanz ist oft im Weg und behindert sie beim Laufen.

Klettern

Baumkängurus können ausgezeichnet klettern. Mit den langen Krallen können sie sich mühelos an der Baumrinde festhalten. Ihre breiten Pfoten sind auf der Unterseite mit gummiartigen Polstern ausgestattet. Diese Polster wirken wie Antirutsch-Sohlen und geben festen Halt auf nasser Rinde. Der lange, pendelförmige Schwanz ist wie ein Gegengewicht. Er erleichtert ebenfalls das Balancieren.

Gewagte Sprünge

Baumkängurus können bis zu 9 m weit von Baum zu Baum springen. Noch erstaunlicher sind ihre Sprünge nach unten. Aus einer Höhe von bis zu 18 m springen sie ohne Zögern auf den Erdboden hinab. Das entspricht der Höhe eines fünfstöckigen Hauses. Sie landen auf den Füßen und laufen unverletzt weiter.

Kommunikation

Baumkängurus verhalten sich sehr leise. Sie rufen nur selten. Männchen und Weibchen schnalzen manchmal leise mit der Zunge oder berühren sich mit den Nasen. Hauptsächlich nutzen sie Düfte aus Drüsen, um ihr Revier für andere abzugrenzen

Lumholtz-Baumkänguru Lumholtz-Baumkänguru - Foto: Frank Fichtmueller/Shutterstock

Lebenserwartung

Baumkängurus können 15-20 Jahre alt werden. Das älteste der Welt hieß Patty, war ein Matschie-Baumkänguru wurde 27 Jahre alt.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Hoch oben in den Bäumen haben Baumkängurus wenig zu befürchten. Riesenschlangen wie der Neuguinea-Amethystpython lauern ihnen manchmal in den Baumkronen auf. Wenn ein Känguru doch einmal auf den Boden kommt, wird es zur Beute für Dingos oder freilaufende Hunde. Junge Tiere werden manchmal von großen Greifvögeln erbeutet.

Der Mensch

Für Baumkängurus ist der Mensch die größte Bedrohung.

• Zerstörung des Lebensraums

Der Lebensraum der Baumkängurus wird mit jedem Tag kleiner. In ihrem Zuhause werden Bäume für die Holzproduktion gefällt, Kaffeeplantagen errichtet, Reis und Weizen angebaut. In den letzten 30 Jahren gingen 90 % ihres Lebensraumes verloren.

• Jagd und Wilderei

Die eingeborenen Völker in Papua Neuguinea jagen die Tiere wegen ihres Fleisches und ihres wunderschönen Fells. Manchmal werden sie auch gefangen und als Haustiere verkauft.

Wie viele Baumkängurus gibt es noch?

In den letzten 30 Jahren hat die Anzahl der Tiere um 80 % abgenommen. Bei der letzten Schätzung aus dem Jahr 2016 gab es vom Matschie-Baumkänguru laut IUCN noch etwa 2.500 Tiere. Vom Goodfellow-Baumkänguru leben vermutlich nur noch 55 Tiere. Nur das Lumholtz- und das Bennett-Baumkänguru gelten noch nicht als gefährdet.

Ausgestorben (?)

Das Wondiwoi-Baumkänguru galt bereits seit 90 Jahren als ausgestorben. Im Jahr 2018 gab es jedoch eine große Überraschung: Auf einem Foto wurde ein Wondiwoi festgehalten. Leider konnte es bis heute nicht mit Sicherheit bestätigt werden, da die Qualität des Fotos sehr schlecht war.

Goodfellow-Baumkänguru Goodfellow-Baumkänguru - Foto: Ralph Lear/stock.adobe.com

Fortpflanzung

Liebevolle Begrüßung

Wenn sich ein Pärchen trifft, läuft die Begrüßung friedlich ab. Männchen und Weibchen stupsen sich sanft mit den Nasen an und machen leise Schnalzgeräusche mit der Zunge.

Die längste Tragzeit aller Beuteltiere

Die Tragzeit im Mutterleib dauert 44 Tage. Das ist die längste Tragzeit bei allen Beuteltieren. Dennoch kommt das Baby winzig auf die Welt. Es ist gerade einmal 2 cm lang und wiegt weniger als ein Gramm. Es ist so klein wie eine Bohne.

Die Zeit im Beutel

Das Baby krabbelt vom Geburtskanal sofort in den Beutel seiner Mutter, hält sich an einer Zitze fest und beginnt zu trinken. Erst nach 5-6 Monaten streckt es zum ersten Mal seinen Kopf aus dem Beutel. Wenn es sieben Monate alt, verlässt es den Beutel und beginnt, seine ersten Schritte zu machen. Nach 10-12 Monaten ist das Junge selbstständig und geht seine eigenen Wege.

Fun Facts

Der „Baumhase“

Der wissenschaftliche Name „Dendrolagus“ stammt aus dem Griechischen. Er setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. „Dendro“ für „Baum“ und „Lagus“ für „Hase“. Übersetzt lautet der Name also „Baumhase“.


Das Baumkänguru ist verwandt mit:

  • Hasenkänguru
  • Rattenkänguru
  • Rotes Riesenkänguru
  • Quokka
  • Wallaby

Weitere Tiere im Lebensraum:


Quellen:


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  • Aktualisiert am

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