Nashornvogel
Steckbrief Nashornvogel
| Größe | 30-120 cm |
| Geschwindigkeit | Nicht bekannt |
| Gewicht | 100 g bis 6,2 kg |
| Lebensdauer | 15-20 Jahre |
| Nahrung | Früchte, Insekten, kleine Tiere |
| Feinde | Greifvögel |
| Lebensraum | Philippinen, Indien, Afrika, China, Südostasien |
| Ordnung | Rackenvögel |
| Familie | Nashornvögel |
| Wissenschaftl. Name | Bucerotidae |
| Merkmale | Tropischer Vogel, großer Schnabel mit Höcker |
Merkmale und Besonderheiten
Der Nashornvogel ist ein faszinierender, tropischer Vogel mit einem riesigen, kräftigen Schnabel und einem großen Kopf. Sein absolut unübersehbares „Markenzeichen“ ist der helmartige Aufsatz auf dem Schnabel – das sogenannte „Horn“. Obwohl dieses Horn riesig aussieht, ist es extrem leicht, weil es innen hohl oder aus einer schwammartigen Knochen aufgebaut ist. Es dient den Vögeln wahrscheinlich als Verstärker für ihre Rufe.
Arten
In der Familie der Nashornvögel gibt es rund 60 verschiedene Arten. Sie sind eng verwandt mit den Hopfen und den afrikanischen Baumhopfen.
Verbreitung und Lebensraum
Verbreitung
Nashornvögel leben in Afrika (südlich der Sahara-Wüste) und in Asien, zum Beispiel in Indien, Thailand, Indonesien und auf den Philippinen. In Europa oder Amerika gibt es keine wildlebende Nashornvögel.
Lebensraum
Die meisten Arten leben im tropischen Regenwald. Sie halten sich am liebsten in den „oberen Stockwerken“ auf – den Baumkronen. Dort finden sie reichlich Nahrung wie Früchte und Feigen. Es gibt aber Ausnahmen: Der Hornrabe lebt in trockenen, offenen Savannen und in Steppen.
Lebensweise
Nashornvögel sind tagaktiv. Während es hell ist, suchen sie nach Futter, putzen ihr Gefieder und kümmern sich um den Nachwuchs. Nachts schlafen sie auf einem hohen Ast. Sie bilden Paare und bleiben ihr Leben lang zusammen. Manche bilden sogar kleine Schwärme.
Körperbau und Aussehen
Größe und Gewicht
• Der kleinste
Unter den vielen Arten gibt es große Unterschiede: Der kleinste Nashornvogel ist der Zwergtoko. Er ist mit einer Körperlänge von etwa 30 cm und einem Gewicht von rund 100 g gerade einmal so groß wie eine Taube.
• Der größte
Der absolute Riese unter ihnen ist der Südliche Hornrabe: Er hat eine Länge von knapp 120 cm, eine Flügelspannweite von 1,80 Metern und wiegt stolze 6,2 kg. Er verbringt die meiste Zeit am Boden und macht Jagd auf kleine Tiere.
„Hörbare“ Federn
Beim Fliegen machen viele Arten ein lautes, fast keuchendes Geräusch, weil die Luft durch ihre Federn strömt.
Ein riesiger, gebogener Schnabel
Der Nashornvogel hat einen großen, langen, gebogenen Schnabel. Auch wenn man meinen möchte, dass so ein großer Schnabel einige Kilogramm wiegen müsste, ist er in Wahrheit nicht schwer, sondern sehr leicht. Der Schnabel besteht aus einem schwammartigen Knochengewebe mit hohlen Zellen, besteht also hauptsächlich aus Luft.
Das geheimnisvolle Horn
Warum trägt der Nashornvogel eigentlich ein Horn auf dem Schnabel? Wissenschaftler vermuten, dass er dadurch seinen Ruf tiefer und lauter machen kann. Das Horn ist also möglicherweise wie eine Mega-Lautsprecher-Box, durch die er kilometerweit durch den dichten Dschungel zu hören ist. Vielleicht hilft es ihm aber auch beim Kampf gegen Artgenossen, um Partnerinnen anzulocken - oder wie dem Tukan als Klimaanlage.
Nashornvögel haben Wimpern
Nur wenige Vögel besitzen Wimpern. Es sind auch keine echten Haare, sondern eher borstenartige Federn. Außer den Nashornvögeln haben auch Sekretäre und Strauße Wimpern.
Ernährung
Her mit den süßen Früchten!
Die meisten Nashornvögel sind Pflanzenfresser und ernähren sich von süßen Früchten. Manche verputzen während einer Mahlzeit bis zu 150 Feigen. Das Erstaunliche ist: Bisher wurde noch nie ein Nashornvogel beim Trinken beobachtet. Seinen Bedarf an Flüssigkeit deckt er wohl mit der Flüssigkeit, die in den Früchten steckt.
Nur Hornraben mögen keine Früchte
Der afrikanische Hornrabe ist einzigartig unter den Nashornvögeln. Im Gegensatz zu den anderen ist er vor allem Fleischesser und verzehrt Mäuse, Nager, Frösche, ja sogar Giftschlangen.
Verhalten
Was macht der Nashornvogel mit seinem Schnabel?
Nashornvögel verwenden die Schnabelspitze wie wir unsere Finger, um Früchte von Bäumen zu pflücken oder kleine Tiere vom Boden aufzuklauben. Die Kanten des Schnabels sind gezackt wie eine Säge. So können sie Dinge festhalten und zerschneiden.
Nashornvögel sind laut
Es heißt, man könne den Flügelschlag eines Nashornvogels 800 m weit hören. Ihr Ruf ist bis zu 2 km weit zu hören.
Nashornvögel benutzen Make-Up
Manche Nashornvögel benutzen Schminke. An der Wurzel ihrer Schwanzfedern befindet sich eine Drüse, durch deren Flüssigkeit sich der Schnabel gelbrot und orange färbt.
Fähigkeiten und Sinne
Sie sind Meister im Fliegen
Nashornvögel können mit ihren kräftigen Flügeln weite Strecken zurücklegen, um Futter zu suchen.
Geschicktes Früchte pflücken
Mit ihrem riesigen Schnabel können sie Früchte ganz geschickt von den Ästen pflücken und Insekten mitten im Flug aus der Luft schnappen.
Sie sind schlaue Handwerker
Nashornvögel sind schlaue Handwerker: Um ihre Bruthöhle sicher zu verschließen, sammeln sie Schlamm, Kot und Fruchtreste. Ihren riesigen Schnabel nutzen sie dabei geschickt wie eine Maurerkelle, um die Höhlenwand Schicht für Schicht hochzuziehen.
Hervorragender Sehsinn
Der Nashornvogel verlässt sich vor allem auf seine Augen. Er hat ein ausgezeichnetes Sehvermögen. Aus den hohen Baumkronen kann er selbst winzige Beeren oder gut getarnte Echsen auf dem Boden entdecken.
Ausgezeichnter Hörsinn
Auch sein Gehör ist sehr scharf. Das ist wichtig, damit sich die Vögel im dichten Dschungel mit Artgenossen verständigen können.
Lebenserwartung
In der freien Natur werden sie meistens 15-20 Jahre alt. Der Doppelhornvogel kann sogar über 40 Jahre alt werden.
Feinde und Bedrohungen
Natürliche Feinde
Ausgewachsene Nashornvögel haben nur wenige natürliche Feinde. Große Greifvögel wie Adler können ihnen gefährlich werden. Auch große Schlangen (wie Pythons) und kletternde Raubkatzen (wie Leoparden) lauern den Vögeln auf – vor allem, wenn sie in ihren Höhlen sitzen. Für die Eier und die Küken in der Bruthöhle sind zudem Raubtiere wie Marder oder Affen eine Bedrohung, falls die Höhle nicht gut zugemauert ist.
Der Mensch
• Zerstörung des Lebensraums
Die größte Gefahr für den Nashornvogel ist der Mensch. Durch die Abholzung der Regenwälder schrumpft ihr Lebensraum jeden Tag. Da er riesige, alte Bäume mit natürlichen Höhlen für ihre Brut braucht, findet ere immer seltener einen Platz für seine Nester.
• Wilderei und Jagd
Eine weitere Bedrohung ist die illegale Wilderei. Sie werden wegen ihres wunderschönen Gefieders gejagt. Bei einigen Arten (wie dem Schildschnabel) ist das Horn zudem so fest wie Elfenbein. Es wird auf dem Schwarzmarkt für viel Geld verkauft, um daraus Schnitzereien zu machen.
Ich hatte mal einen Nashornvogel auf dem Arm! Leider war das eine unseriöse Touristen-Aktion und ich musste für das Foto mit hübschen Tier natürlich Geld bezahlen. Heute würde ich das nicht mehr machen. Tiere sind nicht dazu da, den ganzen Tag im Käfig zu sitzen, damit wir Selfies mit ihnen machen können.
Silke von tierchenwelt.de
Bedeutung für das Ökosystem
Nashornvögel erfüllen eine wichtige Aufgabe in der Natur: Sie sind „Gärtner des Regenwalds“. Da sie am liebsten Früchte essen, nehmen sie dabei auch jede Menge Pflanzensamen auf. Sie fliegen oft kilometerweit und scheiden die Samen an völlig neuen Orten wieder aus. Ohne die Nashornvögel würden viele tropische Baumarten aussterben, weil ihre Samen einfach nur unter den Mutterbaum fallen und dort im Schatten kaum Licht zum Wachsen finden.
Fortpflanzung
Ein Nest mit einer Mauer zum Schutz
Das Brutverhalten der Nashornvögel gehört zu den verrücktesten und cleversten im ganzen Tierreich. Wenn sie eine geeignete Baumhöhle gefunden haben, bringt das Männchen Lehm, Schlamm und Kot. Damit mauert sich das Weibchen von innen ein, bis nur noch ein winziger, schmaler Schlitz offen bleibt! So haben Feinde keine Chance, sich die Eier zu schnappen. Natürlich versorgt das Männchen seine Parternin mit Futter, das es durch ein kleines Guckloch reicht.
Das Nest wird sauber gehalten
Obwohl das Weibchen während der Brutzeit zusammen mit den Eiern eingeschlossen ist, hält es das Nest sauber: Es wirft den Dreck einfach durch die kleine Öffnung nach draußen.
Nashornvögel sind liebevolle Eltern
Die Vogelmütter bleiben meist 6-8 Wochen bei ihren Küken. Diese Zeit ist sehr anstrengend: Einige verlieren ihr Gefieder und sind wochenlang flugunfähig. Bei anderen Arten hackt die Mama die Wand auf, sobald die Küken die ersten Federn bekommen. Das Verrückte: Die Kleinen mauern sich danach ganz alleine wieder ein! Von nun an schuften beide Elternteile gemeinsam und reichen Futter durch den Schlitz - solange, bis der Nachwuchs flügge ist. Diese Aufzucht kostet so viel Energie, dass manche Vogelmütter am Ende vor lauter Erschöpfung sterben.
Der Nashornvogel ist verwandt mit:
- Baumhopf
- Hornrabe
- Wiedehopf
Weitere Tiere im Lebensraum:
Quellen:
- Oriental pied hornbills (Anthracoceros albirostris) solve invisible displacement tasks in a test of Piagetian object permanence (https://royalsocietypublishing.org)
- Collapse of Breeding Success in Desert-Dwelling Hornbills Evident Within a Single Decade (https://www.frontiersin.org)
- Hornbills as drivers of plant range shifts under climate change (https://www.biorxiv.org)
- Aktualisiert am






























