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Blaumeise

Foto: dieter76/stock.adobe.com

Steckbrief Blaumeise

Größe 12 cm (Körper), 18 cm (Spannweite)
Geschwindigkeit Bis 32 km/h
Gewicht 11-12 g
Lebensdauer 2 Jahre
Nahrung Insekten, Spinnen, Samen
Feinde Marder, Greifvögel
Verbreitung Europa, Asien, Nordafrika, Kanarische Inseln
Lebensraum Laubwälder, Mischwälder, Parks, Gärten
Ordnung Sperlingsvögel
Familie Meisen
Wissenschaftl. Name Cyanistes caeruleus
Merkmale Kleiner gelb-blauer Singvogel, sehr flink und geschickt

Merkmale und Besonderheiten

Die Blaumeise ist ein hübscher kleiner Singvogel. Sie ist leicht an ihrem gelb-blauen Gefieder zu erkennen. Auf ihrem Kopf hat sie eine blaue „Krone“. Am Rücken und an den Handschwingen hat sie ebenfalls blaue Federn. Das Brustgefieder ist gelb und das Gesicht weiß. Sie ist einer der häufigsten Singvögel in Europa. Sie ist flinker und geschickter als die Kohlmeise. Außerdem ist sie nur halb so groß und halb so schwer.

Blaumeise füttert ein Küken Blaumeise fütter ein Küken - Foto: henk boogard/stock.adobe.com

Verbreitung und Lebensraum

Blaumeisen sind in ganz Europa, in Asien, Nordafrika und den Kanarischen Inseln verbreitet. Sie bevorzugen Laub- und Mischwälder. Ganz besonders mögen sie Eichen. Sie sind aber auch in Hecken, Parks und Gärten häufig zu sehen.

Lebensweise

Blaumeisen sind tagaktiv. Sie verbringen viel Zeit damit, zwischen Bäumen und Sträuchern hin und her zu fliegen, um Knospen, Blätter und Rinde nach leckeren „Snacks“ abzusuchen – vor allem Insekten und Spinnentieren. Im Frühjahr und Sommer leben Blaumeisen als Paare zusammen, um gemeinsam Nachwuchs zu zeugen und sich um ihn zu kümmern. Im Winter schließen sie sich auf der Suche nach Nahrung zu kleinen Schwärmen zusammen.

Blaumeise Körperbau und Aussehen Blaumeise Körperbau und Aussehen - Foto: Harald Schindler/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Blaumeisen sind 12 cm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 18 cm. Sie wiegen etwa 11-12 g.

Gefieder

• Blauer Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz

Die blauen Federn auf dem Kopf der Blaumeisen werden als „Krone“ bezeichnet. Der Rücken, die Flügel und die Schwanzfedern sind ebenfalls blau.

• Weißes Gesicht

Das Gesicht ist weiß - abgesehen von einem schwarzen Streifen, der über beide Augen verläuft. 

• Gelbes Brustgefieder

Das Brustgefieder und der Bauch sind gelb.  Je mehr Raupen eine Blaumeise findet, desto leuchtender und knalliger ist das Gelb ihrer Federn. Das liegt an den Farbstoffen in ihrer Nahrung. Vögel, die in der Stadt leben, haben häufig matte, kraftlose Farben. Das liegt oft daran, dass sie nicht genügend Raupen finden.

Männchen oder Weibchen?

Männchen und Weibchen sehen sehr ähnlich aus. Bei den Jungtieren sind die Farben eher blass.

Blaumeise oder Kohlmeise – Wo ist der Unterschied?

Blaumeise und Kohlmeise sehen sich sehr ähnlich. Aber es gibt natürlich einen großen Unterschied, der sofort erkennbar ist: Die blauen Federn sind bei der Kohlmeise schwarz. Außerdem ist die Kohlmeise fast doppelt so groß und doppelt so schwer. Auch in ihrem Verhalten unterscheiden sich die Tiere. Die Blaumeise ist morgens früher und abends länger aktiv.

Ernährung

Blaumeisen sind Allesfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten wie Raupen, Maden und Larven. Sie fressen aber auch Spinnen. Im Sommer sieht man die Vögel vor allem in Bäumen nach Nahrung suchen. Oft hängen sie dabei kopfüber an Ästen. Im Winter ergänzen sie ihre Nahrung mit Früchten, Nüssen und Samen, die sie auf dem Boden oder im Vogelhäuschen finden.

Blaumeisen essen im Winter auch gerne Samen und Nüsse Blaumeisen essen im Winter auch gerne Samen und Nüsse - Foto: popovj2/stock.adobe.com

Verhalten

Viele kurze Strecken

Blaumeisen fliegen oft nur kurze Strecken und meiden große, weite Flächen, weil sie dort von Raubtieren leichter erbeutet werden können.

Was machen Blaumeisen im Winter?

Blaumeisen sind keine Zugvögel. Man kann sie ganzjährig beobachten. Im Herbst und im Winter bilden die Vögel kleine Gruppen, um gemeinsam zu schlafen und zu fressen. Sie schlafen in Baumhöhlen und Nistkästen.

Blaumeise Blaumeise - Foto: lucaar/stock.adobe.com

Gesang

Obwohl Blaumeisen sehr klein sind, haben sie eine laute, hohe Stimme, die auch von weitem gut zu hören ist. Sie haben verschiedene Laute, mit denen sie Partner anlocken oder Alarm schlagen, wenn ein Raubtier in der Nähe ist. Besonders häufig ist ein kurzes „Zii“ - das manchmal wiederholt wird und dann wie ein „Zii zii“ oder „Zii zii zii“ klingt. Bei den Blaumeisen singen sowohl die männlichen als auch die weiblichen Tiere.

Fähigkeiten und Sinne

Sie hängen kopfüber an Ästen

Blaumeisen bewegen sich sehr geschickt. Man sieht sie sogar oft kopfüber an Ästen hängen.

Blaumeisen hängen oft kopfüber an Ästen Blaumeisen hängen oft kopfüber an Ästen - Foto: Martin Grimm/stock.adobe.com

Intelligenz

Sie können in die Vergangenheit reisen

Blaumeisen haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Sie können sich nicht nur daran erinnern, wo sie Nahrung gefunden haben – sondern auch wann und wie. Sie können in ihrem Gedächtnis „zurückreisen“, eine Erinnerung abrufen und vor dem „inneren Auge“ nochmal erleben.

Sie sind clevere Problemlöser

In den 1920-er Jahren wurden in England Milchflaschen direkt vor die Haustür geliefert. Die Flaschen waren damals nur mit einer dünnen Folie verschlossen. Die Menschen wunderten sich, als diese irgendwann Löcher hatten. Tatsächlich hatten sich einige Blaumeisen selbst beigebracht, die Folie mit ihrem Schnabel zu öffnen, um an den fettreichen Rahm zu kommen, der oben auf der Milch schwamm. Respekt!

Sie geben ihr Wissen weiter

Diejenigen Blaumeisen, die gelernt hatten, Milchflaschen zu öffnen, haben ihr Wissen sogar an ihren Nachwuchs weitergegeben. Das hatte zur Folge, dass um das Jahr 1950 herum scheinbar jede Blaumeise diesen Trick kannte. Dieses Verhalten wurde durch die Universität Oxford (England) bestätigt.

Lebenserwartung

Blaumeisen werden für gewöhnlich etwa zwei Jahre alt. In Einzelfällen können sie bis zu acht Jahre werden. Ein beringtes Tier in der Tschechischen Republik erreichte ein Alter von elf Jahren und sieben Monaten. Der Rekord soll sogar bei 12,3 Jahren liegen.

Blaumeise Blaumeise - Foto: gallas/stock.adobe.com

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Zu den größten Feinden zählen Hausktatzen, Sperber und Eichhörnchen. Eichhörnchen und Wiesel plündern die Nester und stehlen ihre Eier und Küken.

Der Mensch

Pestizide und Insektizide

Blaumeisen ernähren sich zu 80-90 % von Schädlingen. Viele Gärtner greifen jedoch zu Pestiziden und Insektiziden, um ihre Pflanzen vor Schädlingen zu schützen. Daraus ergeben sich zwei Probleme: Erstens finden Blaumeisen dadurch weniger Beute und zweitens nehmen sie die Chemikalien über ihre Beute auf und sterben ebenfalls. Deshalb sollte man lieber zu ungiftigen Haushaltsmitteln greifen.

Krankheiten

Im März 2020 wurden in Deutschland ungewöhnlich viele kranke oder tote Blaumeisen gemeldet. Es stellte sich heraus, dass sie an einer bakteriellen Lungenentzündung litten (für Menschen und andere Tiere ungefährlich). Die Ursache war wahrscheinlich enger Kontakt mit Artgenossen – zum Beispiel an Badeschalen oder im Vogelhäuschen. Daher sollten Vogelfreunde diese immer täglich reinigen. Wer erkrankte oder tote Tiere findet, meldet sie am besten dem NABU.

Blaumeise Blaumeise - Foto: Gajus/stock.adobe.com

Bedeutung für das Ökosystem

Gärtner lieben Blaumeisen! Sie sind natürliche Schädlingsbekämpfer, denn sie ernähren sich von Blattläuse, Maden und Motten. Ein einzelnes Küken kann bis zu 100 Raupen pro Tag essen. Bei 10 Küken sind das 1.000 Raupen! Außerdem verbreiten die Vögel Samen, aus denen neue Pflanzen wachsen. 

Blaumeisen in den Garten locken

Wer Blaumeisen mag und ihnen einen schönen Lebensraum bieten will, hat mehrere Möglichkeiten. Wichtig ist vor allem: Finger weg von Schädlingsbekämpfungsmitteln – denn sie schaden auch den Blaumeisen.

Leckeres Futter

Was ist verlockender als Futter? Um Blaumeisen anzulocken eignen sich Meisenknödel (ohne Netz!) und Vogelhäuschen mit Vogelfutter.

Schöne Badeschale

Auch eine Badeschale mit täglich (!) frischem Wasser wird von Blaumeisen gerne besucht. Sie baden gerne und häufig.

Passender Nistkasten

Wer einen Garten hat, kann einen Nistkasten aufhängen. Die Öffnung sollte 26 bis 28 mm betragen. So hält man die größere Kohlmeise davon ab, den Nistkasten für sich zu beanspruchen.

Blaumeisen brüten gerne in Niskästen Blaumeisen brüten gerne in Niskästen - Foto: turtles2/stock.adobe.com

Fortpflanzung

Paarungs- und Brutzeit

Ende Januar/Anfang Februar machen sich männliche Blaumeisen bereits auf die Suche nach einer Partnerin und versuchen, sie mit Gesang anzulocken. Wenn sich ein Pärchen gefunden hat, bleibt es für die Brutzeit zusammen. Gebrütet wird von April bis Juni.

Nestbau

Ab April beginnt das Weibchen Moos, Federn und andere weiche Materialien für ihr becherförmiges Nest zu sammeln. Sie baut es in Baumhöhlen, Mauerspalten oder Nistkästen.

Eier

Das Weibchen legt 6-12 Eier und bebrütet diese 12-16 Tage lang. Während dieser Zeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Küken

Bei den Blaumeisen versorgen beide Elternteile die Babys mit Futter. Es heißt, sie sammeln bis zu 10.000 Raupen für ein Gelege. Nach etwa drei Wochen sind die Küken groß und kräftig genug, das Nest zu verlassen.

Blaumeise Blaumeise - Foto: Bruno Mader/stock.adobe.com

Fun Facts

Auf Englisch

Auf Englisch heißt die Blaumeise „Eurasian blue tit“. „Tit“ ist das Wort für Meise. „Blue“ bedeutet natürlich „Blau“ und „Eurasian“ steht für den Lebensraum in Eurasien (Europa und Asien).

Die Blaumeise ist verwandt mit:

  • Bartmeise
  • Haubenmeise
  • Kohlmeise
  • Schwanzmeise
  • Sumpfmeise
  • Tannenmeise
  • Weidenmeise

Weitere Tiere im Lebensraum:


Quellen:

  • Aktualisiert am

Alle Sperlingsvögel im Überblick


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