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Schnabeltier

Steckbrief Schnabeltier
Größe bis 60 cm
Geschwindigkeit bis 35 km/h
Gewicht bis 2,4 kg
Lebensdauer 15-20 Jahre
Ernährung Insekten, Schnecken, Krebse
Feinde Füchse, Schlangen, Krokodile
Lebensraum Ost-Australien, Tasmanien
Ordnung Kloakentiere
Familie Schnabeltiere
Wissenschaftl. Name Ornithorhynchus anatinus
Merkmale Entenschnabel, Paddelfüße, eierlegendes Säugetier

Schnabeltiere sind eierlegende Säugetiere, die in Australien leben. Sie werden auch als „lebende Fossilien“ bezeichnet. Man nennt sie so, weil sie sich über einen langen Zeitraum hinweg kaum verändert haben. Sie sahen schon vor 100.000 Jahren genauso aus wie jetzt - und vielleicht sogar noch länger. Die Tiere gehören zur Familie der „Kloakentiere“, weil ihre Geschlechts- und Ausscheidungsorgane in der selben Öffnung münden (der sogenannten Kloake). Es gibt nur fünf Kloakentierarten: das Schnabeltier und vier Ameisenigelarten.

Was ist das Schnabeltier für ein Tier?

Das Schnabeltier ist eines der merkwürdigsten Tiere der Welt. Es scheint aus vielen Tieren zusammengesetzt worden zu sein. Äußerlich erinnert es an folgende Tiere:

  • Ente (Schnabel)
  • Biber (Schwanz, Schwimmfüße)
  • Bär (Krallen)
  • Otter (Pelz)
  • Frosch (Schwimmhaut)

Zuerst hielt man das Schnabeltier für eine „Fälschung“ und glaubte, dass ein Entenschnabel an einen Biber genäht wurde. Auch Charles Darwin staunte 1836 nicht schlecht, als er dieses außergewöhnliche Tier entdeckte und schrieb in sein Tagebuch: „Glaubt jemand nur seinem eigenen Verstande, könnte er ausrufen: Gewiss müssen hier zwei verschiedene Schöpfer am Werk gewesen sein.“

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben 2021 herausgefunden, dass Schnabeltiere nicht nur wie eine Mischung aus mehreren Tieren aussehen, sondern es tatsächlich auch sind. Ihrem Erbgut nach sind sie sowohl Säugetier, als auch Vogel und Reptil.

Schnabeltier Schnabeltier - Foto: worldswildlifewonders/Shutterstock

Wie Schnabeltiere jagen

Das Schnabeltier lebt hauptsächlich an Bächen und Flüssen, wo es im Wasser nach Futter stöbert. Da es fast blind und taub ist, hat es eine besondere Strategie entwickelt, um Beute aufzuspüren. Über seinen Schnabel nimmt es wie mit einer Antenne elektrische Signale anderer Tiere wahr. Diese entstehen durch das Anspannen von Muskeln, z. B. wenn ein Tier aufgescheucht wurde und die Flucht ergreifen will.

Aus diesem Grund bewegt das Schnabeltier seinen Schnabel auf der Jagd auch immer hin und her, um möglichst genau den Ursprung der Signale zu bestimmen. Da es keine Zähne hat, zerquetscht es seine Beute mit den beiden Schnabelplatten.

Wie Schabeltiere schwimmen

Das Schnabeltier verschließt beim Schwimmen seine Augen, Ohren und Nasenlöcher. Wie ein Propeller schraubt es sich mit Hilfe seiner Vorderfüße vorwärts. Mit den Hinterfüßen bremst und steuert es.

Schnabeltier Schnabeltier - Foto: John CarnemollaShutterstock

Schnabeltiere haben einen giftigen Stachel

Männliche Schnabeltiere besitzen einen giftigen Stachel am Hinterbein. Es dient den Männchen im Kampf um Weibchen. Wenn ein Mensch mit diesem Gift in Berührung kommt, ist dies zwar nicht tödlich, kann aber Schmerzen verursachen, die Monate lang (!) anhalten können.

Fortpflanzung

Schnabeltiere sind Einzelgänger und treffen sich nur zur Paarung. Danach legt das Weibchen zwei bis drei Eier, die sie etwa 10 Tage bebrütet. Dann schlüpfen die Jungen. Aufgezogen werden sie in einem Erdbau, der mit weichen Pflanzen gepolstert ist.

Schnabeltiere schwitzen Milch

Normalerweise saugen Säugetierbabys an den Brustwarzen der Mutter, um Muttermilch zu trinken. Schnabeltiere haben aber keine Brustwarzen. Dafür besitzen sie Brustdrüsen, die eigentlich umgebildete Schweißdrüsen sind. Sie „schwitzen“ die Milch für ihre Jungen quasi aus. Die kleinen müssen einfach nur am Fell der Mutter lecken. Echt schräg, oder?

Schnabeltier Schnabeltier - Foto: John CarnemollaShutterstock

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