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Frühlingsmistkäfer

Frühlingsmistkäfer Frühlingsmistkäfer - Foto: Florian Andronache/Shutterstock

Steckbrief Frühlingsmistkäfer

Größe 12-20 mm
Geschwindigkeit Nicht bekannt
Gewicht Nicht bekannt
Lebensdauer 1-2 Jahre
Nahrung Frischer Dung
Feinde Vögel, Schlangen
Verbreitung Europa
Lebensraum Wald, sandige Böden
Ordnung Käfer
Unterordnung Polyphaga
Familie Mistkäfer
Wissenschaftl. Name Trypocopris vernalis
Merkmale Mistkäfer, der früh im Jahr aktiv ist, betreibt Brutpflege

Merkmale und Besonderheiten

Der Frühlingsmistkäfer ist ein kleiner Käfer aus der Familie der Mistkäfer. Er lebt in Wäldern und mag vor allem warme, sandige Böden. Er ist einer der häufigsten Mistkäfer in Europa und auch einer der kleinsten.

Frühlingsmistkäfer Frühlingsmistkäfer - Foto: Himilsbah/Shutterstock

Name

Frühlingsmistkäfer tauchen mit den ersten Sonnenstrahlen im März auf. Daher ihr Name. Am häufigsten kann man sie jedoch zwischen Mai und Juli beobachten. Ab August geht ihre Zahl zurück und ab Oktober sind sie gar nicht mehr aktiv. Von allen Mistkäfern ist nur der Stierkäfer früher „auf den Beinen“ als der Frühlingsmistkäfer.

Verbreitung und Lebensraum

Frühlingsmistkäfer findet man vor allem in Mitteleuropa, teilweise auch in Nord- und Südeuropa. Ihr Lebensraum sind offene Wälder und am häufigsten sind sie in Nadelwäldern anzutreffen. Sie mögen außerdem lockere Böden mit feinkörnigem Sand.

Wo leben Mistkäfer? Wo leben Mistkäfer? - Illustration

Lebensweise

Frühlingsmistkäfer sind Einzelgänger. Sie sind tagaktiv und verbringen die meiste Zeit damit, nach frischem Tierkot zu suchen. Am aktivsten sind sie, wenn es schön warm ist und die Sonne auf den Boden scheint.

Frühlingsmistkäfer Körperbau und Aussehen Frühlingsmistkäfer Körperbau und Aussehen - Foto: AnRo0002 [CC0 1.0], via Wikimedia Commons

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Frühlingsmistkäfer werden 12-20 mm lang. Der Gemeine Mistkäfer und der Stierkäfer sind beinahe doppelt so groß.

Panzer

Im Gegensatz zu anderen Mistkäfern sind die Rillen auf dem Panzer des Frühlingsmistkäfers weniger stark ausgeprägt. Die Oberfläche schimmert metallisch, meist blau, grün oder blauschwarz. Auf den Nordseeinseln krabbeln sogar dunkelviolette Frühlingsmistkäfer umher. Sie haben dort eine eigene Bezeichnung: Trypocopris vernalis insularis. „Insula“ ist lateinisch und heißt Insel.

Beine

Die Beine des Frühlingsmistkäfers sehen aus, als wären sie „befiedert“ - wie bei einem Vogel. Es sind natürlich keine echten Federn. Es sind dünne Borsten, die beim Frühlingsmistkäfer länger und dichter sind als bei anderen Mistkäfern.

Verhalten

Ab Oktober überwintern erwachsene Frühlingsmistkäfer im Boden. Sie graben sich 10-30 cm tief ein und warten in einer kleinen Ruhekammer bis zum Frühling. Sobald der Boden eine Temperatur von 10-12 Grad Celsius hat, erwachen sie aus ihrer Kältestarre und kommen an die Oberfläche.

Frühlingsmistkäfer Frühlingsmistkäfer - Foto: PeterVrabel/Shutterstock

Sinne und Fähigkeiten

Geruchssinn

Frühlingsmistkäfer haben einen feinen Geruchssinn – mit ihm spüren sie frischen Tierkot auf.

Tastsinn

Frühlingsmistkäfer ertasten die Beschaffenheit des Boden und ihrer Nahrung mit Hilfe der Borsten an ihren Beinen.

Lebenserwartung

Frühlingsmistkäfer werden 1-2 Jahre alt. Die meiste Zeit leben sie als Larve im Boden: für etwa 10 Monate. Wenn sie groß genug sind, verbringen sie einige Wochen bis Monate als Puppe. Über der Erde leben sie für etwa 3-6 Monate.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Amseln, Raben, Krähen, Staren, Spechte, Igel, Dachse, Wildschweine – der Frühlingsmistkäfer hat zahlreiche Feinde!

Der Mensch

Nutz- und Haustiere erhalten häufig Medikamente, beispielsweise auch, um sie zu entwurmen. Diese werden mit dem Kot wieder ausgeschieden. Genau diesen Kot sammeln die Käfereltern für ihre Larven. Leider ist er für sie hochgiftig und tötet sie. Ein weiteres Problem ist, dass viele Nutztiere ganzjährig in Ställen gehalten werden, so dass es insgesamt weniger Kot gibt, also zu wenig Nahrung.

Bedeutung für das Ökosystem

Der Frühlingsmistkäfer ist ein kleiner Held für die Natur. Er ernährt sich von Tierkot und sorgt auf diese Weise für den Abbau organischen Materials. Da er für seinen Nachwuchs Tunnel baut, belüftet er außerdem den Boden und reichert ihn mit Nährstoffen an.

Wann kann man Mistkäfer beoachten? Wann kann man Mistkäfer beoachten? - Illustration

Fortpflanzung

Frühlingsmistkäfer gehören zu den wenigen Insekten, die Brutpflege betreiben. Sie graben gemeinsam einen Tunnel mit einer Brutkammer und mehreren seitlichen Gängen. In die Brutkammer kommt eine Kotkugel mit einem Ei und in die Gänge kommt frischer Kot als Nahrungsvorrat. Der Tunnel wird schließlich von den Eltern verschlossen, damit der Kot feucht bleibt und keine Parasiten eindringen können. Nach 1-2 Wochen schlüpft aus dem Ei eine Larve. Sie ernährt sich von den Vorräten, verpuppt sich und kommt dann als Käfer an die Oberfläche. Das dauert insgesamt 10 Monate.

Der Frühlingsmistkäfer ist verwandt mit:

  • Alpenmistkäfer
  • Blatthornkäfer
  • Erdkäfer
  • Gemeiner Mistkäfer
  • Stierkäfer
  • Waldmistkäfer
  • Zuckerkäfer

Weitere Tiere im Lebensraum:


Quellen:

  • Anoplotrupes stercorosus (Scr.) and Trypocopris vernalis (L.) (Coleoptera: Geotrupidae) visiting exposed pig carrion in forests of Central Europe: Seasonality, habitat preferences and influence of smell of decay on their abundances (https://www.dungbeetles.com.au)
  • Habitat selection by two species of dung beetle, Anoplotrupes stercorosus (Scriba) and Trypocopris vernalis (L.) (Coleoptera: Geotrupidae), changes with stand age in a fresh pine forest (https://open.icm.edu.pl)
  • Seasonality and habitat preferences of dung beetles (Coleoptera: Geotrupidae) attracted to moose (Alces alces) dung (https://www.ibles.pl)
  • Biogeographical patterns of genetic differentiation in dung beetles of the genus Trypocopris (Coleoptera, Geotrupidae) inferred from mtDNA and AFLP analyses (https://cir.nii.ac.jp)
  • Anoplotrupes stercorosus (Scr.) and Trypocopris vernalis (L.) (Coleoptera: Geotrupidae) visiting exposed pig carrion in forests of Central Europe: seasonality, habitat preferences and influence of smell of decay on their abundances (https://www.researchgate.net)
  • Aktualisiert am

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