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Hummel

Steckbrief Hummel
Größe 8-23 mm, 18-43 mm (Spannweite)
Geschwindigkeit bis 20 km/h; bis zu 200 Flügelschläge pro Sekunde
Gewicht nicht bekannt
Lebensdauer 2-4 Wochen (Arbeiter, Drohnen); 1 Jahr (Königin)
Ernährung Nektar, Pollen
Feinde Kuckuckshummel, Große Wollbiene, Wachsmotte, Bienenameisen
Lebensraum Europa, Asien, Amerika
Ordnung Echte Bienen
Familie Apinae
Wissenschaftl. Name Bombus
Merkmale rundlicher, pelziger Körper, friedlich

Es gibt etwas mehr als 250 Hummelarten, 36 davon leben in Deutschland, z. B. die Erdhummel, Steinhummel, Waldhummel, Wiesenhummel und Gartenhummel. Hummeln sind in Deutschland - ebenso wie Bienen und Hornissen - eine geschützte Tierart. Sie leben in so genannten „gemäßigten“ Klimazonen (weder heiß noch kalt) und in eher kalten Klimazonen. Wie sie mit kalten Temperaturen zurecht kommen, erfährst du weiter unten.

Das Hummelvolk

Ein Hummelvolk besteht - je nach Art - aus bis zu 600 Tieren. Das ist deutlich weniger als bei Bienenvölkern, die aus 10.000-80.000 Tieren bestehen. Die meisten Hummeln sind Arbeiterinnen. Außerdem gibt es Männchen (sie heißen Drohnen) und Jungköniginnen.

Wo bauen Hummeln ihr Nest?

Hummeln bauen ihre Nester in kleinen Erdhöhlen, in Moosschichten, hohlen Baumstämmen oder auch verlassenen Vogelnestern.

Hummel Hummel - Foto: Ian Grainger/Shutterstock

Wie in Hummelvolk entsteht

Im Frühjahr formt die Königin aus Wachs eine Zelle, legt dort so genanntes „Bienenbrot“ (Nektar und Pollen) hinein und darauf die Eier. Diese bebrütet sie bei 38 Grad Celsius, bis die Larven schlüpfen. Dann beißt sie die Wachszellen auf und beginnt, sie zu füttern. Die Larven verpuppen und verwandeln sich durch Metamorphose in „fertige“ Hummeln. Das dauert etwa 10 Tage.

Wie lange leben Hummeln?

Eine Hummelkönigin lebt etwa 12 Monate, die Arbeiterinnen 2-3 Wochen und die Drohnen etwa vier Wochen. Die Königin verbringt die meiste Zeit in Winterruhe und bildet im Frühjahr ihr Volk. Im Sommer schlüpfen die Jungköniginnen und im Spätsommer stirbt die „alte“ Königin, ebenso wie der Rest des Volkes. Die neuen Königinnen suchen sich dann im Herbst ihrerseits ein Winterquartier. Von 100 Jungköniginnen schaffen es meist nur drei Tiere, im nächsten Frühjahr ein neues Volk zu gründen.

Wieso können Hummeln fliegen?

Wie kann ein Insekt fliegen, das so kleine, kurze Flügel und einen so großen, rundlichen Körper hat? Das hat die Wissenschaftler lange beschäftigt. Die Antwort ist: Hummeln schlagen nicht gleichzeitig mit beiden Flügeln, sondern zeitlich versetzt. Dadurch entsteht ein Luftwirbel, ein ganz kleiner Mini-Tornado (das ist kein Scherz!). Dieser sorgt dafür, dass über den Flügeln Unterdruck herrscht, also ein geringerer Druck als in der Umgebung. Die Hummel wird dadurch etwas nach oben gesaugt. Man nennt diesen Effekt auch „Tornado-Effekt“.

Unterdruck kennst du im Alltag z. B. von Saugnäpfen. Der maximal mögliche Unterdruck ist das Vakuum (etwa wie im Weltraum).

Hummel Hummel - Foto: Daniel Prudek/Shutterstock

Bedeutung für das Ökosystem

Warum sind Hummeln so wichtig für die Natur? Bei der Bestäubung von Pflanzen denken wir oft nur an die Honigbiene. Für ein gesundes Ökosystem sind aber insbesondere Wildbienen und Hummeln wichtig, weil sie eine größere Vielfalt an Pflanzenarten bestäuben. Hummeln fliegen außerdem schon bei 6 Grad Celsius, während Honigbienen das erst bei 10 Grad Celsius tun. Hummelköniginnen sind sogar schon ab 2 Grad Celsius unterwegs.

Hummeln macht Kälte nichts aus

Ihr pelziger Flaum hält die Hummeln zwar schön warm, aber um die richtige „Betriebstemperatur“ zum Fliegen zu haben, lassen die Insekten ihre Muskeln ganz schnell zittern - ähnlich wie es uns Menschen unwillkürlich passiert, wenn wir frieren. Auf diese Weise wird der Hummel so warm, dass sie fliegen kann.

Hummelnest mit Klimaanlage

Im Sommer kann es in einem Hummel-Nest ganz schön heiß werden. Aber die pelzigen Tierchen wissen sich zu helfen: Um für frische Luft und kühlere Temperaturen zu sorgen, wedeln sie am Eingang zum Nest mit den Flügeln!

Hummelnest-Eingang Hummelnest-Eingang - Foto: Chris Moody/Shutterstock

Hummeln sind ständig hungrig

Hummeln haben seinen sehr schnellen Stoffwechsel und müssen quasi ständig essen. Selbst wenn sie einen vollen Magen haben, können sie nur 40 Minuten lang fliegen, bevor sie verhungern.

Warum sieht man im Spätsommer tote Hummeln?

Im Spätsommer verblühen viele Pflanzen, wodurch es zunehmend schwieriger wird, ausreichend Nektar und Pollen zu finden. Besonders unter Lindenbäumen findet man häufig tote Hummeln. Die Blüten dieses Baumes haben so wenig Nektar, dass die Tiere mehr Energie verbrauchen, um sie anzufliegen, als sie dann wieder „auftanken“ können. Besonders schwierig für Hummeln und Wildbienen sind außerdem die kargen, gepflasterten und geschotterten Steingärten vor Hauseingängen. Man nennt sie etwas scherzhaft auch „Gärten des Grauens“.

Kann eine Hummel stechen?

Ja! Hummeln können stechen, aber sie sind im Gegensatz zu Bienen und Wespen sehr friedlich und stechen extrem selten. Sollten sie sich doch einmal bedroht fühlen, strecken sie einem den Stachel entgegen und brummen laut. Ihr Stachel hat keine Widerhaken, das heißt, sie sterben nicht nach einem Stich, sondern leben weiter.

Hummelnest im Moos Hummelnest im Moos - Foto: Krasowit/Shutterstock

Hummeln helfen

1. Hummeln füttern Junge Hummelköniginnen finden nach dem Winter nicht immer schnell genug Futter. Wer eine entkräftete Hummel sieht, löst einen halben Teelöffel Zucker in handwarmen Wasser auf und bietet ihn ihr in einem Löffel an.

2. Wildpflanzen im Garten Wildpflanzen bilden in ihren Blüten reichlich Nektar, der für die Hummeln so wichtig ist. Achtung: Nicht alle Blumen erzeugen ausreichend Nektar. Geranien haben z. B. viele Blüten, aber kaum Nektar. Am besten informiert man sich vor dem Kauf über „bienenfreundliche“ Pflanzen.

3. Hummelkästen aufstellen Hummeln nehmen als Platz zum Nisten gerne Hummelkästen an. Man kann sie im Baumarkt/Fachhandel kaufen oder selber basteln. Beim NABU (Naturschutzbund) gibt es eine Anleitung dazu.

Die größte Hummel

Die größte Hummel der Welt lebt in Patagonien (Südamerika). Die Art nennt sich Bombus dahlbomii. Sie wird 0,5 bis 1,5 g schwer und 4 cm lang.

Hummel Hummel - Foto: Ant Cooper/Shutterstock

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