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Maulwurf

Steckbrief Maulwurf

Größe 12-16 cm (davon der Schwanz ca. 4 cm)
Geschwindigkeit bis 4 km/h
Gewicht bis 128 g
Lebensdauer 3-6 Jahre
Nahrung Regenwürmer, Insekten, Larven
Feinde Katzen, Eulen, Füchse
Lebensraum Mittel- und Osteuropa, Nordamerika
Ordnung Insektenfresser
Familie Maulwürfe
Wissenschaftl. Name Talpidae
Merkmale walzenförmiger Körper, große "Schaufel"-Hände

Merkmale und Besonderheiten

Maulwürfe sind kleine Säugetiere, die mit ihren Schaufelhänden unter der Erde Tunnel graben und den „Bauschutt“ an die Erdoberfläche drücken - wodurch die berühmten Maulwurfshügel entstehen. Maulwürfe gehören zu den so genannten Insektenfressern. Es gibt rund 450 Arten von Insektenfressern, vor allem Spitzmäuse (über 350 Arten) und Igel (24 Arten).

Leben unter der Erde

Selbst auf dem Land bekommt man den Maulwurf so gut wie nie zu Gesicht. Er lebt die meiste Zeit unter der Erde und der einzige Beweis für den neuen „Mitbewohner“ im Garten sind oft die Maulwurfshügel, die wie aus dem Nichts auftauchen. Zur Freude der Besitzer natürlich rein zufällig immer nur auf den am schönsten, gepflegtesten Rasen. Unter der Erde lebt und arbeitet er wie ein Schichtarbeiter: 4 Stunden lang gräbt, jagt und isst er. Danach schläft er 4 Stunden. Jede Schicht wiederholt sich drei mal am Tag.

Maulwurf Maulwurf - Foto: Santia/Shutterstock

Können Maulwürfe gut sehen?

Nein, der Maulwurf sieht unglaublich schlecht. Seine kleinen Knopfaugen nehmen nur Unterschiede zwischen Hell und Dunkel wahr. Zu mehr braucht er sie aber auch nicht, schließlich lebt er unter der Erde.

Können Maulwürfe gut hören?

Der Gehörsinn ist beim Maulwurf wenig ausgeprägt. Dafür kann er mit den Haaren „hören“. Diese nehmen kleinste Erschütterungen, Schwingungen, Bewegungen, ja sogar Luftdruckveränderungen auf und leiten sie als Info an das Hirn des kleinen Buddlers weiter. So ist er immer zur Stelle, wenn ein Regenwurm mit einem (für ihn) lauten Plumps in einen seiner Gänge fällt.

Dafür sind sein Tastsinn und sein Geruchsinn ausgezeichnet. Mit seinem Rüssel ertastet und spürt er, wenn sich Insekten bewegen. Außerdem riechen sie ihre Beutetiere mit ihrer feinen Nase.

Wie schnell ist ein Maulwurf?

Der kleine Insektenfresser schafft ein flottes Tempo von 4 km/h und ist damit so schnell wie ein Mensch, der eine Straße entlang läuft.

Maulwurf Maulwurf - Foto: Robert Hoetink/Shutterstock

Das Tunnelsystem oder auch „Die Wurmfalle“

Der Maulwurf gräbt komplexe Tunnelsysteme, die bis zu 200 m lang werden und bis 70 cm tief unter der Erde liegen. Zusätzlich zu einem „Schlafzimmer“ richtet er sich auch eine Nist- und eine Vorratskammer ein. Die meisten Tunnel sind aber nichts anderes als „Wurmfallen“. Ohne Futter kann der Maulwurf nur knapp 24 Stunden überleben. Wenn er nach einer Mahlzeit noch Regenwürmer übrig hat, verstaut er sie deshalb als lebendes Futter in einer speziellen Vorratskammer.

Maulwürfe haben ein besonderes Fell

Fell und Haare wachsen meistens in eine bestimmte Richtung. Die Haare des Maulwurfs haben jedoch keine bestimmte Wuchsrichtung. Sie können sich frei in jede Richtung bewegen. Deshalb kann er auch so gut durch die engen Tunnel wetzen (mit einem Affenzahn, übrigens). Er schlägt sogar Purzelbäume unter der Erde – immer dann, wenn er sich in einem Gang in die entgegengesetzte Richtung drehen möchte.

Maulwurf Maulwurf - Foto: Morphart Creation/Shutterstock

Welche Feinde hat ein Maulwurf?

Sowohl über als auch unter der Erde hat der Maulwurf Feinde. Unter freiem Himmel werden ihm Eulen, Bussarde und Raben zum Verhängnis. Hochwasser und Bodenfrost können ihn das Leben unter der Erde kosten.

Wie alt werden Maulwürfe?

Normalerweise leben sie 2,5 Jahre, aber maximal 5 Jahre.

Maulwürfe sind Einzelgänger

Der Maulwurf ist nicht besonders gesellig und greift andere Maulwürfe in der Regel an. Es sei denn, es ist Paarungszeit und der andere Maulwurf ist eine Dame. Ihr Treffen verläuft jedoch alles andere als romantisch. Die beiden bleiben nur wenige Stunden zusammen und gehen danach getrennte Wege.

Maulwurf Maulwurf - Foto: Marcin Pawinski/Shutterstock

Schädling oder Umweltschützer?

Wie auch immer man vom Maulwurf denkt: Sobald er sich im eigenen Garten häuslich eingerichtet hat, gibt es in den meisten Fällen „Krieg“. Dabei verursachen Maulwürfe in ihrem natürlichen Lebensraum wenig Probleme. Im Gegenteil.

Sie graben die Erde um, belüften sie und machen sie fruchtbar. Genau das ist den Bauern jedoch ein Dorn im Auge. Die Wurzeln der jungen Nutzpflanzen nehmen dabei großen Schaden oder sterben sogar ab.

Zahlreiche Tricks und Wundermittel sollen Maulwürfe verscheuchen. Dazu gehören Eierschalen, Mottenkugeln und Stechpalmen, die in die Hügel gelegt werden. Die Folge: Dem Maulwurf wird bestenfalls ein Ausgang verbaut.

Er legt kurzerhand in der Nähe einen neuen an. So hat man noch mehr Hügel als vorher. Auch mit chemischen Mitteln werden Maulwürfe bekämpft, die zum Glück größtenteils verboten sind.

Gentleman in schwarzem Pelz

Wilhelm III, König von England, Schottland und Irland fiel 1702 bei einem Ausritt in London vom Pferd. Der Grund: Sein Pferd stolperte über einen Maulwurfshügel. Der König erlitt Knochenbrüche, bekam später Fieber und starb. Die Jakobiten (Anhänger von König Jakob, der von Wilhelm vertrieben wurde) waren darüber nicht besonders traurig, denn sie wurden unter König Wilhelm verfolgt. Die Jakobiten nennen den Maulwurf daher „Gentleman in schwarzen Samt“.

Hinweis: Auf unserer Webseite werden Tiere für Kinder erklärt. Solange du Schüler bist, darfst du die Infos gerne als Grundlage zum Lernen, für dein Referat, Plakat, Arbeitsblatt, Vortrag, Präsentation oder Hausaufgabe im Unterricht in der Schule verwenden.