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Maulwurf

Steckbrief Maulwurf

Größe 12-16 cm (Körperlänge)
Geschwindigkeit bis 4 km/h
Gewicht bis 128 g
Lebensdauer 3-6 Jahre
Nahrung Regenwürmer, Insekten, Larven
Feinde Katzen, Eulen, Füchse
Verbreitung Europa, Nordamerika
Lebensraum Wiese, Garten, Laubwald
Ordnung Insektenfresser
Familie Maulwürfe
Wissenschaftl. Name Talpidae
Merkmale walzenförmiger Körper, große Schaufelhände

Merkmale und Besonderheiten

Maulwürfe sind kleine Säugetiere, die mit ihren Schaufelhänden unter der Erde Tunnel graben und den „Bauschutt“ an die Erdoberfläche drücken - wodurch die berühmten Maulwurfshügel entstehen. Maulwürfe gehören zu den so genannten Insektenfressern. Es gibt rund 450 Arten von Insektenfressern, darunter sind vor allem Spitzmäuse (über 350 Arten) und Igel (24 Arten).

Maulwurf Foto: Santia/Shutterstock

Körperbau und Aussehen

Körperbau

Maulwürfe haben einen walzenförmigen Körper, schaufelartige Hände, ein samtiges, dunkelgraues Fell und zurückgebildete Augen.


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Größe und Gewicht

Maulwürfe haben eine Körperlänge von etwa 12-16 cm. Der Schwanz wird 2,5 bis 4 cm lang. Sie wiegen 70-130 g. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen.

Fell

Fell und Haare wachsen meistens in eine bestimmte Richtung. Die Haare des Maulwurfs haben jedoch keine bestimmte Wuchsrichtung. Sie können sich frei in jede Richtung bewegen. Deshalb kann er auch so gut durch die engen Tunnel wetzen (mit einem Affenzahn, übrigens).

Maulwurf Foto: Robert Hoetink/Shutterstock

Lebensweise

Einzelgänger

Der Maulwurf ist nicht besonders gesellig und greift andere Maulwürfe in der Regel an. Es sei denn, es ist Paarungszeit und der Artgenosse ist ein Weibchen. Ihr Treffen verläuft jedoch alles andere als romantisch. Die beiden bleiben nur wenige Stunden zusammen und gehen danach getrennte Wege.


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Leben unter der Erde

Maulwürfe sind tag- und nachtaktiv. Sie leben die meiste Zeit unter der Erde. Selbst auf dem Land bekommt man den Maulwurf so gut wie nie zu Gesicht. Der einzige Beweis für den neuen „Mitbewohner“ im Garten sind oft die Maulwurfshügel, die wie aus dem Nichts auftauchen. Zur Freude der Besitzer natürlich rein zufällig immer auf den schönsten und gepflegtesten Rasen. Unter der Erde lebt und arbeitet der Maulwurf wie ein Schichtarbeiter: Er gräbt vier Stunden lang, jagt vier Stunden lang, sucht vier Stunden lang Nahrung und schläft danach vier Stunden.

Das Tunnelsystem oder auch „Die Wurmfalle“

Der Maulwurf gräbt verzweigte Tunnelsysteme, die bis zu 200 m lang werden und bis zu 70 cm tief unter der Erde liegen. Zusätzlich zu einem „Schlafzimmer“ richtet er sich auch eine Nist- und eine Vorratskammer ein. Die meisten Tunnel sind aber nichts anderes als „Wurmfallen“. Ohne Futter kann er nur knapp 24 Stunden überleben. Wenn er nach einer Mahlzeit noch Regenwürmer übrig hat, verstaut er sie deshalb als lebendes Futter in seiner Vorratskammer.

Maulwurf Foto: Morphart Creation/Shutterstock

Sinne und Fähigkeiten

Sehsinn

Maulwürfe sind nicht blind, aber sie können nicht besonders gut sehen. Ihre kleinen Knopfaugen nehmen nur Unterschiede zwischen Hell und Dunkel wahr. Zu mehr brauchen die Tiere sie aber auch nicht, schließlich leben sie unter der Erde.

Hörsinn

Auch der Hörsinn ist beim Maulwurf wenig ausgeprägt. Dafür kann er mit den Haaren „hören“. Diese nehmen kleinste Erschütterungen, Schwingungen, Bewegungen, ja sogar Luftdruckveränderungen auf und leiten sie als Info an das Hirn des kleinen Buddlers weiter. So ist er immer zur Stelle, wenn ein Regenwurm mit einem (für ihn) lauten Plumps in einen seiner Gänge fällt.

Geruchs- und Tastsinn

Dafür sind sein Geruchsinn und sein Tastsinn ausgezeichnet. Mit seiner feinen Nase riecht er seine Beutetiere und mit dem kleinen „Rüssel“ ertastet und spürt er, wenn sich Insekten bewegen. 

Verhalten

Im Winter

Der Maulwurf hält keinen Winterschlaf. Seine Tunnel liegen so tief, dass sie trotz der Kälte im Winter immer frostfrei bleiben. Bevor es kalt wird, legt er sich einen Vorrat an. Er verstaut bis zu 790 Regenwürmer in seiner Vorratskammer. Zusammen wiegen sie bis zu 1,5 kg.

Fortbewegung

Geschwindigkeit

Der kleine Insektenfresser schafft ein flottes Tempo von 4 km/h und ist damit so schnell wie ein Mensch, der eine Straße entlang läuft.

Wendigkeit

Der Maulwurf schlägt Purzelbäume unter der Erde – immer dann, wenn er sich in einem Gang in die entgegengesetzte Richtung drehen möchte.

Maulwurf Foto: Marcin Pawinski/Shutterstock

Lebenserwartung

Normalerweise leben sie drei Jahre, aber maximal sechs Jahre.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Sowohl über als auch unter der Erde hat der Maulwurf Feinde. Unter freiem Himmel werden ihm Eulen, Bussarde und Raben zum Verhängnis. Hochwasser und Bodenfrost können ihn das Leben unter der Erde kosten.

Einfluss des Menschen

Sobald er sich im eigenen Garten oder auf dem Acker des Bauern häuslich eingerichtet hat, gibt es in den meisten Fällen „Krieg“. Die Wurzeln der jungen Pflanzen nehmen Schaden, wenn er die Erde umgräbt. Zahlreiche Tricks und Wundermittel sollen Maulwürfe verscheuchen. Dazu gehören Eierschalen, Mottenkugeln und Stechpalmen, die in die Hügel gelegt werden. Die Folge: Dem Maulwurf wird bestenfalls ein Ausgang verbaut. Er legt kurzerhand in der Nähe einen neuen an. So hat man noch mehr Hügel als vorher. Auch mit chemischen Mitteln werden Maulwürfe bekämpft. Zum Glück sind die meisten verboten.

Geschützte Tierart

Maulwürfe sind in Deutschland eine geschützte Tierart. Man darf sie nicht fangen, verletzen oder sogar töten.

Bedeutung für das Ökosystem

Maulwürfe graben die Erde um, belüften sie und machen sie fruchtbar.

Fortpflanzung

Etwa vier Wochen nach der Paarung kommen drei bis fünf Jungen zur Welt. Sie sind zunächst nackt und blind. Nach 22 Tagen öffnen die Augen. Nach 33 Tagen verlassen sie das Nest und nach sechs Wochen sind sie bereits so erwachsen, dass sie sich ihr eigenes Revier suchen.

Fun Facts

Gentleman in schwarzem Pelz

Wilhelm III, König von England, Schottland und Irland, fiel 1702 bei einem Ausritt in London vom Pferd. Der Grund: Sein Pferd stolperte über einen Maulwurfshügel. Der König erlitt Knochenbrüche, bekam später Fieber und starb. Die Jakobiten (Anhänger von König Jakob, der von Wilhelm vertrieben wurde) waren darüber nicht besonders traurig, denn sie wurden unter König Wilhelm verfolgt. Die Jakobiten nennen den Maulwurf daher „Gentleman in schwarzem Samt“.

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