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Warum Fledermäuse gegen Mauern fliegen

  • Fledermäuse orientieren sich durch Echoortung.
  • Obwohl sie dadurch Wände erkennen, fliegen sie manchmal gegen sie.
  • Das liegt an eine fehlerhaften Wahrnehmung.

Fledermäuse sind wahre Meister der Echoortung. Während sie durch die Luft fliegen stoßen sie Schallwellen aus und wissen jederzeit, wo sie sich selbst befinden und, was um sie herum ist: von kleinen Mücken über Bäume bis hin zu Wänden. Trotzdem fliegen sie manchmal gegen Mauern, als ob sie deren Echo (zurückkehrende Schallwellen) nicht gehört hätten.

Forscher der Universität Tel Aviv (Israel) haben sich damit beschäftigt. Sie ließen Fledermäuse in einem Raum mit unterschiedlichen Gegenständen und Oberflächen fliegen. Die Tiere flogen vor allem gegen eine Wand mit schwammartiger Oberfläche. Diese Struktur warf so gut wie keine Schallwellen zurück.

Das kann man sich vorstellen wie in einem professionellen Ton-Studio (z. B. bei der Synchronisierung von Filmen), dessen Wände mit Eierkartons oder Noppen-Schaumstoff ausgekleidet sind. Dadurch wird das Echo verringert und vor allem harte und hohe Töne, „verschluckt“.

Eine große Wand mit wenig Echo ist aber für die Tiere „nicht schlüssig“. Sie erkannten zwar, dass dort etwas ist, konnten es aber nicht richtig einschätzen, weil große Objekte eigentlich ein großes Echo und kleine Objekte ein kleines Echo erzeugen. Das passte sozusagen nicht zusammen. Es ist in etwa vergleichbar mit einem Menschen, der gegen eine Glastür läuft. Er hat sie zumindest unterbewusst bemerkt, aber trotzdem nicht erkannt.

Quelle: https://phys.org, https://www.pnas.org

Fledermäuse Fledermäuse - Foto: Claudio Gabriel Gonda/Shutterstock