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Blaufußtölpel

Foto: BlueOrange Studio/Shutterstock

Steckbrief Blaufußtölpel

Größe 70-90 cm (bis 1,5 m Spannweite)
Geschwindigkeit Bis 97 km/h (im Sturzflug)
Gewicht 1,3-1,5 kg
Lebensdauer 15-17 Jahre
Nahrung Sardinen, Sardellen, Makrelen, Fische, Tintenfische
Feinde Fregattvögel, Eulen, Greifvögel, Schlangen
Verbreitung Mexiko, Ecuador, Peru, Galápagos
Lebensraum Hochsee, Meer, Küste, Felsen
Ordnung Ruderfüßer
Familie Tölpel
Wissenschaftl. Name Sula nebouxii
Merkmale Meeresvogel mit auffälligen knallblauen Füßen

Merkmale und Besonderheiten

Der Blaufußtölpel ist ein tropischer Meeresvogel und ein wahrer Meister der Lüfte und Wellen. Sein auffälligstes Merkmal sind seine knallig blauen Füße mit den großen Schwimmhäuten. Dazu besitzt er ein stromlinienförmiges Gefieder, gelbe Augen und einen langen, graublauen Schnabel. So elegant der Blaufußtölpel in der Luft durch die Böen gleitet und so zielgenau er taucht: An Land wirkt er eher ungeschickt und watschelt unbeholfen we ein Clown mit Riesenlatschen über die Felsen.

Blaufußtölpel Foto: Steffen Foerster/Shutterstock

Arten

Der Blaufußtölpel gehört zur Familie der Tölpel (Sulidae). Zu seinen engsten Verwandten zählen:

  • Basstölpel: Der größte Vertreter der Familie, bekannt für seine Brutkolonien im Nordatlantik (z. B. auf Helgoland).
  • Rotfußtölpel: Etwas kleiner, hat knallrote Füße und nistet im Gegensatz zum Blaufußtölpel bevorzugt auf Bäumen und Büschen.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitung

Blaufußtölpel leben an den tropischen und subtropischen Küsten des östlichen Pazifiks. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Westküste Mexikos über Mittelamerika bis hinunter nach Ecuador und Peru. Besonders berühmt sind sie für ihr Vorkommen auf den Galápagos-Inseln: Etwa die Hälfte der weltweiten Gesamtzahl aller Blaufußtölpel nistet auf diesem isolierten Archipel.

Lebensraum

Als Lebensraum bevorzugen sie felsige Inseln und Küstenstreifen mit direktem Zugang zum offenen Meer, wo sie in großen Kolonien brüten.

Lebensweise

Blaufußtölpel sind tagaktive Vögel, die die helle Tageszeit auf dem offenen Meer zur gemeinsamen Jagd nutzen und die Nacht schlafend an den Felsküsten verbringen. Sie bilden Kolonien und sind sehr sozial. Während der Fortpflanzungszeit sind sie ihrem Partner treu. Viele Paare finden über mehrere Jahre hinweg immer wieder am selben Nistplatz zusammen, um gemeinsam ihre Küken großzuziehen.

Blaufußtölpel Körperbau und Aussehen Blaufußtölpel Körperbau und Aussehen - Foto: Jef/stock.adobe.com

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Mit einer Körperlänge von 70-90 cm und einer Flügelspannweite von bis zu 1,5 m gehören Blaufußtölpel zu den mittelgroßen Meeresvögeln. Sie wiegen 1,3-1,8 kg. Bei den Blaufußtölpeln gilt: Die Weibchen sind etwas größer und schwerer als die Männchen. Zudem haben Weibchen eine etwas größere Pupille im gelben Auge, wodurch ihr Blick dunkler wirkt.

Warum haben Blaufußtölpel blaue Füße?

Wieso haben Blaufußtölpel blaue Füße? Das ist nicht ganz einfach zu erklären, aber wir versuchen es mal. Zwei Dinge sind entscheidend:

  • Das Futter (Carotinoide): Blaufußtölpel nehmen über ihre Nahrung – vor allem frische Fische wie Sardinen – sogenannte Carotinoide (natürliche Farbpigmente) auf. Diese Farbstoffe lagern sich in der Haut der Füße ab. Die Carotinoide sorgen ursprünglich für einen gelblichen Farbton.
  • Sonnenlicht und Haut: Die Haut an den Füßen hat eine besondere Schicht aus faserigen Proteinen. Sie werden Strukturproteine genannt und sorgen dafür, dass die Zellen eine Art stützendes „Grundgerüst“ erhalten. Ähnlich wie bei dem optischen Effekt, der den Himmel blau erscheinen lässt, wirft seine Haut nur die kurzwelligen, blauen Lichtstrahlen zurück. In Kombination mit den gelben Pigmenten entsteht das leuchtende Türkisblau!

Erhält ein Blaufußtölpel keine frische, carotinoidreiche Nahrung mehr, verblasst die blaue Farbe seiner Füße bereits nach etwa 48 Stunden deutlich. Die Füße sind also eine direkte Anzeige für den Gesundheitszustand und die Jagdkünste des Vogels.

Blaufußtölpel Foto: Majopez/Shutterstock

Ernährung

Blaufußtölpel sind Fleischfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen fast ausschließlich kleine Schwarmfische wie Sardinen, Sardellen, Makrelen und Fliegende Fische. Gelegentlich fangen sie auch kleine Tintenfische. Blaufußtölpel jagen meist in Gruppen: Bemerkt ein Vogel einen Fischschwarm, stößt er einen Ruf aus, woraufhin sich das gesamte Geschwader gleichzeitig ins Meer stürzt.

Verhalten

Wozu brauchen Blaufußtölpel blaue Füße?

„Zeig her deine Füße, zeig her deine Schuh!“ Für das Blaufußtölpel-Männchen gibt es nichts Wichtigeres als die blaue Farbe seiner Füße. Zur Balzzeit stolziert er vor den Weibchen herum und zeigt ihnen dabei auffällig seine Füße. Einen nach dem anderen und das immer wieder. Auch wenn ein Blaufußtölpel landet, vergisst er nie, seine Fußsohlen dabei besonders hervor zu strecken. Es könnte ja ein Weibchen zusehen. Studien haben tatsächlich ergeben, dass die Farbe ein Schönheitsideal bei den Tölpeln ist und Männchen mit weniger blauen Füßen öfter alleine bleiben.

Fähigkeiten und Sinne

Geschwindigkeit

Blaufußtölpel sind schnell! Auf der Jagd nach Futter tauchen die Tölpel entweder von der Wasseroberfläche ins Wasser oder sie fliegen aus 24 m Höhe im Sturzflug ins Meer. Dabei erreichen sie einen Affenzahn: bis zu 97 km/h!

Blaufußtölpel Foto: Don Mammoser/Shutterstock

Lebenserwartung

In freier Wildbahn erreichen Blaufußtölpel im Durchschnitt ein Alter von 15-17 Jahren. Unter sehr guten Bedingungen und ohne Nahrungsmangel können einzelne Tiere auch bis zu 20 Jahre alt werden.

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

Ausgewachsene Blaufußtölpel haben auf dem Meer kaum Feinde. Gefährlicher ist es für Eier und Küken an Land. Fregattvögel sind berüchtigt dafür, Tölpeln die erbeuteten Fische in der Luft abzujagen (Kleptoparasitismus) oder unbewachte Küken aus dem Nest zu rauben. Galápagos-Bussarde und Sumpfohreulen machen Jagd auf Jungvögel.

Der Mensch

Von Menschen eingeschleppte Raubtiere wie wilde Katzen, Hunde und Ratten stellen auf Inseln eine enorme Bedrohung für Eier und Nestlinge dar.

Bedeutung für das Ökosystem

Als sogenannte Top-Prädatoren (Raubtiere an der Spitze der Nahrungskette) spielen Blaufußtölpel eine wichtige Rolle, denn sie halten die Anzahl der Fische im Gleichgewicht. Zudem transportieren sie durch ihren nährstoffreichen Kot (Guano) wertvolle Mineralien wie Phosphor und Stickstoff vom Meer an Land. Dieser Dünger ermöglicht überhaupt erst das Wachstum vieler Pflanzen auf den sonst kargen Vulkaninseln.

Blaufußtölpel Foto: BlueOrange Studio/Shutterstock

Fortpflanzung

Um die Eier warm zu halten, haben Blaufußtölpel zwei Tricks:

  • Die Fußheizung: Anders als die meisten Vögel besitzen Tölpel keinen „Brutfleck“ (eine federfreie Hautstelle am Bauch). Stattdessen legen sie ihre breiten, stark durchbluteten Schwimmhäute direkt über die Eier. Ihre Füße funktionieren sind wie eine wärmende Decke!
  • Die Kot-Mauer: Blaufußtölpel „machen“ auf ihre Eier. Ja, das ist wahr. Als kleines Blaufußtölpelchen im Ei freut man sich tierisch über eine angenehme Wärme. Zum Glück ahnen die Kleinen in ihrer Schale nicht, was um sie herum passiert. Blaufußtölpel bauen nämlich keine aufwendigen Nester aus Zweigen. Sie legen ihre Eier in eine einfache Mulde auf dem Boden. Während sie fleißig brüten, suchen sie keine „Toilette“ auf. Sie bleiben dabei einfach auf dem Ei sitzen. Die Folge: Der Kot fällt direkt um das Ei herum auf den Boden, so dass im Laufe der Zeit eine kleine kreisförmige Mauer entsteht.

Fun Facts

Warum heißt der Tölpel Tölpel?

Schon bei der deutschen Bezeichnung wird einem klar: Für besonders klug können die Entdecker diesen Vogel nicht gehalten haben. Ob sie recht haben oder nicht, Blaufußtölpel bewegen sich wirklich sehr ungeschickt. Noch dazu haben sie keine Angst vor Menschen und sind sehr leicht zu fangen. Dieses Verhalten erschien einfach etwas „doof“ und gab den Vögeln ihren Namen. Auch der englische Name Booby geht auf das spanische Wort bobo („Dummkopf“) zurück.

Der Blaufußtölpel ist verwandt mit:

  • Fregattvögel
  • Kormoran

Weitere Tiere im Lebensraum:

  • Albatros
  • Blauwal
  • Buckelwal
  • Falken
  • Raubmöwe
  • Riesensturmvögel
  • See-Elefant
  • Schlangen

Quellen:


Empfohlene Videos:

  • Aktualisiert am

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