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Die schnellsten Vögel

Wanderfalke - Foto: Brian E Kushner/Shutterstock

Von allen Tieren auf der Welt erreichen Vögel die höchsten Geschwindigkeiten. Für gewöhnlich haben sie zwei Geschwindigkeiten: eine normale (quasi für den Alltag) und eine hohe für außergewöhnliche Situationen. Auch wir Menschen sind unterschiedlich schnell, beispielsweise wenn wir gemütlich zum Bäcker schlendern oder rennen, um die U-Bahn zu erwischen. Welches Tempo können sie erreichen, wenn sie so richtig „Gas geben“? Finde es heraus!

Die Rekorde auf einen Blick:

Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel der Welt. Im steilen Sturzflug erreicht er ein Höchsttempo von über 320 km/h. Den Rekord im waagerechten Schlagflug (aktives Fliegen) hält der Stachelschwanzsegler mit bis zu 170 km/h. Beim Streckenflug hat der Graukopfalbatros mit 127 km/h die Nase vorn. Der schnellste Vogel an Land ist der Strauß mit 70 km/h. Der Eselpinguin den Rekord für den schnellsten Vogel im Wasser: Er wird 36 km/h schnell.

Wanderfalke - Foto: blackrabbit3/stock.adobe.com

Die Top 10 der schnellsten Vögel

VogelGeschwindigkeitBesonderheit
Wanderfalke 322 km/h * Sturzflug
Steinadler 240-320 km/h Sturzflug
Gerfalke 209 km/h Sturzflug
Stachelschwanzsegler 110-170 km/h *** Schlagflug **
Graukopfalbatros 127 km/h Streckenflug
Mauersegler 116 km/h Schlagflug
Rotmilan 113 km/h Sturzflug
Taube 100-120 km/h Streckenflug
Strauß 70 km/h Laufen
Eselspinguin 36 km/h Schwimmen
Rubinkehlkolibri 200 Mal pro Sekunde Flügelschlag

* Manche Quellen behaupten, dass Wanderfalken bis zu 389 km/h schnell werden. Dies wurde bislang nicht bewiesen.
** = Flugtechnik, bei der die Flügel auf und ab geschlagen werden; auch Ruderflug, Kraftflug oder Flatterflug genannt.
*** Werte nicht wissenschaftlich belegt

Der langsamste Vogel

Die Kanadaschnepfe hält den Rekord für die langsamste jemals gemessene Fluggeschwindigkeit. Sie beträgt nur 8 km/h.

Stachelschwanzsegler - Foto: Ancalagon [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Wie misst man die Geschwindigkeit von Vögeln?

Forscher messen die Geschwindigkeit mit einem Radargerät - ähnlich wie bei Geschwindigkeitskontrollen im Straßenverkehr. Genaue Messungen sind jedoch kompliziert, denn die wenigsten Vögel kann man so trainieren, dass sie ganz gerade einen Weg entlang fliegen. Bei aufwändigeren Messungen kommen sogar kleine Flugzeuge und GPS-Sender zum Einsatz. Bei starkem Gegenwind ist ein Vogel nicht so schnell wie bei Rückenwind. Deshalb benutzen Wissenschaftler zusätzlich häufig einen Windmesser.

Erstaunliche Fakten über das Flugtempo

Sind große Vögel schneller als kleine Vögel?

Interessanterweise lässt sich aufgrund der Körpergröße nicht darauf schließen, wie schnell ein Vogel ist. „Mini-Vögel“ wie die putzigen Kolibris sind teilweise so flott unterwegs wie große Gänse.

Tempo im Sturzflug vs. Horizontal-Flug

Auch wenn der Wanderfalke der schnellste Vogel ist: Mit einer Taube mithalten zu wollen, könnte ihm ganz schön Schwierigkeiten bereiten. Warum? Weil er dabei waagerecht zum Boden fliegen müsste. Seine hohe Geschwindigkeit erreicht der Wanderfalke aber nur im Sturzflug, also wenn er aus großer Höhe Richtung Boden fliegt.

Graukopfalbatros - Foto: Ancalagon [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Warum fliegen Vögel besonders schnell?

Hohes Tempo rettet Leben und hilft bei der Fortpflanzung:

  • Jagd und Flucht: Raubvögel brauchen Tempo zum Jagen. Wenn kleine Singvögel über eine weite Wiese fliegen, geben sie meist richtig Gas, weil sie dabei gut von Greifvögeln gesehen werden könnten. Sie versuchen, so schnell wie möglich zum nächsten Waldrand zu gelangen und sich dort in Sicherheit zu bringen.
  • Vogelzug: Auf dem langen Weg in die Sommer- oder Winterquartiere fliegen Vögel im Schwarm meist schneller als alleine, um energiesparend ans Ziel zu kommen.
  • Partnerwahl: Manche Vogelmännchen beeindrucken Weibchen mit waghalsigen Sturzflügen und Kunststücken. Sie fliegen Looings oder schlagen Saltos– einfach zum Spaß, oder um ihre Liebste zu beeindrucken.

Strauß - Foto: Rixie/stock.adobe.com

Fun Facts

Vögel beeindrucken nicht nur durch Tempo, sondern auch durch erstaunliche Anpassungen:

  • Die „Brems-Nase“: Damit die Lunge bei 300 km/h nicht platzt, besitzt der Wanderfalke kleine Hornkegel in den Nasenlöchern. Sie bremsen den extremen Luftstrom ab.
  • G-Kräfte: Wenn der Wanderfalke aus dem Sturzflug abfängt, wirken Kräfte von bis zu 9 g auf seinen Körper. Ein ungeschulter Mensch würde bei dieser Belastung sofort bewusstlos werden!
  • Dauerflieger: Der Mauersegler bleibt bis zu 10 Monate am Stück in der Luft, ohne ein einziges Mal zu landen.
  • Rückwärtsgang: Kolibris sind die einzigen Vögel, die rückwärts und auf der Stelle fliegen können.

Eselspinguin - Foto: Bigc Studio/stock.adobe.com


Quellen:

  • Aktualisiert am

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