Die schnellsten Fische der Welt
Viele Tiere im Meer erreichen trotz des hohen Wasserwiderstands unglaubliche Geschwindigkeiten. Wasser ist etwa 800-mal dichter als Luft – um sich darin blitzschnell fortzubewegen, braucht es gewaltige Muskelkraft und die perfekte Körperform!
Der Selbstversuch: Mensch vs. Fisch
Schwimme im Freibad eine Bahn (50 m) so schnell du kannst, während ein Freund neben dem Becken herläuft. Wer gewinnt? Menschliche Schwimm-Weltrekordler schaffen etwa 6–8 km/h. Selbst der langsamste Fisch in unserer Top-Liste hängt uns problemlos ab!
Die 9 schnellsten Fische im Überblick
Die angegebenen Geschwindigkeiten sind Spitzenwerte bei kurzen Jagdsprints. Auf Langstrecken schwimmen auch diese Rekordhalter deutlich langsamer.
| Fisch | Familie | Tempo |
|---|---|---|
| Fächerfisch (Segelfisch) | Speerfische | 70-80 km/h* |
| Kurzflossen-Mako | Makrelenhaie | 70-80 km/h |
| Schwertfisch | Schwertfische | 70-80 km/h |
| Weißer Marlin | Speerfische | 65-80 km/h |
| Wahoo | Makrelen und Thunfische | 75 km/h |
| Roter Thun | Makrelen und Thunfische | 70 km/h |
| Blauhai | Requiemhaie | 70 km/h |
| Nordpazifischer Blauflossenthun | Makrelen und Thunfische | 50 km/h |
| Barrakuda | Sphyraenidae | 40-45 km/h |
* Oft liest man von Top-10-Ranglisten der schnellsten Fische und oft wird für den Fächerfisch bis zu 110 km/h angegeben. In der Realität ist es für Forscher jedoch extrem schwer, das Tempo freischwimmender Fische im Meer exakt zu stoppen. Zudem bewegen sich die absoluten Spitzenreiter – wie Fächerfisch, Mako-Hai, Schwertfisch und Weißer Marlin – bei ihren Jagd-Sprints alle in einem ähnlichen Bereich von etwa 70-80 km/h.
Das Geheimnis der Stromlinienform
Was bedeutet „Stromlinienform“ eigentlich und warum ist sie so wichtig? Es kommt weniger auf die Größe an – schließlich sind viele Haie riesig und trotzdem extrem flink. Entscheidend ist der Körperbau: Er erzeugt durch seine besondere Form sehr wenig Widerstand im Wasser (oder bei Vögeln in der Luft).
Einfach erklärt: Was ist Stromlinienform?
Stell dir vor, du hältst deine flache Hand beim Fahrradfahren in den Wind: Du spürst einen starken Druck. Wenn du die Hand waagerecht wie einen Flügel drehst, gleitet die Luft fast ohne Widerstand darüber. Genau so funktioniert die Körperform schneller Fische: Sie ist vorne spitz, in der Mitte spindelförmig abgerundet und läuft hinten schmal zu.
Bionik: Was Autos und Flugzeuge von Fischen lernen
Ingenieure schauen sich die Natur genau ab:
- Sprit sparen: Je geringer der Luftwiderstand eines Autos, desto weniger Treibstoff verbraucht es.
- Haihaut-Effekt: Die Oberfläche von Verkehrsflugzeugen oder Hochleistungsschwimmanzügen besitzt oft mikroskopisch kleine Rillen, die der Haut von Haien nachempfunden sind. Sie verringern Verwirbelungen und lassen Luft oder Wasser schneller vorbeigleiten.
Kurzstrecken-Sprinter und Ausdauer-Athleten
Blitzschnelle Jäger
Top-Geschwindigkeiten kosten enorm viel Energie. Der Kurzflossen-Mako schwimmt im Alltag gemütlich mit etwa 30-50 km/h durch den Ozean. Sobald er jedoch jagt, beschleunigt er blitzartig. Da unter anderem flinke Schwertfische auf seinem Speiseplan stehen, muss er genauso schnell sein wie seine Beute!
Rekord-Marathonschwimmer: Die Haidame „Nicole“
Während Sprints für die Jagd da sind, legen manche Fische gewaltige Strecken zurück. Der Weiße Hai hält den Rekord im Langstreckenschwimmen: Die markierte Haidame „Nicole“ schwamm zwischen 2003 und 2004 in weniger als 9 Monaten über 20.000 km von Südafrika nach Australien und zurück!
Fun Facts: Verrückte Fisch-Rekorde
- Sprung ins zweite Stockwerk: Der Kurzflossen-Mako ist nicht nur schnell, er kann bei der Jagd auch bis zu 9 m hoch aus dem Wasser katapultieren.
- Die eingebaute Heizung: Thunfische und Mako-Haie sind keine reinen „Kaltblüter“. Über spezielle Blutgefäße halten sie ihre Schwimm-Muskeln wärmer als das Meerwasser – das gibt den Muskeln extra Power!
- Schwert zum Betäuben: Schwertfische nutzen ihr spitzes Schwert nicht zum Aufspießen, sondern schlagen damit seitlich in Fischschwärme, um Beute zu betäuben.
- Tiefsee-Taucher: Der Weiße Hai taucht bis zu 1.264 Meter tief – in dieser Tiefe herrscht eiskalte Dunkelheit und ein Druck, der etwa 125-mal so hoch ist wie an der Wasseroberfläche!
Häufige Fragen (FAQ)
Welcher Fisch ist der aller schnellste im Meer?
Der Fächerfisch und der Kurzflossen-Mako teilen sich die Spitze. In kurzen Beute-Attacken erreichen sie Geschwindigkeiten von 70-80 km/h.
Warum können Fische im Wasser nicht unendlich schnell schwimmen?
Ab etwa 80 km/h trifft das Wasser so stark auf die Flossen, dass sich winzige Dampfbläschen bilden, die kollabieren (Kavitation). Das verursacht dem Fisch Schmerzen und beschädigt das Gewebe der Flossen.
Schwimmen alle Fische mit den Flossen?
Nein, die meiste Schubkraft erzeugen schnelle Fische durch das Hin- und Herschlagen ihres gesamten hinteren Körpers und der mächtigen Schwanzflosse. Die Brustflossen dienen meist nur zum Lenken und Stoppen.
Quellen:
- Not So Fast: Swimming Behavior of Sailfish during Predator-Prey Interactions using High-Speed Video and Accelerometry (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- Transoceanic Migration, Spatial Dynamics, and Population Linkages of White Sharks (https://www.jstor.org)
- Migratory movements, depth preferences, and thermal biology of Atlantic bluefin tuna (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- Fastest species of fish (https://www.guinnessworldrecords.com)
- Aktualisiert am















