Die 6 gefährlichsten Giftschlangen in Asien
Königskobra - Foto: Clement Carbillet/Shutterstock
Hier erfährst du alles über die gefährlichsten Giftschlangen auf dem asiatischen Kontinent!
In Indien gibt es eine Gruppe von besonders gefährlichen Giftschlangen, die als die „Big Four“ bekannt sind. Diese vier Schlangen sind für nahezu alle tödlichen Schlangenbisse im Land verantwortlich.
Jede hat ihre eigenen einzigartigen Merkmale und Verhaltensweisen, die sie zu einer ernsthaften Bedrohung für Menschen machen. Wir stellen sie dir hier vor - zusammen mit zwei weiteren „Giftspritzen“, die in Asien weit verbreitet sind: die Königskobra und die Seeschlange.
Übersicht der Schlangen
| Name | Länge | Giftart |
|---|---|---|
| Gemeine Sandrasselotter | bis 80 cm | Blutgift (Hämotoxisch) |
| Kettenviper | bis 1,2 m | Blutgift (Hämotoxisch) |
| Brillenschlange | bis 1,7 m | Nervengift (Neurotoxisch) |
| Krait | bis 2,5 m | Nervengift (Neurotoxisch) |
| Königskobra | bis 5,6 m | Nervengift (Neurotoxisch) |
| Schnabel-Seeschlange | bis 1,4 m | Nervengift (Neurotoxisch) |
Hier kommen die Schlangen-Steckbriefe im Detail:
Gemeine Sandrasselotter (Echis carinatus)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Gattung: Sandrasselottern
- Länge: Bis 80 cm
- Gift: Hämotoxisch
- Besonderheit: Sie ist die tödlichste Schlange in Asien
Die Gemeine Sandrasselotter verursacht mehr tödliche Schlangenbisse als alle anderen asiatischen Giftschlangen zusammen. Obwohl sie nur 80 cm lang wird, ist sie hochgefährlich: Ihr Gift wirkt fünf Mal stärker als das einer Kobra und 16-mal stärker als das einer Kettenviper. Sie gilt als sehr reizbar und beißt oft mehrmals hintereinander zu. Fühlt sie sich bedroht, reibt sie ihre Schuppen aneinander. Das erzeugt ein lautes, rasselndes Geräusch.
Kettenviper (Daboia russelii)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Gattung: Orientalische Vipern
- Länge: Bis 1,2 m
- Gift: Hämotoxisch
- Besonderheit: Sie hat eine große Menge an Gift
Die Kettenviper ist in ganz Asien verbreitet und bevorzugt Büsche oder hohes Gras, um auf Beute zu lauern. Da sich auf Plantagen und Farmland auch jede Menge kleine Nager herumtreiben (Ratten & Co.) ist dies ein wahres Paradies für die Kettenviper. Für die Farmarbeiter allerdings weniger. Obendrein ist die Schlange dafür bekannt, im Verteidigungsfall eine Menge Gift zu verspritzen, die zum Tod führen kann. Das machen nicht viele Schlangen, denn Gift zu produzieren, ist sehr kräftezehrend. Normalerweise injizieren Schlangen nur wenig Gift in die Wunde des Angreifers.
Brillenschlange / Südasiatische Kobra (Naja naja)
Steckbrief
- Familie: Giftnattern → Unterfamilie: Echte Nattern
- Gattung: Echte Kobras
- Länge: Bis 1,7 m
- Gift: Neurotoxisch
- Besonderheit: Sie hat eine „Brille“ am Hinterkopf
Wunderschön und sehr gefährlich – ein atemberaubender Mix! Die Brillenschlange hat eine unverwechselbare Zeichnung am Hinterkopf, die aussieht wie eine Brille. Daher auch ihr Name. Die Brillenschlange geht dem Menschen für gewöhnlich gerne aus dem Weg. Aber wenn sie sich bedroht fühlt, richtet sie sich auf und entfaltet ihre Nackenhaube. Das kommt dir bekannt vor? Logo! Wann immer ein Fakir oder Schlangenbeschwörer in einem Kinofilm auftaucht, wird er mit einem Bastkörbchen, einer Flöte und einer tanzenden Kobra gezeigt – einer Brillenschlange. Selbstverständlich kann die Brillenschlange den Fakir nicht hören, aber sie folgt mit den Augen den Bewegungen der Flöte und den Erschütterungen, die der Fakir durch das tippen mit dem Fuß auf dem Boden macht.
Krait (Bungarus candidus)
Steckbrief
- Familie: Giftnattern → Gattung: Kraits
- Länge: Bis 2,5 m
- Gift: Neurotoxisch
- Besonderheit:
Die meisten Unfälle mit Kraits passieren nachts, denn dann sind sie aktiv und beißen Menschen, die zu dieser Zeit noch unterwegs sind. Zudem kommt, dass sich viele Menschen in ländlichen Gegenden in Asien barfuß bewegen und damit keinerlei Schutz vor Bissen besitzen. Bevor ein Gegengift entwickelt wurde, lag die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Verlaufs bei bis zu 85 %. Auch jetzt noch sterben viele Menschen an einem Krait-Biss. Vor allem deshalb, weil sie es nicht rechtzeitig zu einem Arzt oder in eine Klinik schaffen. In ländlichen Gebieten sind die Wege weit und nicht selten wird lieber erst ein „Heiler“ zu Rate gezogen, der mit Pflanzen und Kräutern sein Glück versucht.
Fun Fact! Streifen auf der Haut
Die meisten Kraits sind von auffälligen, glänzenden Streifen gekennzeichnet.
Königskobra (Ophiophagus hannah)
Steckbrief
- Familie: Giftnattern → Gattung: Ophiophagus
- Länge: Bis 5,59 m
- Gift: Neurotoxisch
- Besonderheit: Ohne Gegengift ist die Überlebenchance gering
Die Königskobra ist die längste Giftschlange der Welt! Ihr Gift ist nicht so wirksam wie das anderer Schlangen in Asien, dafür folgt sie dem Motto: „Nicht kleckern, sondern klotzen“. Sie verabreicht ihrem Opfer eine unglaublich große Menge Gift. Das kann ebenso tödlich sein, wie eine kleine Menge wirksameren Giftes. Wie die Brillenschlange wird auch die Königskobra gerne von Schlangenbeschwörern für „Kunststückchen“ benutzt.
Seeschlange (Enhydrina schistosa)
Steckbrief
- Familie: Giftnattern → Unterfamilie: Seeschlangen
- Gattung: Enhydrina
- Länge: Bis 1,4 m
- Gift: Neurotoxisch
- Besonderheit: Sie hat das stärkste Gift
Seeschlangen besitzen das stärkste Schlangengift überhaupt, führen deshalb viele Gift-Ranglisten an und gelten als biologisch extrem wirksam. Im Alltag sind sie für Menschen jedoch kaum eine Gefahr: Sie leben im Meer, sind sehr friedfertig und beißen nur im äußersten Notfall zu.
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