Die 6 gefährlichsten Giftschlangen in Mittel- und Südamerika
Schauer-Klapperschlange - Foto: Susan Schmitz/Shutterstock
In Mittelamerika leben etwa 200 und in Südamerika rund 1.500 Schlangenarten. Die allermeisten davon sind für den Menschen harmlos – nur etwa 30 Arten sind überhaupt giftig. Zu den mit Abstand gefürchtetsten gehören die Lanzenottern und Klapperschlangen.
Hier erfährst du alles über die 6 wichtigsten Giftschlangen Mittel- und Südamerikas, ihre Merkmale und wie ihr Gift wirkt.
Übersicht der Schlangen
| Name | Länge | Giftart |
|---|---|---|
| Terciopelo-Lanzenotter | bis 2,5 m | Mischgift (Neuro-, Hämo- und Zytotoxisch) |
| Basilisken-Klapperschlange | bis 2 m | Starkes Gift (unbekannt) |
| Schauer-Klapperschlange | bis 1,8 m | Nervengift (Neurotoxisch) |
| Insel-Lanzenotter | bis 1,2 m | Muskel- und Zellgift (Myotoxisch) |
| Gewöhnliche Lanzenotter | bis 1,6 m | Blutgift (Hämotoxisch) |
| Buschmeister | bis 3,0 m | Muskel- und Zellgift (Myotoxisch) |
Hier kommen die Schlangen-Steckbriefe im Detail:
1. Terciopelo-Lanzenotter (Bothrops asper)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Gattung: Amerikanische Lanzenottern
- Länge: bis 2,5 m
- Gift: Zytotoxisch, Hämotoxisch, Neurotoxisch
- Besonderheit: Sie hat lange Zähne, viel Gift und angriffslustig!
Die Terciopelo-Lanzenotter besitzt einen Gift-Cocktail aus den unterschiedlichsten Toxinen – sehr kompliziert, sehr gefährlich und bis heute nicht vollständig erforscht. Hinzu kommt, dass sie lange Giftzähne hat, bei jedem Biss eine große Menge Gift abgibt, leicht reizbar und schnell ist. Wenn sie sich bedroht fühlt, richtet sie ihren Körper auf. Deshalb beißt sie Menschen häufig oberhalb des Knies. In Costa Rica verursacht sie etwa die Hälfte aller Schlangenbisse. Ohne Gegengift stirbt das Gewebe ab. Oft muss dann ein Arm oder Bein amputiert werden. Dank moderner Medizin stirbt heute aber nur sehr selten jemand an ihrem Biss.
2. Basilisken-Klapperschlange (Crotalus basiliscus)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Unterfamilie: Grubenottern
- Gattung: Klapperschlangen
- Länge: bis 2 m
- Gift: ?
- Besonderheit: Die genaue Zusammensetzung ihres Gifts ist bislang unbekannt
Die Basilisken-Klapperschlange zählt zu den größten Klapperschlangen der Welt. Sie spritzt mit ihren langen Giftzähnen große Mengen an starkem Gift in ihre Beute. Forscher wissen bisher noch nicht genau, wie das Gift chemisch aufgebaut ist. Wegen der enormen Körpergröße und der riesigen Giftmenge ist ein Biss für Menschen aber immer ein schwerer Notfall.
3. Schauer-Klapperschlange (Crotalus durissus)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Unterfamilie: Grubenottern
- Gattung: Klapperschlangen
- Länge: bis 1,80 m
- Gift: Neurotoxisch
- Besonderheit: Ihr Biss ist schwer behandelbar
Die Schauer-Klapperschlange ist die einzige Klapperschlange, die weit über ganz Südamerika verbreitet ist. Und zwar in Kolumbien, Venezuela, Brasilien, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Peru und Guyana. Sie gilt als die giftigste Klapperschlange. Ein Biss der Unterart Crotalus durissus terrificus verläuft besonders schwer: Ohne Behandlung sterben bis zu 75 % der gebissenen Menschen. Ihr Gift greift die Nerven an und führt häufig zu Sehstörungen oder sogar zu dauerhafter Erblindung.
4. Insel-Lanzenotter (Bothrops insularis)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Gattung: Amerikanische Lanzenottern
- Länge: bis 1,2 m
- Gift: Myotoxisch
- Besonderheit: Sie ist giftiger als ihre Artgenossen
Das Gift der Insel-Lanzenotter ist viel stärker als das ihrer Verwandten auf dem Festland. Sie jagt nämlich Vögel. Ihre Beute muss also sofort tot sein, damit sie nicht mehr wegfliegen kann. Für Menschen ist die Schlange trotzdem kaum eine Gefahr: Sie lebt ausschließlich auf einer kleinen, unbewohnten Insel vor Brasilien. Sie ist gerade mal 43 Hektar groß (ca. 60 Fußballfelder). Bisher ist noch kein einziger Mensch von ihr tödlich gebissen worden.
5. Gewöhnliche Lanzenotter (Bothrops atrox)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Unterfamilie: Grubenottern
- Gattung: Amerikanische Lanzenottern
- Länge: bis 1,6 m
- Gift: Hämotoxisch
- Besonderheit: Sie ist auf Plantagen zuhause
Die Gewöhnliche Lanzenotter versteckt sich gerne auf Plantagen für Kaffee und Bananen, weil sie dort viele Mäuse findet. Sie verlässt sich voll auf ihre Tarnung und flieht nicht, wenn Menschen kommen. Tritt man aus Versehen zu nah an sie heran, beißt sie sofort zu. Das Gift greift das Blut an. Wenn man schnell ein Gegengift bekommt, lässt sich der Biss heutzutage aber gut behandeln.
6. Buschmeister (Lachesis sp.)
Steckbrief
- Familie: Vipern → Unterfamilie: Grubenottern
- Gattung: Buschmeister
- Länge: bis 3 m
- Gift: Myotoxisch
- Besonderheit: Sie hat eine hohe Menge an Gift
Der Buschmeister ist die größte Giftschlange in Amerika und gibt bei einem Biss gewaltige Mengen an Gift ab. Sein Gift ist zwar etwas weniger stark konzentriert als bei anderen Ottern, aber die hohe Menge macht ihn sehr gefährlich. Zum Glück meidet der Buschmeister Menschen und greift nur selten an. Deshalb kommt es selten zu Unfällen.
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