Kakapo
Steckbrief Kakapo
| Größe | 58-64 cm |
| Geschwindigkeit | Nicht bekannt |
| Gewicht | 2-4 kg |
| Lebensdauer | 40-80 Jahre |
| Nahrung | Pflanzen, Insekten, Pollen, Samen, Früchte, Wirbellose |
| Feinde | Katzen, Hunde, Marder, Wiesel |
| Verbreitung | Anchor Island, Codfish Island, Chalky Island, Coal Island |
| Lebensraum | Dichte Wälder, Buschland |
| Ordnung | Papageien |
| Familie | Strigopidae |
| Wissenschaftl. Name | Strigops habroptilus |
| Merkmale | Schwerster Papagei, flugunfähig |
Merkmale und Besonderheiten
Der Kakapo ist der einzige Papagei auf der Welt, der nicht fliegen kann. Außerdem ist er der schwerste. Zu seinen auffälligsten Merkmalen zählt das feine, grüne Gefieder. An seinem Schnabel hat er „Tasthaare“ wie eine Katze. Er riecht nach Blumen, Honig und Bienenwachs. Zusammen mit dem Kiwi, einem Laufvogel, ist der Kakapo einer der bekanntesten und beliebtesten Vögel Neuseelands.
Verbreitung und Lebensraum
Ursprünglich lebte der Kakapo auf den Hauptinseln von Neuseeland. Heute kommt er nur noch auf geschützten Inseln wie Anchor Island oder Codfish Island vor. Dort wachsen dichte Wälder und üppiges Buschland.
Lebensweise
Der Kakapo ist ein friedlicher Einzelgänger, der seinen Tag am liebsten im Schatten verbringt. Erst in der Dämmerung erwacht er zum Leben. Da er nicht fliegen kann, legt er auf dem Waldboden feste Pfade an. Diese Wege hält er sorgfältig sauber, indem er Stöckchen und Blätter zur Seite räumt. So kann er nachts geräuschlos und flink durch sein Revier wandern, um Nahrung zu suchen.
Rekorde
Schwerster Papagei der Welt
Der Kakapo hält einen echten Rekord im Tierreich. Er ist der schwerste Papagei der Erde. Während andere Papageien leicht sein müssen, um mühelos durch die Luft zu gleiten, bringt der Kakapo ordentlich Gewicht auf die Waage. Ein ausgewachsenes Männchen wiegt bis zu 4 kg. Das ist ungefähr so schwer wie eine große Katze oder ein gefüllter Schulranzen.
Einziger nachtaktiver Papagei der Welt
Der Kakapo unterscheidet sich von fast allen anderen Papageien, denn er ist der einzige nachtaktive Papagei der Welt. Tagsüber ruht er sich in Verstecken am Boden oder in Baumhöhlen aus. Sobald die Nacht einbricht, wird er aktiv und sucht nach Futter.
Papagei mit der größten Reichweite
Zur Paarungszeit erzeugen die Männchen ganz besondere Töne. Sie graben kleine Mulden in den Boden, die wie ein Verstärker wirken. Aus diesem Loch lassen sie ein tiefes, dumpfes Brummen ertönen. Wenn der Wind gut steht, ist sein Ruf sogar bis zu 5 km weit zu hören – kein anderer Papagei ist weiter zu hören.
Körperbau und Aussehen
Größe und Gewicht
Der Kakapo hat einen sehr kräftigen Körperbau. Er erreicht eine Körperlänge von 58-64 cm und hat eine Spannweite von 82 cm. Seine Flügel kann er jedoch nicht zum Fliegen benutzen – denn er wiegt 2-4 kg und ist dafür einfach zu schwer. Die Flügel dienen vor allem dazu, das Gleichgewicht zu halten.
Tasthaare
Rund um den Schnabel befinden sich ganz viele feine Federn. Sie erinnern an die Tasthaare von Katzen. Die feinen Tasthaare dienen dem Kakapo im Dunkeln als sensibler Tastsinn, mit dem er Hindernisse rechtzeitig ertastet, Nahrung präzise spürt und seine empfindlichen Augen vor scharfen Blättern schützt.
Gesichtsschleier
Der Kakapo wird auch Eulenpapagei genannt, weil er im Gesicht einen für Eulen typischen „Schleier“ hat. Er besteht aus kreisförmig angeordneten Federn – wie ein Trichter. Er fängt Geräusche aus der Umgebung ein und leitet sie direkt zu den Ohren weiter. Dadurch hört der Kakapo selbst leise Geräusche in der Nacht.
Geruch
Kakapos verströmen einen sehr kräftigen Duft. Ihr Gefieder riecht wie eine Mischung aus Blumen, Honig und Bienenwachs. Der Duft hilft ihnen, einander im Dunkeln zu erkennen und das eigene Revier zu markieren. Als der Mensch Raubtiere nach Neuseeland einführt, wurde der Duft jedoch zur tödlichen Falle, denn sie konnten die Vögel leicht mit ihrer Nase aufspüren.
Ernährung
Kakapos sind reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich von Blättern, Samen, Knospen, Pollen und Früchten. Auch der saftige Baumsaft schmeckt ihnen sehr gut. Nur ganz selten essen sie kleine Insekten. Ihre absolute Lieblingsspeise sind die Früchte des Rimu-Baumes. Wenn diese Bäume besonders viele Früchte tragen, essen die Vögel fast nichts anderes mehr.
Verhalten
Lustige Laute
Kakapos haben sehr lustige Laute. Einer ihrer Rufe ist der „boom“. Es ist ein sehr tiefer und dumpfer Ton. Er wird im Kehlsack erzeugt und klingt ganz ähnlich wie wenn man über den Rand einer Wasserflasche bläst. Ein anderer ihrer Laute hört sich so an wie ein knarzender Ast oder, wie wenn jemand einen Karton zerreißt.
Schlechte Verteidigung
Wenn sich Kakapos bedroht fühlen, bleiben sie regungslos sitzen. Sie hoffen, zwischen den grünen Blättern in ihrem Lebensraum nicht entdeckt zu werden.
Fähigkeiten und Sinne
Feiner Geruchssinn
Der Kakapo besitzt einen außergewöhnlich gut entwickelten Geruchssinn – eine seltene Eigenschaft unter den Papageien. Da er nachts unterwegs ist und eher schlecht sieht, verlässt er sich ausschließlich auf seine Nase. Sein Gehirn verarbeitet Gerüche über einen besonders großen Riechkolben. So spürt er im dichten Wald zielsicher reife Früchte, feine Samen oder süßen Baumsaft auf.
Sie können sehr gut klettern
Kakapos können zwar nicht fliegen, aber hervorragend klettern. Mit ihren scharfen Krallen halten sie sich in der Rinde von Bäumen fest und klettern geschickt bis in die Baumkronen. Wenn sie wieder auf den Boden möchten, breiten sie ihre Flügel aus und gleiten wie ein Fallschirmspringer hinunter.
Sie sind ausdauernde Läufer
Auch zu Fuß legen sie große Strecken zurück. Auf der Suche nach Nahrung laufen sie in einer einzigen Nacht mehrere Kilometer.
Lebenserwartung
Kakapos können 40-80 Jahre alt werden.
Bedrohungen und Feinde
Natürliche Feinde
Ursprünglich gab es in Neuseeland keine Säugetiere als Raubtiere am Boden. Die einzigen Feinde des Kakapos waren Greifvögel aus der Luft. Bei Gefahr blieb der Kakapo einfach völlig regungslos am Boden sitzen. Durch seine grüne Farbe war er zwischen den Blättern unsichtbar.
Der Mensch
Eingeführte Raubtiere
Im 19. Jahrhundert brachten Menschen Raubtiere nach Neuseeland, die sich am Boden bewegen: Katzen, Hunde, Marder, Wiesel und Frettchen. Sie sollten eigentlich helfen, die Anzahl der Kaninchen im Gleichgewicht zu halten – die vorher ebenfalls eingeführt wurden und sich explosionsartig vermehrten, weil sie keine Feinde hatten. Die Raubtiere jagten jedoch auch den Kakapo. Der Papagei war ihnen schutzlos ausgeliefert, weil seine einzige Strategie bei Gefahr war, regungslos sitzen zu bleiben. Mit Handelsschiffen kamen außerdem europäische Ratten nach Neuseeland. Sie fraßen viele der Küken.
Zerstörung des Lebensraumes
Zusätzlich zur Gefahr durch Raubtiere wird auch der Lebensraum der Kakapos durch die zunehmende Landwirtschaft immer kleiner.
Vom Aussterben bedroht
Kakapos galten Anfang der 1970er Jahre als ausgestorben. Doch dann fanden Tierschützer im Jahr 1974 einige der Vögel in weit abgelegenen, unzugänglichen Gebieten. Obwohl sie begannen, die Tiere in Naturschutzreservaten unterzubringen, wurden im Jahr 1986 nur 22 Tiere dieser Vogelart gezählt.
Schutzmaßnahmen
Um die Kakapos zu retten, wurden sehr große Anstrengungen unternommen. Die Vögel wurden auf kleine Inseln gebracht, auf denen es keine Raubtiere oder Nestplünderer gibt – so dass sie ungestört leben und sich vermehren können. Die Nester werden ständig beobachtet, die Eier mit warmen Decken geschützt und die Tiere bei Bedarf mit Medikamenten behandelt. Laut dem Department of Conservation in Neuseeland gibt es aktuell wieder 325 Tiere (Stand: September 2026).
Bedeutung für das Ökosystem
Der Kakapo erfüllt eine wichtige Rolle in der Natur Neuseelands. Indem er viele Früchte und Samen frisst, scheidet er unverdaute Pflanzenteile an anderen Orten wieder aus. Dadurch verbreiten sich die Samen im ganzen Wald. Er sorgt dafür, dass neue Bäume und seltene Pflanzen wachsen können.
Fortpflanzung
Balzrufe
Um den weiblichen Kakapos zu gefallen, legen sich die Männchen ganz schön ins Zeug! Sie sammeln sich in einer sogenannten Balzarena und werben um Weibchen, indem sie sich zur Schau stellen und mit Artgenossen kämpfen. Außerdem rufen sie jede Nacht 6-8 Stunden lang – über einen Zeitraum von über vier Monaten! Um besser gehört zu werden, graben sie kleine Mulden, die 10 cm tief sind und einen Durchmesser von 50 cm haben. Das alles ist so anstrengend, dass sie danach nur noch halb so viel wiegen.
Sie brüten nicht jedes Jahr
Kakapos pflanzen sich nicht jedes Jahr fort. Sie brüten nur dann, wenn die Rimu-Bäume besonders viele Früchte tragen. Das passiert etwa alle 2-4 Jahre. Sie legen 3-4 Eier. Aus ihnen schlüpfen nach etwa 30 Tagen die Babys. Nach zehn Wochen brauchen die Küken ihre Eltern nicht mehr und gehen ihre eigenen Wege.
Der Kakapo ist verwandt mit:
- Kakadu
- Kea
Weitere Tiere im Lebensraum:
- Brückenechse
- Fledermaus
- Fuchs
- Hund
- Kakadu
- Katze
- Kiwi
- Marder
- Ratte
Quellen:
- Saving the Kakapo: the conservation of the world's most peculiar parrot (https://www.academia.edu)
- Scientific publications about kākāpō (https://www.doc.govt.nz)
- A parrot apart: the natural history of the kakapo (Strigops habroptilus), and the context of its conservation management (https://www.researchgate.net)
- Breeding biology of kakapo (Strigops habroptilus) on offshore island sanctuaries, 1990-2002 (https://www.birdsnz.org.nz)
- Kākāpō (https://www.doc.govt.nz)
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