Neues Pestizid macht Hummeln angriffslustig und führt zu weniger Nachwuchs – wie wir ihnen jetzt ganz einfach helfen können
- Das moderne Pestizid Sulfoxaflor wirkt sich stark auf die Fortpflanzung von Hummeln aus.
- Bereits kleinste Mengen des Pflanzenschutzmittels führen dazu, dass die Insekten deutlich weniger Eier legen und aggressiver werden.
- Wir können aktiv helfen, indem wir Bio-Produkte bevorzugen, um den Einsatz solcher Chemikalien zu verringern.
Wie schadet das neue Spritzmittel den Hummeln?
Viele Landwirte nutzen Pestizide, um ihre Ernten vor Schädlingen zu bewahren. Doch das hat eine Schattenseite: Das Insektengift Sulfoxaflor, das seit einigen Jahren als modernere Alternative gilt, schadet auch nützlichen Bestäubern. Eine neue Untersuchung zeigt, dass das Mittel tief in die Biologie der Östlichen Hummel (Bombus impatiens) eingreift. Selbst wenn die Tiere nur sehr geringen, nicht tödlichen Dosen ausgesetzt sind, verändert das Gift ihre Gene. Dadurch werden wichtige biologische Abläufe im Körper der Insekten blockiert.
Warum führt das Gift zu weniger Nachwuchs?
Die stärksten Veränderungen stellten die Wissenschaftler überraschenderweise nicht im Gehirn, sondern in den Fortpflanzungsorganen fest. Durch das Pestizid wurden das Zellwachstum und die Fähigkeit zur Eiablage stark beeinträchtigt. Das führt dazu, dass die Hummeln deutlich weniger Nachwuchs zeugen. Hinzu kommen auffällige Verhaltensänderungen: Die belasteten Insekten neigen zu plötzlichem Stechverhalten, vernachlässigen den Nestbau und nehmen weniger Nahrung auf.
Was können wir tun, um Bienen zu schützen?
Angesichts dieser Ergebnisse stellt sich die dringende Frage: Was können wir im Alltag tun, um Bienen und Hummeln zu schützen? Die Antwort liegt zum großen Teil in unserem Einkaufskorb. Indem wir vermehrt Bio kaufen, unterstützen wir gezielt Landwirte, die auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide verzichten. Die biologische Landwirtschaft bietet den nützlichen Insekten giftfreie Lebensräume und fördert die natürliche Artenvielfalt. Jeder Griff zu Bio-Gemüse oder Bio-Obst im Supermarkt ist somit ein direkter Beitrag zum Artenschutz und hilft, das Sterben wichtiger Bestäuber auf den Feldern zu stoppen. Auch in „Discountern“ und „Billig-Supermärkten“ gibt es erschwingliche Bio-Produkte.
Über die Studie
Die Studie des Georgia Institute of Technology (USA) wurde im April 2026 in der Fachzeitschrift Ecotoxicology and Environmental Safety veröffentlicht.
Wenn wir Gift auf unser Essen sprühen, schadet das allen: der Natur, den Insekten und auch uns. Ich kaufe seit vielen Jahre fast ausschließlich Bio, und es kostet auch gar nicht so viel mehr. Übrigens: auch Pflanzen und Blumen aus dem Gartenmarkt sind stark belastet – immer beim Bio-Gärtner kaufen!
Silke von tierchenwelt.de
Quellen:
- Gute Laune ist ansteckend – auch bei Hummeln
- Neue Studie: Hummeln verfügen über eine kollektive Intelligenz
- Hummeln verteidigen sich gegen invasive asiatische Hornissen mit einem einzigartigen Trick
- Hummeln schauen sich Trends bei „Influencer“-Artgenossen ab
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