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Verrückte Entdeckung: Brieftauben navigieren mit ihrer Leber

  • Brieftauben nutzen magnetische Zellen in der Leber, um den Heimweg zu finden.
  • Diese Zellen dienen als biologischer Kompass, wenn die Sonne hinter Wolken verdeckt ist.
  • Fehlen den Vögeln diese Leberzellen, verlieren sie bei schlechtem Wetter komplett die Orientierung.

Taube Foto: stockphoto mania/Shutterstock

Der biologische Kompass sitzt in der Leber

Jeder weiß, dass Brieftauben (Columba livia) Meister der Orientierung sind. Doch wo genau ihr Magnetsinn sitzt, war jahrzehntelang heftig umstritten – man vermutete ihn im Schnabel, in den Augen oder im Gehirn. Eine aktuelle Studie liefert nun eine echte Sensation: die sogenannten superparamagnetischen Makrophagen befinden sich in der Leber der Vögel. Die Makrophagen (große weiße Blutkörperchen) enthalten winzige, magnetische Teilchen, die auf das Magnetfeld der Erde reagieren. Sie funktionieren wie ein eingebautes Navigationssystem, das den Tauben die richtige Richtung weist.

Lebenswichtiger Helfer bei Wolkenhimmel

Die Forscher führten faszinierende Verhaltenstests durch, um die Funktion dieser Zellen zu überprüfen. Dabei zeigte sich: Haben die Vögel freie Sicht auf die Sonne, nutzen sie diese als primären Wegweiser. Doch wenn der Himmel bewölkt ist, also wenn die Sonne als Orientierungshilfe ausfällt, schalten die Tauben auf ihren magnetischen Leber-Kompass um.

Ein völlig neuer Blick auf die Magnetrezeption

Dass ein inneres Organ wie die Leber in der Verhaltensbiologie eine so tragende Rolle bei der Navigation spielt, hatte niemand auf dem Schirm. Die Entdeckung zeigt, dass die Mechanismen, mit denen Tiere die unsichtbaren Kräfte der Erde wahrnehmen, noch viel komplexer und überraschender sind, als die Wissenschaft bisher angenommen hat.

Über die Studie

Die Studie der wurde im Mai 2026 in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.


Quellen:


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