Zum Hauptinhalt springen

tierchenwelt.de - Das Tierlexikon für Kinder

  • Zur News-Übersicht

Endlich frei atmen: Eine neue Spritze hilft kurznasigen Hunden – ganz ohne OP

  • Ein Medikament soll kurznasigen Hunden wie Bulldoggen helfen, besser Luft zu bekommen.
  • In einer Studie konnten sechs Test-Hunde deutlich besser atmen und sich mehr bewegen.
  • Die neue Methode mit dem Namen „Snoretox-1“ könnte Operation am Hals ersetzen.

Englische Bulldoggen haben durch Zucht sehr kurze Nasen Englische Bulldoggen haben durch Zucht sehr kurze Nasen - Foto: hedgehog/stock.adobe.com

Hilfe für kurznasige Hunde

Viele beliebte Hunderassen wie die Französische Bulldogge, der Mopse und die Englische Bulldogge leiden unter ihrer kurzen Schnauze. Dieses Problem nennt man „BOAS“ (Brachycephales Obstruktives Atemwegssyndrom). Die Tiere bekommen schlecht Luft, schnarchen laut und geraten bei Hitze oder Anstrengung schnell in Atemnot. Bisher half oft nur eine risikoreiche Operation, bei der Gewebe im Rachen weggeschnitten wird. Doch Forscher haben nun eine einfachere Lösung gefunden: Eine Spritze in die Muskeln, die die Atemwege offenhalten.

Snoretox: Eine Spritze statt Skalpell

Das neue Mittel heißt „Snoretox-1“. Es enthält eine spezielle Form von Botox (Tetanus-Toxin). Bekannt ist Botox aus der Kosmetikindustrie. Es lähmt die Muskeln im Gesicht und verringert dadurch Falten. Das Mittel wurde jedoch so verändert, dass es die Muskeln im Rachen nicht lähmt, sondern leicht stimuliert. In einem Test mit sechs Englischen Bulldoggen wurde es direkt in den Muskel gespritzt, der den Kehlkopf öffnet. Das Ergebnis war beeindruckend: Die Hunde, die vorher kaum drei Minuten spazieren gehen konnten, waren danach viel fitter. Ihre Atemgeräusche wurden leiser und sie konnten sich deutlich besser bewegen, ohne nach Luft zu ringen.

Große Hoffnung für die Zukunft

Die Wirkung der Spritze hielt in der Studie überraschend lange an. Das Beste daran: Die Behandlung ist viel weniger belastend als eine Operation unter Vollnarkose. Da etwa 60 Prozent der Hunde auch nach einer herkömmlichen OP weiterhin Atemprobleme haben, bietet diese neue Therapie eine große Chance. Noch ist die Methode in der Testphase, aber die Forscher hoffen, dass sie bald vielen betroffenen Hunden das Leben erleichtern kann. Vielleicht hilft die Technik in Zukunft sogar Menschen, die unter Schlafapnoe (Atemaussetzern im Schlaf) leiden.

Anmerkung der Redaktion

Obwohl medizinische Fortschritte wie diese Spritze Hoffnung geben, möchten wir betonen: Die gezielte Zucht von Hunden mit extrem kurzen Schnauzen gilt als Qualzucht. Die Tiere leiden ein Leben lang unter Atemnot und gesundheitlichen Einschränkungen. Wer sich einen Hund wünscht, sollte eine Rasse wählen, die frei atmen kann. Wenn man jedoch bereits eine „Plattnase“ aus dem Tierschutz oder einer Rettungsstation besitzt, kann diese neue Therapie ein wertvoller Weg sein, um dem Vierbeiner ein schmerzfreies und aktives Leben zu ermöglichen.

Es bricht mir das Herz, Hunde nach Luft ringen zu sehen. Die neue Spritze kann die Qualzucht nicht rückgängig machen, aber den Tieren zumindest Erleichterung verschaffen.

Silke von tierchenwelt.de

Über die Studie

Die Studie der RMIT University (Australien) wurde im März 2026 in der Fachzeitschrift The Veterinary Journal veröffentlicht. <


Quellen:


Mehr zum Thema: