Nutztiere machen mittlerweile fast 60 % der gesamten Säugetier-Biomasse aus
- In den letzten zwei Jahrhunderten hat die Masse der Nutztiere stark zugenommen.
- Heute besteht die Säugetier-Biomasse zu fast 60 % aus Nutztieren.
- Vor der Industrialisierung der Nutztierhaltung waren es nur 30 %.
Was ist die Biomasse?
Als Biomasse bezeichnet man in der Ökologie das Gesamtgewicht aller lebenden Organismen einer bestimmten Gruppe oder Region. Sie wird meist in Tonnen gemessen. Wenn Forscher die Verteilung von Tieren vergleichen, gibt die jeweilige Biomasse ein sehr gutes Bild davon ab, wie viel ökologische Ressourcen und Lebensraum eine Tiergruppe beansprucht.
Entwicklung der Säugetier-Biomasse
Heute beträgt die Biomasse aller Säugetiere zusammen etwa 1.100 Millionen Tonnen (1,1 Milliarden Tonnen). Das war nicht immer so: Seit dem Jahr 1850 hat sich die Gesamtbiomasse der Säugetiere mehr als vervierfacht. Für die Zeit vor dem 19. Jahrhundert nutzen Forscher wissenschaftliche Schätzungen, da es keine genaue historische Daten gibt.
- 19. Jahrhundert: ca. 250 Millionen Tonnen (Säugetiere an Land)
- 21. Jahrhundert: ca. 1.100 Millionen Tonnen (Säugetiere an Land und im Wasser)
Verteilung der Biomasse
Wildtiere, Nutztiere, Menschen – wie verteilt sich die Biomasse der Säugetiere heute?
- Nutztiere: 59 % (ca. 650 Millionen Tonnen)
- Menschen: 36 % (ca. 400 Millionen Tonnen)
- Wildlebende Säugetiere: 5 % (ca. 60 Millionen Tonnen, inklusive aller Wale, Elefanten, Rehe und Raubtiere)
Dieses Verhältnis hat sich historisch drastisch verschoben. Um 1850 machten Wildtiere an Land noch einen bedeutenden Teil der damaligen Säugetier-Biomasse aus. Seit dem 19. Jahrhundert sind wilde Säugetiere durch den Verlust von Lebensraum und Jagd stark zurückgegangen. Gleichzeitig verfünffachte sich die Masse der Nutztiere, während sich die Masse der Menschheit im selben Zeitraum mehr als versechsfachte.
Was bedeutet das?
Menschen haben nicht immer so viel Fleisch gegessen. Der hohe Konsum von tierischen Produkten ist erst seit dem 20. Jahrhundert stark angestiegen. Fleisch und tierische Produkte verbrauchen jedoch wertvolle Landflächen und viel Wasser. Außerdem müssen für die großen Mengen an Tierfutter viele Wälder abholzt werden, weil sie für den Anbau von Soja und Getreide benötigt werden. Das ist eine starke Belastung für den gesamten Planeten. Wie kann unsere Erde auch in Zukunft ein lebenswerter Ort für alle sein? Die Lösung haben wir alle in der Hand: mehr pflanzenbasiertes Essen.
Über die Studie
Die Ergebnisse von Our World in Data und der Studie des Weizmann Institute of Science (Israel) erschienen im Dezember 2025 auf Our World in Data und im Oktober 2025 in der Fachzeitschrift Nature.
Quellen:














