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Walbeobachtungen mit lauten Touristenbooten gefährden Wale

  • Walbeobachtungen sind im Urlaub eine sehr beliebte Aktivität.
  • Doch die Tiere leiden unter den lauten Motorengeräuschen.
  • Und das, obwohl die Boote meistens den geforderten Sicherheitsabstand einhalten.

Wenn wir so beeindruckenden Tieren wie Walen nahe sein können, ist immer das ein ganz besonderes und unvergesslich schönes Erlebnis. Doch für die Tiere ist es das leider nicht. Während Transportschiffe an ihnen lediglich vorbeifahren, bleiben die Boote auf Walbeobachtungstouren so lange und so nah wie möglich bei den Tieren, damit die Teilnehmer sie besser sehen können.

Wir denken oft, dass wir als einzelner Mensch keinen Unterschied machen, aber im Sommer wollen so viele Menschen an so einer Tour teilnehmen, dass fast jede Stunde mehrere Boote gleichzeitig zu einer Tour aufbrechen. Im Jahr 2009 waren es 13 Millionen Menschen und es werden jedes Jahr damit weltweit mehrere Milliarden Dollar verdient.

Forscher haben das Verhalten der Wale per Video aus der Luft aufgezeichnet, während die Boote im gesetzlich vorgeschriebenen Abstand an ihnen vorbeifuhren. Das Ergebnis: Die Tiere verbrachten rund 30 % weniger Zeit mit Ruhen und 81 % weniger Zeit mit dem Stillen ihrer Kälber. Letzteres kann dazu führen, dass die Kälber das Erwachsenenalter nicht erreichen. Aktuell gibt es keine Vorschriften zum Lärmpegel, aber vielleicht hilft die Studie, das bald zu ändern.

Wem das Wohlergehen der Tiere am Herzen liegt, verzichtet vielleicht sogar auf Walbeobachtungen. Schließlich gibt es fantastische Natur-Dokumentationen, die die Tiere über und unter Wasser zeigen – viel besser und näher als wir Menschen sie jemals von einem Boot aus sehen könnten.

Die Studie der University of La Laguna (Spanien) erschien im November 2021 im Magazin Scientific Reports.

Quelle: https://www.earth.com

Pottwal Pottwal - Foto: Shane Gross/Shutterstock