Die 15 seltsamsten Tiere der Welt
8. Platz: Gespensterfisch (Macropinna microstoma)
Steckbrief
- Klasse: Fische
- Ordnung: Goldlachsartige (Argentiniformes)
- Familie: Gespensterfische (Opisthoproctidae)
- Verbreitung: Pazifik
- Lebensraum: Tiefsee (600-800 m)
Was hat der nur im Kopf? Der Fisch mit der gläsernen Stirn
Wir Menschen wünschen uns oft, zu erfahren, was im Kopf des anderen vor sich geht. Beim Gespensterfisch kann man das im wahrsten Sinne des Wortes: Seine komplette Stirn und die Oberseite seines Kopfes sind vollkommen durchsichtig! Die Natur hat ihm eine Art gläserne Cockpithaube verpasst, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt ist.
Wenn du ein Foto des Fisches betrachtest, fallen dir sofort zwei dunkle Punkte vorne im Gesicht auf. Überraschung: Das sind gar nicht seine Augen! Das sind seine Riechorgane (Riechgruben), die optisch wie Nasenlöcher wirken. Seine echten Augen befinden sich geschützt im Inneren des transparenten Schädels. Es sind zwei große, leuchtend grünen Kugeln, die nach oben gerichtet sind.
Grüne Scheinwerfer in der pechschwarzen Tiefsee
Aber warum baut die Natur einen Fisch mit einem gläsernen Kopf? Das Tier lebt in der eisigen Tiefsee, wo so gut wie kein Sonnenlicht mehr ankommt. Um dort überhaupt etwas zu erkennen, sind seine Augen wie Röhren geformt (Teleskopaugen). Sie funktionieren wie extrem starke Lichtsammler. Die hellgrüne Färbung der Augen wirkt zudem wie ein eingebauter Farbfilter. Sie hilft dem Gespensterfisch dabei, das schwache Leuchten von Quallen oder anderen Tiefseewesen vom restlichen, minimalen Umgebungslicht zu unterscheiden.
Lange Zeit dachten Forscher, dass der Fisch nur starr nach oben gucken kann. Erst im Jahr 2004 konnten US-amerikanische Meeresbiologen das Tier mit Unterwasser-Robotern in seiner natürlichen Umgebung filmen. Dabei entdeckten sie: Der Gespensterfisch kann seine Augen im flüssigkeitsgefüllten Kopf drehen! Sucht er nach Nahrung, blickt er nach oben. Hat er eine Beute erspäht, dreht er die Augen nach vorne und schwimmt gezielt darauf zu, um sie mit seinem kleinen Maul zu schnappen.
Ein perfekter Dieb im Dunkeln
Die ungewöhnlichen Augen helfen dem Gespensterfisch auch bei einer ganz dreisten Jagdmethode. Er klaut nämlich liebend gerne Futter! Er heftet sich oft an die langen, giftigen Tentakel von Staatsquallen. Da seine Augen durch die durchsichtige Schutzhaube perfekt vor den Nesselkapseln der Qualle geschützt sind, kann er ganz gemütlich die kleinen Krebse abpicken, die sich in den Tentakeln verfangen haben.
Weiter zu Platz 9: Der Schmetterling mit den gläsernen Flügeln!
Wir bleiben beim Thema „Durchsichtigkeit“, verlassen aber die Tiefsee und fliegen in den tropischen Regenwald Südamerikas. Dort lebt ein Insekt, das keine bunten Farben auf den Flügeln trägt, sondern echte Fenster! Man kann durch seine Flügel schauen wie durch frisch geputztes Glas. Klicke jetzt weiter und triff den wunderschönen Glasflügler!
Quellen:
- Preservation Obscures Pelagic Deep-Sea Fish Diversity: Doubling the Number of Sole-Bearing Opisthoproctids and Resurrection of the Genus Monacoa (Opisthoproctidae, Argentiniformes) (https://journals.plos.org)
- Inhaltsverzeichnis:
- 0. Einleitung
- 1. Kuhfisch
- 2. Glasfrosch
- 3. Sägerochen
- 4. Spiegeleiqualle
- 5. Streifentenrek
- 6. Seefledermaus
- 7. Saiga
- 8. Gespensterfisch
- 9. Glasflügler
- 10. Moschustier
- 11. Dugong
- 12. Ozeanschnecke
- 13. Riesenassel
- 14. Fetzenfisch
- 15. Blattschwanzgecko
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