Die 15 seltsamsten Tiere der Welt
10. Platz: Moschustier (Moschus)
Steckbrief
- Klasse: Säugetiere
- Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
- Familie: Moschushirsche (Moschidae)
- Verbreitung: Himalaya, Korea, China, Sibirien, Kasachstan, Mongolei
- Lebensraum: Bergwälder
Graf Dracula lässt grüßen: Der Hirsch mit den Vampirzähnen
Moschustiere stammen ursprünglich aus Transsylvanien, sind streng nachtaktiv, saugen frisches Blut und haben schreckliche Angst vor Knoblauch oder Kreuzen… Nein, das ist natürlich völliger Quatsch! Aber wenn man dem Moschustier (auch bekannt als Moschushirsch) zum ersten Mal tief ins Gesicht blickt, kann man schon einen kleinen Schreck bekommen. Aus dem Oberkiefer der männlichen Tiere ragen zwei lange, dolchartige Eckzähne heraus, die bis zu 10 cm lang werden können. Sie sehen genau so aus wie die Reißzähne eines Vampirs!
Das Moschustier hat es aber absolut nicht auf unser Blut abgesehen. Diese Tiere sind reine Vegetarier und ernähren sich ganz friedlich von Flechten, Moos, Blättern und Knospen. Die gruseligen Zähne haben eine ganz andere, sehr wichtige Aufgabe im Tierreich.
Säbelrasseln im Unterholz: Wozu dienen die Eckzähne?
Viele Hirsche tragen bekanntlich ein prächtiges Geweih auf dem Kopf, mit dem sie im Herbst um die Wette kämpfen. Dem Moschustier fehlt ein solches Kopfschmuck-Geweih jedoch komplett. Die Natur hat ihm stattdessen die extrem langen Eckzähne als Waffe verpasst.
Die Zähne kommen vor allem während der Paarungszeit zum Einsatz. Wenn zwei Männchen im dichten Bergwald aufeinandertreffen, versuchen sie sich gegenseitig zu beeindrucken. Hilft das Drohen nicht, kommt es zum Kampf: Die Rivalen gehen mit den scharfen Eckzähnen aufeinander los, um den Gegner in den Nacken oder den Rücken zu stechen, bis einer der beiden die Flucht ergreift. Um Verletzungen im Alltag zu vermeiden, sind die langen Zähne übrigens beweglich im Kiefer verankert und können leicht nach hinten geklappt werden.
Der namensgebende Duft: Kostbarer als Gold
Ihren Namen verdanken die Tiere einer speziellen Drüse, die nur die Männchen am Bauch besitzen. Darin produzieren sie ein stark duftendes Sekret: das Moschus. Mit diesem Duft markieren sie ihr Revier und locken Weibchen an.
Leider ist dieser Duftstoff den Tieren zum Verhängnis geworden. Echter Moschus ist in der traditionellen Medizin Asiens und in der Parfümindustrie extrem begehrt. Auf dem Schwarzmarkt wird es teilweise teurer gehandelt als pures Gold. Obwohl die Tiere streng geschützt sind, werden sie deshalb immer wieder von Wilderern gejagt. Heute gelten fast alle Arten der Moschustiere als stark gefährdet.
Weiter zu Platz 11: Der riesige Bodenstaubsauger des Meeres!
Wir verlassen die Bergwälder Asiens und springen zurück ins warme Salzwasser des Indischen Ozeans. Dort lebt ein riesiges, gemütliches Säugetier, das ein Gesicht hat wie ein riesiger Staubsauger-Aufsatz. Es frisst tonnenweise Gras, lebt aber unter Wasser! Klicke jetzt weiter und lerne den faszinierenden Dugong kennen!
Quellen:
- The distribution, status and conservation of the Himalayan musk deer Moschus chrysogaster (https://www.sciencedirect.com)
- [The taxonomy of the musk deer (Artiodactyla, Mammalia)] (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- Inhaltsverzeichnis:
- 0. Einleitung
- 1. Kuhfisch
- 2. Glasfrosch
- 3. Sägerochen
- 4. Spiegeleiqualle
- 5. Streifentenrek
- 6. Seefledermaus
- 7. Saiga
- 8. Gespensterfisch
- 9. Glasflügler
- 10. Moschustier
- 11. Dugong
- 12. Ozeanschnecke
- 13. Riesenassel
- 14. Fetzenfisch
- 15. Blattschwanzgecko
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