Können sich Hühner im Spiegel erkennen? Forscher führen den Spiegeltest erfolgreich durch!
- Mit dem Spiegeltest prüfen Forscher, ob ein Tier sich seiner Selbst bewusst ist.
- Sich selbst zu erkennen, zeugt von großer Intelligenz.
- Eine neue Studie belegt, dass auch Hühnervögel ihn bestehen.
Es fällt uns leichter, Tiere zu essen, die wir nicht für intelligent halten. Mit jeder neuen Studie finden Forscher jedoch heraus, wie schlau „Nutztiere“ tatsächlich sind. Manchmal sogar schlauer als Hunde und Katzen!
Selbstbewusstsein bei Hühnern: Die Studie der Uni Bonn
Wissenschaftler der Uni Bonn haben sich gefragt, ob sich Hühner ihrer Selbst bewusst sind. Sie haben mit ihnen den Spiegeltest durchgeführt.
Der Spiegeltest: Der Nachweis von Selbsterkenntnis im Tierreich
Beim Spiegeltest bringen Wissenschaftler einen farbigen Punkt am Körper an. Und zwar so, dass das Tier den Punkt nur im Spiegel sehen kann. Also zum Beispiel oben auf dem Kopf. Wenn das Tier den Punkt im Spiegel untersucht, gilt das als Beweis dafür, dass es sein Spiegelbild als sich selbst erkennt.
Grenzen der Forschung: Warum der Spiegeltest oft versagt
Mittlerweile weiß man aber, dass der Test nicht mit allen Tierarten funktioniert. Zum Beispiel Gorillas. Sie vermeiden naturgemäß Augenkontakt und sehen nur ungern in die Augen eines Artgenossen (oder Spiegelbildes). Oft verhindert auch die künstlich geschaffene (Prüfungs-)Situation, dass sich die Tiere wohl fühlen und normal verhalten.
Verhaltensbiologie: Hähne und ihr natürlicher Warninstinkt bei Gefahr
Die Wissenschaftler haben sich daher bei den Hühnern etwas sehr Cleveres überlegt. Sie haben den Test mit einer natürlichen Situation verknüpft – einer Gefahrensituation mit einem Raubtier. Wenn sich ein Greifvogel nähert, warnen Hähne ihre Artgenossen typischerweise durch laute Rufe. Wenn Hähne alleine sind, bleiben sie jedoch still. Schließlich gibt es niemanden, den sie warnen können. Außerdem werden sie selbst nicht so schnell entdeckt.
Das Experiment: Wie Hähne auf ihr eigenes Spiegelbild reagieren
Nun haben die Wissenschaftler das Verhalten der Hähne wie folgt untersucht: Sie setzten einen Hahn zusammen mit Artgenossen in einen Raum und projizierten einen Greifvogel an eine Wand. Wie erwartet warnte der Hahn die Artgenossen. Dann entfernten sie die Artgenossen. Der Hahn blieb beim Anblick des Greifvogels nun stumm. Auch das war wie erwartet. Im nächsten Test setzten sie einen Spiegel in den Raum und zeigten wieder den Greifvogel. Wie würde der Hahn reagieren? Die Überraschung: Er stieß keine Warnlaute aus. Die Wissenschaftler glauben daher, dass sich das Tier darin erkannte und deshalb keinen Grund sah, zu krähen.
Fazit: Natürliches Verhalten als Schlüssel zur Selbsterkenntnis
Das ist erneut ein Beispiel dafür, dass der Spiegeltest nicht immer funktioniert – obwohl die Tiere durchaus ein Selbst-Bewusstsein haben können. Der Test ist aussagekräftiger, wenn das natürliche Verhalten der Tiere besser einbezogen wird.
Ethische Fragen: Warum Tierwohl und vegane Ernährung die Zukunft sind
Anmerkung der Redaktion: Wir finden es großartig, dass die Intelligenz von Hühnervögeln durch Studien wie diese endlich sichtbarer gemacht wird. Dank solcher Studien erfahren wir, wie liebevoll, empfindsam und intelligent Tiere sind. Und sie sind ein Grund mehr darüber nachzudenken, ob wir es weiterhin zulassen wollen, dass sie schlecht behandelt und dann getötet werden – für unser Essen. Eine vegane Ernährung hilft nicht nur das Tierleid zu beenden, sondern ist auch für die Natur und das Klima eine große Entlastung. Es gibt kaum einen einfacheren Weg, den Planeten zu retten. Wer es ausprobieren möchte - hier gibt es viele Informationen und Rezepte für eine gesunde und leckere vegane Ernährung: Vegan Taste Week.
Über die Studie
Die Studie der Universität Bonn wurde im Oktober 2023 im Magazin Journal PLOS ONE veröffentlicht.
Quellen:
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