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Schlangen machen aus sich selbst ein Lasso, um Beute zu fangen

  • Auf der Insel Guam leben Braune Nachtbaumnattern.
  • Sie haben sich dort stark vermehrt und bedrohen die einheimischen Vögel.
  • Um an deren Nester zu gelangen, verwenden sie eine neuartige „Lasso“-Technik.

Auf der Insel Guam (Mikronesien) wurde vor 70 Jahren versehentlich eine Schlange eingeführt: die Braune Nachtbaumnatter. Sie hat dort keine Feinde, aber mächtig Kohldampf, weswegen viele einheimischen Vögel von ihr gefressen werden – und deshalb stark bedroht sind.

Vogelschützer auf Guam haben sich aus diesem Grund etwas einfallen lassen: Sie haben die Nester der Vögel auf breite, hohe Zylinder aus Blech gesetzt. Die Idee dahinter: Schlangen können sehr gut Bäume hinauf kriechen, aber eine so glatte, steile Oberfläche sollte für eine Schlange unüberwindbar sein.

Wie Biologen der Colorado State University (USA) im Magazin „Current Biology“ berichten, hielten Videoaufnahmen nun eine böse Überraschung bereit: Darauf war zu sehen, dass die Schlangen eine ausgeklügelte Technik entwickelten, die Metall-Zylinder hinaufzukommen: Sie benutzen eine lassoartige Greiftechnik.

Die Schlange wickelt sich dabei mit ihrem hinteren Ende einmal um den Zylinder und hakt ihr Schwanzende ein. Das sieht ganz ähnlich aus wie die Schlinge eines Lassos und ist sozusagen ihr „Haltegriff“. Ihren vorderen Teil streckt sie zusammen mit dem Kopf gerade nach oben zum Himmel und „ruckelt“ sich Zentimeter für Zentimeter hoch. Die Fortbewegungsart wurde vorher noch nie bei Schlangen beobachtet.

Quelle: https://www.sciencemag.org

Braune Nachtbaumnatter Braune Nachtbaumnatter - Foto: Ken Griffiths/Shutterstock