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Insekten werden nicht von Licht angezogen – aber von was dann? Forscher lösen das Rätsel

  • Fliegende Insekten umkreisen nachts häufig Lichtquellen.
  • Wenn sie der Lichtquelle zu Nahe kommen, sterben sie.
  • Sie werden nicht davon angezogen, sondern befinden sich in einem Zustand völliger Verwirrung.

Glühbirnen in der NachtGlühbirnen in der Nacht - Foto: Artem Zakharov/stock.adobe.com

Insekten lieben Licht ... oder etwa nicht?

„Wie die Motte vom Licht“ sagt man, wenn sich jemand von etwas angezogen fühlt. Er basiert auf der Tatsache, dass Fluginsekten nachts oft hektisch um Lampen herumfliegen. Jahrelang rätselten Wissenschaftler, warum sie das tun. Mit modernsten Forschungsmethoden und technisch anspruchsvollen Videotechniken kamen sie der Sache jetzt auf die Spur. Bislang glaubte man, dass die Tiere direkt auf das Licht zusteuern. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.


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Der Himmel als Lichtquelle

Normalerweise ist der Himmel eine riesige Lichtquelle und immer heller als der Boden. Selbst nachts. Schließlich haben die Tiere viel bessere Augen als wir Menschen und können auch schwaches Licht sehr gut wahrnehmen – zum Beispiel vom Mond oder sogar den Sternen. Die Tiere drehen dem Licht immer den Rücken zu und bleiben in einem bestimmten Winkel zur Lichtquelle. Solange sich das Licht über ihrem Kopf befindet, können sie ihren Körper in der richtigen Position halten und die Flugbahn kontrollieren. Sie sind wie Piloten, die auf ihre Messinstrumente sehen und feststellen: „Alles klar, der Horizont ist da, wo er sein soll, das Flugzeug liegt genau auf Kurs“.

Flugbahn von InsektenFlugbahn von Insekten - Foto: Fabian et al. 2024, [CC BY 4.0] [CC BY 4.0], via Nature Communications

Künstliche Lichtquellen verwirren

In der Nähe einer kleinen, künstlichen Lichtquelle, zum Beispiel einer Lampe, sind die Insekten jedoch verwirrt. Sie müssen ständig ihre Flugbahn korrigieren, um den Winkel zum Licht zu halten und werden dadurch wie in einer Spirale ständig um das Licht herumgeführt. Gleichzeitig spielt auch ihr Gefühl für die Erdanziehung verrückt. Es ist so, als würde ihre Welt auf dem Kopf stehen. Die Insekten sind verwirrt und stoßen irgendwann mit der Lichtquelle zusammen.

Lichtverschmutzung ist auch für Insekten ein Problem

Lampen, deren Licht nach unten geworfen wird, sind weniger gefährlich. Am schwierigsten ist es für die Tiere, Licht auszuweichen, das nach oben zeigt. Nur wenn sie zufällig von einem Windstoß weit genug weggetrieben werden, können sie der Situation entkommen. Oder es macht jemand die Lampe aus. Der weltweite Rückgang an Insekten hat viele Gründe. Aber auch das Licht spielt eine Rolle. Die Forscher wollen darauf aufmerksam machen, dass auch die Lichtverschmutzung untersucht werden muss, um die Insektenwelt zu retten.


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Die Studie des Imperial College London (England) erschien im Januar 2024 in der Fachzeitschrift Nature Communications.

Quelle: https://www.sciencealert.com, https://www.nature.com


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