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Neue Studie: Der Buntspecht hat doch keinen Stoßdämpfer im Kopf

  • Der Buntspecht bekommt keine Gehirnerschütterung beim Hämmern.
  • Bislang dachte man, ein schwammartiger Knochen würde die Stöße abfedern.
  • Eine neue Studie belegt jedoch, dass diese Annahme nicht richtig ist.

Buntspecht Buntspecht - Foto: Gert Hilbink/stock.adobe.com

Falsch gelernt?

Seit vielen Jahren wird Kindern beigebracht: Der Buntspecht hat einen „Stoßdämpfer“ im Kopf. Damit er keine Gehirnerschütterung bekommt, wenn er mit seinem Schnabel in Bäume hämmert. Jetzt fanden Forscher heraus, dass das nicht stimmt und sogar ziemlich unpraktisch für den Vogel wäre.

Wie entsteht eine Gehirnerschütterung?

Fangen wir von vorne an: Wenn wir Menschen plötzlich mit dem Kopf auf dem Boden aufkommen (z. B. bei einem Unfall), wird unser Gehirn sehr schnell und stark an die Schädelwand gepresst. Dadurch wird es verletzt und wir sprechen von einer Gehirnerschütterung. Weil der Buntspecht aber ständig mit seinem Schnabel gegen Bäume hämmert, ging man davon aus, dass er eine Art Stoßdämpfer haben muss. Tatsächlich fanden Forscher zwischen Schnabel und Schädel einen schwammartigen Knochen, von dem man dachte, er würde den Aufprall vermindern.

Videoaufnahmen vom Hämmern

Mithilfe von 109 Hochgeschwindigkeits-Aufnahmen verschiedener Spechtarten und biokinetischen Modellen fanden Forscher nun heraus, dass der Kopf des Buntspechts weniger ein Schutzhelm, sondern eher wie ein steifer Hammer ist.

40-60 % weniger starker Aufprall

Es gibt mehrere Gründe, warum das Gehirn unverletzt bleibt. Zum Beispiel, weil es sehr klein ist und sich zwischen Gehirn und Schädel weniger Flüssigkeit befindet als bei uns Menschen. Ein Aufprall oder Druck, der bei uns zur Gehirnerschütterung führen würde, ist beim Specht nur 40-60 % so stark. Außerdem ist Holz sehr viel weicher als Beton oder etwa Metall. Das Holz müsste viermal härter sein, damit der Vogel eine Auswirkung spürt.

Warum wäre ein Stoßdämpfer unpraktisch?

Wenn der Aufprall abgemildert würde, könnte der Buntspecht nicht so stark hämmern und hacken. Er bräuchte unverhältnismäßig viel Kraft dafür und wäre schnell erschöpft.

Über die Studie

Die Studie der Universität Antwerpen (Belgien) erschein im Juli 2022 im Magazin Current Biology.


Quellen:


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