Forscher beobachten erstmals wie eine Buckelwal-Mutter um ihr Kalb trauert
- Forscher haben erstmals beobachtet, wie eine Buckelwal-Mutter stunden- und möglicherweise tagelang bei ihrem verstorbenen Baby blieb.
- Ein männliches Begleittier blieb während der gesamten Zeit schützend an der Seite der Wal-Mutter.
- Die Beobachtung zeigt, dass auch Bartenwale starke Gefühle besitzen.
Große Gefühle im tiefen Ozean
Wissenschaftler wissen schon länger, dass Zahnwale wie Delfine um verstorbene Artgenossen trauern. Bei Bartenwalen wie den Buckelwalen gab es dazu bisher aber kaum Berichte. Eine neue Beobachtung zeigt nun, wie tief die Bindung zwischen einer Buckelwal-Mutter und ihrem neugeborenen Baby ist. Die Mutter zeigte deutliche Anzeichen von Trauer, als ihr kleines Kalb verstarb.
Ein stundenlanger Abschied im Meer
Die Forschenden beobachteten das Geschehen über einen langen Zeitraum im Meer. Die Wal-Mutter weichte nicht von der Seite ihres totgeborenen Babys. Sie blieb stets in unmittelbarer Nähe und berührte das kleine Tier immer wieder vorsichtig. Im Gegensatz zu Delfinen versuchte sie jedoch nicht, das Kalb an die Wasseroberfläche zu heben. Ein zweiter ausgewachsener Buckelwal begleitete die Mutter dabei ununterbrochen und blieb friedlich an ihrer Seite.
Was die Forschung über das Verhalten lernt
Dieses Verhalten erinnert stark an die Trauer von anderen hochentwickelten Säugetieren. Es zeigt, dass Buckelwale ein reiches Gefühlsleben besitzen und soziale Beziehungen pflegen. Weil tote Junge im offenen Ozean schnell versinken, lassen sich solche Momente nur extrem selten beobachten. Die verlässliche Dokumentation hilft Wissenschaftlern nun dabei, das Denken und Fühlen der sanften Riesen im Meer besser zu verstehen.
Nicht nur Buckelwale trauern
Nicht nur Wale zeigen tiefes Mitgefühl. Auch bei Elefanten beobachten Wissenschaftler seit vielen Jahren echte Trauer. Wenn ein Herdenmitglied oder ein junges Elefanten-Baby stirbt, bleiben die Tiere stundenlang am selben Ort. Sie berühren den Körper vorsichtig mit ihrem Rüssel, bedecken ihn manchmal mit Ästen und besuchen die Knochen verstorbener Verwandter sogar noch nach vielen Jahren. Auch bei Schimpansen, Delphinen und Elstern wurden ähnliche Verhaltensweisen dokumentiert.
Über die Studie
Die Studie der Griffiths University (Australien) wurde im September 2026 in der Fachzeitschrift Discover Oceans veröffentlicht.
Es berührt mich tief zu sehen, wie eine Buckelwal-Mutter um ihr totes Kalb trauert. Nur weil wir so ein Verhalten bei vielen anderen Tierarten noch nicht wissenschaftlich dokumentiert haben, heißt das doch lange nicht, dass andere Tiere nicht genauso empfinden. Brauchen wir denn wirklich für jedes einzelne Tier erst eine Studie? Ich finde, wir spüren es doch längst tief im Herzen, dass Tiere trauern. Umso mehr sollten wir alle Lebewesen schützen und achten.
Silke von tierchenwelt.de
Quellen:
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