Entdeckung: Krebstiere bestäuben Algen – so wie Bienen es bei den Blumen tun
- Bislang glaubte man, nur Insekten würden bestäuben.
- Jetzt fanden Forscher heraus, dass Krebstiere Algen bestäuben.
- Damit haben sie eine ganz neue Art der Bestäubung entdeckt.
Bienen der Meere: Wie Asseln die Rotalgen befruchten
Dreispitzige Meerasseln (Idotea balthica) sind kleine Krebstiere. Sie werden knapp 2 bis 3 cm lang und leben auf Seegräsern und Algen. Forscher haben entdeckt, dass die Tiere eine bestimmte Art von Rotalgen (Gracilaria gracilis) bestäuben. Dieser Fund ist eine Überraschung, denn bislang bezog sich der Begriff „Bestäubung“ ausschließlich auf das Zusammenwirken zwischen Pflanzen und Insekten (z. B. Bienen, Schmetterlinge), Vögeln (z. B. Kolibris) oder Säugetieren (z. B. Fledermäuse).
Nahrungssuche mit Nutzen: Der Weg der Geschlechtszellen
Die Krebstiere leben in der Nähe der Rotalgen, weil sie sich von winzigen Kieselalgen ernähren, die auf ihrer Oberfläche wachsen. Während sie auf der Suche nach Nahrung von Alge zu Alge schwimmen, kommen sie in Kontakt mit den Gameten (Geschlechtszellen) der männlichen Rotalgen und befördern sie zu weiblichen Rotalgen. Bislang hatten die Forscher immer angenommen, dass die Gameten durch den Wellengang zu den weiblichen Algen gelangen.
Symbiose unter Wasser: Ein Vorteil für Alge und Krebs
Da sowohl Rotalge als auch Krebstier einen Vorteil davon haben, könnte man das als Art Symbiose bezeichnen.
Wichtiger Unterschied: Warum Algen keine echten Pflanzen sind
Interessant übrigens: Algen gehören nicht einmal zu den Pflanzen. Offiziell sind sie pflanzenartige Lebewesen, die Photosynthese betreiben.
Über die Studie
Die Studie des Kunming Institute of Botany der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (China) erschien im Juli 2022 im Magazin Science.
Quellen:
















