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Die Tiere, die am weitesten wandern

Welche Tiere wandern über weite Strecken hinweg? Wohin wandern sie und, warum wandern Tiere überhaupt?

Tiere verlassen häufig ihren Lebensraum, um zu einem anderen zu gelangen. Und zwar über viele Kilometer hinweg. Sie laufen (z. B. Huftiere), fliegen (z. B. Vögel und Insekten) oder schwimmen (z. B. Wale) zu einem anderen Ort.

Küstenseeschwalbe Küstenseeschwalbe - Foto: Mark Medcalf/Shutterstock

Warum wandern Tiere?

In den meisten Fällen ziehen Tiere während der kalten Wintermonate in wärmere Gebiete. Der Monarchfalter-Schmetterling zum Beispiel. Wenn in Kanada (im Norden der USA) der Winter Einzug hält, macht er „die Flatter“ und fliegt in den Süden in das angenehm warme Mexiko.

Die Wegstrecke von 3.200 km ist vor allem deshalb so erstaunlich, weil ein Schmetterling im Gegensatz zu einem Karibu doch ein eher zerbrechliches Lebewesen ist.

Tiere wandern aber auch, wenn sie nicht mehr ausreichend Nahrung finden. Oder sie sind vom Wetter abhängig (z. B. Trocken- oder Regenzeit). Manche Tiere wandern zudem, um sich an einem bestimmten Ort zu finden und zu paaren. Zum Beispiel Schildkröten.

TierStrecke
Küstenseeschwalbe 30.000 km
Lederschildkröte 20.558 km
Grauwal 20.000 km
Wanderlibelle 14.000-18.000 km
Unechte Karettschildkröte 14.500 km
Pfuhlschnepfe* 11.500 km
Karibu** 6.000 km
Wüstenheuschrecke 4.500 km
Monarchfalter 3.200 km

* nonstop innerhalb von 200 Stunden von Alaska nach Neuseeland
** ein nordamerikanisches Rentier

Wie weit wandern Tiere?

Die Küstenschwalbe fliegt beinahe einmal um die ganze Erde, um dem Winter zu entfliehen. Und das ist nicht sprichwörtlich gemeint, denn der Vogel bewältigt dabei eine Strecke von 30.000 km und der Umfang der Erde beträgt nicht viel mehr als 40.000 km. Ein Wanderer, der sich nur nachts ausruht und ansonsten den ganzen Tag NUR wandert, würde für diese Strecke 4 Jahre benötigen.

So eine lange Strecke kann ganz schön anstrengend sein. Die Küstenseeschwalbe macht daher im Flug etwas, was wir weder beim Radfahren oder Skaten, ja nicht einmal beim Laufen tun sollten: schlafen. Sie schaltet die eine Gehirnhälfte ab und steuert mit der anderen. Diesen Trick wenden übrigens auch Delfine an.

Der Rekord der Lederschildkröte ist deshalb auf den Meter genau, weil er sich auf ein einzelnes Tier bezieht, das mit einem Sender ausgestattet wurde.

Wohin wandern Tiere?

Die Wanderlibelle Pantala flavenscens fliegt zusammen mit Millionen anderer Wanderlibellen insgesamt stolze 14.000-18.000 km von Süd-Indien nach Süd-Afrika und zurück. Das außergewöhnliche daran: 600 km bis 800 km davon muss sie über das Meer. Eine Libelle!

Gemeinsam wandern in großen Herden

Wo wir gerade bei „Millionen“ sind: Viele Tiere wandern in großen Herden. Gnus verlassen gegen Ende der Regenzeit die trockenen Weiden in Tansania und ziehen Richtung Kenia. Rund 1,5 Millionen Tiere machen sich dann gleichzeitig auf de Weg. Auch Zebras wandern in großen Gruppen von bis zu 200.000 Tieren. Gazellen können Herden von 500.000 Tieren bilden.

Gnu-Herde Gnu-Herde - Foto: Sergey Uryadnikov/Shutterstock

Auch in der Luft gibt es solche Scharen. Jedes Jahr ziehen 8 Millionen Palmenflughunde (das sind Fledertiere) abhängig von Regen- oder Trockenzeit vom Kongo nach Zambia und zurück.

Welche Tierarten wandern?

Am besten ist das Wanderverhalten von Zugvögeln bekannt. Jährlich sollen es etwa 50 Milliarden (!) Tiere sein, davon etwa 5 Milliarden zwischen Europa und Afrika. Dazu gehören neben der Küstenseeschwalbe und der Pfuhlschnepfe auch Schwalben, Mauersegler, Drosseln und Störche.

Bei den Säugetieren sind vor allem die Gnus berühmt für ihre Wanderungen. Außerdem wandern Zebras, Gazellen, Büffel, Karibus, Wale, Delfine, Antilopen, Elefanten, Kamele, Dromedare und sogar Raubkatzen wie der Schneeleopard.

Bei den Insekten sind es Schmetterlinge, Heuschrecken und Libellen, die weit wandern. Zu den Fischarten, die wandern, zählen insbesondere Lachse, Thunfische und Schwertfische.

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