Meeresschildkröten schützen: 5 einfache Wege, wie du zum Retter wirst
Meeresschildkröten sind echte Urzeit-Helden. Es gibt sie schon seit über 100 Millionen Jahren! Doch heute brauchen sie unsere Hilfe. Die gute Nachricht ist: Du musst kein Meeresbiologe sein, um einen Unterschied zu machen!
1. Schutzzone Strand: Warum du Schildkröten rettest, wenn du auf Angeln verzichtest
Im Urlaub angeln viele Menschen gerne zum Zeitvertreib direkt vom Strand oder von Molen aus – mit einem Haken und einer Angelschnur. Für Meeresschildkröten (wie die Unechte Karettschildkröte) ist das eine tödliche Gefahr.
- Schmerzhafte Angelhaken: Die scharfen Haken bohren sich oft tief in die weichen Flossen oder den Hals der Tiere. Verschluckt eine Schildkröte den Haken, führt das zu schweren inneren Verletzungen.
- Geisternetze und Schnüre: Wenn Angelschnüre reißen, bleiben sie als unsichtbare Fallen im Wasser. Schildkröten verheddern sich darin, können nicht mehr zum Atmen an die Oberfläche und ertrinken.
- Dein Beitrag: Verzichte auf das Angeln. Auch die Fische freuen sich! Wenn du weggeworfene Schnüre und Angelhaken am Strand siehst, sammle sie ein – so verhinderst du, dass sie zur tödlichen Falle werden.
Wenn ich im Urlaub Kids sehe, die am Strand angeln, gehe ich zu ihnen und erkläre die Gefahr. Das kostet mich Überwindung, aber es ist das Mindeste, was ich tun kann: Meine Stimme für diejenigen zu nutzen, die selbst nicht sprechen können.
Silke von tierchenwelt.de
2. Der Teller-Trick: Weniger Fisch ist mehr Schildkröte
Die größte Bedrohung für Schildkröten weltweit ist die industrielle Fischerei. Jedes Jahr landen unzählige Meerestiere als ungewollter Beifang in riesigen Netzen der kommerziellen Flotten.
- Nachhaltiger Konsum: Je weniger Fisch wir essen, desto weniger Netze werden ausgelegt. Das ist der direkteste Weg, um den Lebensraum der Schildkröten sicherer zu machen.
- Pflanzliche Alternativen: Probier beim nächsten Kochen mal „Visch“-Stäbchen oder knusprige Algen-Snacks. Sie schmecken wundervoll nach Meer, lassen die Schildkröten aber in Frieden schwimmen.
3. Plastiktüten: Quallen-Lookalikes vermeiden
Für eine Schildkröte sieht eine im Wasser schwebende Plastiktüte genau aus wie eine leckere Qualle.
- Die Verwechslung: Wenn Schildkröten aus Versehen Plastik essen, wird ihr Magen blockiert. Sie fühlen sich satt, verhungern aber innerlich, weil Plastik keine Nährstoffe liefert.
- Mikroplastik im Nest: Winzige Plastikteilchen vermischen sich mit dem Sand an Niststränden. Studien zeigen, dass dies die Temperatur im Nest verändern und die Entwicklung der Schildkröteneier stören kann.
Tipp: Nutze beim Einkaufen Stoffbeutel und achte bei Kosmetik auf das Label „ohne Mikroplastik“.
4. So wirst du zum Schildkröten-„Bodyguard“
Wenn du selbst am Meer bist, kannst du mit ein paar einfachen Verhaltensweisen dafür sorgen, dass der Strand ein sicheres Zuhause bleibt. Besonders während der Nistsaison (wenn die Schildkröten-Mütter ihre Eier ablegen) ist das überlebenswichtig:
- Licht aus – Sterne an: Schildkrötenbabys orientieren sich am Mondlicht, um den Weg ins Meer zu finden. Taschenlampen, Blitzlicht oder Lagerfeuer am Strand verwirren sie so sehr, dass sie in die falsche Richtung laufen und sterben.
- Hunde an die Leine: Während der Nistsaison sollten Hunde am Strand immer angeleint bleiben. Sie buddeln sonst aus Neugier die versteckten Nester im Sand auf oder gefährden die frisch geschlüpften Babys.
- Keine Wildtiere füttern: Es ist wichtig, niemals Tiere am Strand zu füttern. Sie gewöhnen sich an die Futterplätze, kommen immer wieder und stören die Schildkröten-Mütter empfindlich bei der Eiablage.
- Schildkröten niemals anfassen: Das bedeutet riesigen Stress für die Reptilien, denn sie nehmen uns Menschen als Bedrohung wahr. Außerdem können dabei gefährliche Krankheiten (Zoonosen) übertragen werden – und ja, das passiert auch unter Wasser.
- Nein zu „Schwimme mit Schildkröten“-Touren: Diese Touren sind meistens Tierquälerei. Den Schildkröten wird oft keine Ruhe gelassen. Manchmal werden sie Touristen für ein Foto sogar auf den Bauch gelegt. Mehr Stress geht für ein Wildtier nicht.
- Müll-Patrouille: Sei ein Vorbild. Jede Plastiktüte und jeder Schnipsel, den du in die Mülltonne wirfst, rettet Leben.
Wenn ich schnorchle habe ich immer eine kleine Boje für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit dabei. Sie hat auch eine kleine, praktische Netztasche. Wenn ich Müll sehe, verstaue ich ihn darin und werfe ihn später am Strand in eine Mülltonne.
Silke von tierchenwelt.de
Profi-Tipp für Schnorchler: So verhältst du dich richtig!
Echte Schildkröten-Freunde beobachten die Tiere mit respektvollem Abstand. Das schönste Erlebnis hast du, wenn du dich passiv verhältst:
- Abstand halten: Halte mindestens 3 bis 5 Meter Abstand zum Tier.
- Seitlich bleiben: Schwimme niemals direkt über der Schildkröte. Bleib an ihrer Seite, damit sie immer freien, ungestörten Zugang zur Wasseroberfläche hat, um Luft zu holen.
- Keine hektischen Bewegungen: Bewege deine Flossen ruhig. Wenn die Schildkröte merkt, dass du keine Gefahr bist, bleibt sie entspannt und du kannst sie viel länger beobachten.
5. Deine Superkraft: Sag es weiter!
Wissen ist der beste Artenschutz. Kommunikation ist hier dein wertvollstes Werkzeug!
- Werde Botschafter: Erkläre deinen Freunden und Eltern, warum das Angeln am Strand oder das Nutzen von Taschenlampen nachts gefährlich ist. Viele Menschen machen das nicht aus Bosheit, sondern weil sie es nicht wissen.
- Schul-Projekte: Halte dein nächstes Referat über Meeresschildkröten und Tierschutz. Je mehr Leute mitmachen, desto größer wird unsere „Rettungswelle“!
Empfohlene Beiträge:
Quellen:
- Cumulative estimates of sea turtle bycatch and mortality in USA fisheries (https://www.sciencedirect.com)
- The true depth of the Mediterranean plastic problem: Extreme microplastic pollution on marine turtle nesting beaches in Cyprus (https://www.sciencedirect.com)
- Microplastic at nesting grounds used by the northern Gulf of Mexico loggerhead recovery unit (https://www.sciencedirect.com)
- Global analysis of anthropogenic debris ingestion by sea turtles (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- A global review of marine turtle entanglement in anthropogenic debris: a baseline for further action (https://www.researchgate.net)
- Aktualisiert am



















