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Aliens der Ozeane: 6 gruselige Tiefsee-Tiere, die wirklich existieren

Tiefsee-Anglerfisch Tiefsee-Anglerfisch - Illustration: Praha/Shutterstock

Tiere in der Tiefsee zu erforschen, ist wie Aliens „Guten Tag“ zu sagen. Ab etwa 200 Metern Tiefe verschwindet das Sonnenlicht, ab 1.000 Metern herrscht vollkommene Finsternis. Die Lebewesen dort wirken oft wie aus einem Science-Fiction-Film: Einige besitzen durchsichtige Köpfe, andere riesige Zähne – und viele leuchten mitten in der eisigen Finsternis.

Die Tiefsee-Skala auf einen Blick

TiefeBedingungenTiere
200 m Die Dämmerzone beginnt Schwarmfische, Krebse
1.000 m Absolutes Dunkel, eisige Kälte Gespensterfisch, Anglerfisch
3.000 m Extrem hoher Wasserdruck Viperfisch, Bartendrachenfisch
8.300 m Rekordtiefe für Fische Schneckenfisch

Meeres-Zonen Meeres-Zonen - Illustration: EreborMountain/Shutterstock

1. Welcher Fisch lebt am tiefsten?

Der Schneckenfisch und das Bartmännchen

Lange Zeit galt das Bartmännchen (Abyssobrotula galatheae) als Rekordhalter, nachdem man es in 8.370 Metern Tiefe im Puerto-Rico-Graben entdeckte. Inzwischen haben Forscher jedoch in 8.336 Metern Tiefe im Izu-Ogasawara-Graben vor Japan eine lebende Schneckenfisch-Art (Pseudoliparis) gefilmt.

Ein extremer Druck - ein Vergleich: In 8.000 Metern Tiefe drückt das Wasser mit einem extremen Druck von rund 800 Bar auf den Körper der Tiere. Das fühlt sich an, als würde ein ausgewachsener Elefant auf deinem Daumennagel stehen!

Auch kleine Flohkrebse leben in diesen extremen Tiefen – einige wurden sogar am Grund des Marianengrabens in über 10.000 Metern Tiefe nachgewiesen. Das ist tiefer, als der Mount Everest hoch ist!

Bartmännchen Bartmännchen - Foto: RYO SATO [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

2. Der Fisch mit dem gläsernen Kopf

Der Gespensterfisch

Der Gespensterfisch (Macropinna microstoma) besitzt einen komplett durchsichtigen, mit Flüssigkeit gefüllten Kopf. Dadurch blickt er wie durch die Windschutzscheibe eines Autos direkt nach oben ins Dämmerlicht.

  • Rotierende Augen: Lange dachte man, seine Augen seien starr nach oben gerichtet. Forscher des Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) fanden jedoch heraus, dass der Fisch seine rohrförmigen, grünglänzenden Augen im Kopf drehen kann! So blickt er nach vorne, wenn er frisst, und nach oben, wenn er nach Beute sucht.
  • Verwechslungsgefahr: Die zwei kleinen Ausbuchtungen vorne über dem Mund sind gar nicht seine Augen, sondern seine Geruchsorgane (Nasenlöcher).

Gespensterfisch Gespensterfisch - Foto: [Public domain], via Wikimedia Commons

3. Jagd mit eigener Leuchtreklame

In der Tiefsee wachsen keine Pflanzen. Zwar sinkt ab und zu „Meeresschnee“ – abgestorbene Pflanzenteile und biologische Reste – von oben herab, doch das reicht oft nicht aus. Die Tiere müssen aktiv Beute anlocken.

Wie leuchten Tiere unter Wasser? (Biolumineszenz)

Das Phänomen, wenn Lebewesen ihr eigenes Licht erzeugen, nennt man Biolumineszenz. Tiefseetiere nutzen dafür zwei verschiedene Methoden:

  • Eigene Chemie: Sie stellen einen speziellen Leuchtstoff (Luciferin) selbst im Körper her und lassen ihn mit Sauerstoff reagieren.
  • Untermieter im Körper: Sie halten Milliarden leuchtende Bakterien in kleinen Hautbeuteln, die rund um die Uhr für sie strahlen.

Der Bartendrachenfisch

Der Bartendrachenfisch trägt an seinem Unterkiefer einen langen Hautauswuchs (eine sogenannte „Bartel“). An deren Ende sitzt ein leuchtendes Organ. Der Fisch setzt es wie eine Unterwasser-Leuchtreklame ein: Neugierige Opfer schwimmen direkt auf das Licht zu – und landen im Mund des Räubers.

Bartendrachenfisch Bartendrachenfisch - Foto: Edith Widder/HBOI [Public Domain], via Wikimedia Commons

Der Laternenfisch

Laternenfische besitzen spezielle Beutel unter den Augen, in denen leuchtende Bakterien leben. Droht Gefahr durch einen Fressfeind, klappt der Fisch eine kleine Hautfalte wie eine Jalousie über das Auge, schirmt das Licht ab und wird augenblicklich unsichtbar.

Laternenfisch Laternenfisch - Foto: luca_dt [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

4. Blinken in der Finsternis

Der Viperfisch

Eine Schlange unter Wasser? Der Viperfisch hat Zähne, die so lang und spitz sind, dass er seinen Mund gar nicht mehr komplett schließen kann. Er nutzt sie wie lange Dolche, um seine Beute zu erdolchen.

Über seinen gesamten Körper sind bis zu 1.500 winzige Leuchtorgane verteilt. Wenn er aufgeschreckt wird oder mit Artgenossen kommuniziert, kann sein ganzer Körper rhythmisch anfangen zu blinken. Der Viperfisch lebt in Tiefen von bis zu 3.000 m – das ist so tief, wie fast acht Eiffeltürme aufeinandergestapelt im Meer versinken würden!

Viperfisch Viperfisch - Foto: Edd48 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

5. Fischen in der Dunkelheit

Der Anglerfisch: Die kleinsten Ehemänner der Welt

Der Anglerfisch trägt seine eigene Angel direkt auf der Stirn: Ein umgewandelter Flossenstrahl, an dessen Spitze ein Organ voller Leuchtbakterien sitzt. Kleine Krebse und Fische halten das Licht für Nahrung, schwimmen heran – und der Anglerfisch muss nur noch den Mund aufreißen.

Bizarres Zwerg-Männchen: Was viele nicht wissen: Nur die Weibchen besitzen die Leuchtangel und die riesigen Zähne. Die Männchen sind winzig klein (oft nur ein Zehntel so groß) und können nach dem Heranwachsen nicht einmal selbst essen.

Ein Männchen sucht im Dunkeln verzweifelt nach einem Weibchen, verbeißt sich in ihrem Bauch und wächst mit der Zeit komplett mit ihrem Körper zusammen. Ihre Haut und ihre Blutkreisläufe verschmelzen, bis das Männchen dauerhaft als körpereigenes Organ zur Fortpflanzung dient.

Tiefsee-Anglerfisch Tiefsee-Anglerfisch - Illustration: Praha/Shutterstock

6. Riesige Leucht-Glühbirnen

Die Seescheide (Feuerwalze)

Es gibt nicht nur Fische, die leuchten. Manteltiere wie die frei schwebenden Feuerwalzen (eine Kolonie winziger Seescheiden) erzeugen ein extrem helles, bläuliches Licht. Sie leuchten nicht, um ihre Umgebung auszuleuchten, sondern um sich bei Berührung zu verteidigen oder Signale an Artgenossen zu senden.

Seescheide Seescheide - Foto: Ethan Daniels/Shutterstock

Wie erforscht man die Tiefsee?

Tiefseetiere an die Oberfläche zu holen, ist fast unmöglich: Der plötzliche Druckabfall würde ihren Körper zerstören und sie sofort töten. Auch menschliche Taucher halten dem enormen Wasserdruck nicht stand. Die Forschung nutzt deshalb unbemannte Tauchroboter (ROVs), die mit Spezialkameras und Scheinwerfern ausgerüstet sind, um die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu filmen.

Tiefsee-Tauchroboter Tiefsee-Tauchroboter - Foto: Ingvar Tjostheim/Shutterstock


Quellen:


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  • Aktualisiert am

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