Blubb... alles im Lot unterm Boot
Wie – unter Wasser? Schlafen? Für uns ist das einfach unvorstellbar, für Tiere aber ganz normal. Viele verkriechen sich in Höhlen oder Felsspalten und dösen vor sich hin. Die folgenden Tiere haben sich etwas besonderes einfallen lassen.
Flusspferde lassen sich fallen
Flusspferde halten sich gerne im Wasser auf. Das weiß jeder. Zum Schlafen gehen sie allerdings nicht an Land, sondern lassen sich mit ihren 4 Tonnen Körpergewicht einfach nach unten sinken und schlummern am Grund des Sees. Auf jeden Fall hört sie da keiner Schnarchen. Seekühe schlafen nicht nur unter Wasser, sondern tun das auch noch kopfüber. Dass denen nicht schlecht wird? Beide müssen übrigens ab und zu nach oben tauchen, um zu atmen.
Haie schlafwandeln
Sie müssen schwimmen, denn wenn kein Wasser durch die Kiemen fließt, dann bekommen sie keinen Sauerstoff. Sie schlafen daher nicht wirklich, sondern senken ihre Hirnfunktion, sie befinden sich quasi im Standby-Modus.
Delfine schalten ab
Wenn es ein Guinness-Buch der merkwürdigen Schlafgewohnheiten gäbe, dann wären die Delfine Rekordhalter. Sie schlafen nur mit der einen Hälfte des Gehirns, die andere bleibt wach. Nach ein bis zwei Stunden wird die Seite gewechselt, dann wir mit der anderen Hirnhälfte geschlafen. Super Technik – wäre geradezu traumhaft in der Schule (Tipp: in Mathe mit der linken Hirnhälfte schlafen)! Außerdem bleibt bei den Delfinen auch immer ein Auge offen (wortwörtlich), weil sie gegenseitig auf sich aufpassen. Manchmal vergisst ein Delfin zu atmen, dann wird er kurz mal angestupst.
Die größten Schlafmützen
| Braune Fledermäuse |
20 Stunden |
| Faultier | 20 Stunden |
| Igel | 18-20 Stunden |
| Gürteltier | 18,5 Stunden |
| Katze | 16 Stunden |
| Koalas | 14 Stunden |
| Geparden | 12 Stunden |
| Schimpansen | 10 Stunden |
| Gorillas | 10 Stunden |
Sicher ist sicher
Wer ist nachts schon mal aus dem Bett gefallen? Ja? Du? Blöde Sache, oder? Auch Tiere haben auf unliebsame Überraschungen wenig Bock und haben mehr oder weniger eigenartige Tricks drauf.
Ich klemm mich mal fest
Koalas klemmen sich in eine Astgabel, um nicht vom Eukalyptusbaum zu fallen (hört sich gemütlich an). Und Orang-Utans wickeln vor dem zu Bett gehen ihre Finger und Zehen um Äste, damit sie nicht von ihrem Nest im Baum herunterpurzeln. Vögel haben besonders interessante Technik: Wenn sie auf einer Stromleitung sitzen, ziehen sich die Musklen in ihren Füßchenkrallen zusammen, wenn sie sich entspannen. Ganz im Gegensatz zu uns, wenn wir uns entspannen, lockern sich die Musklen.
Der Basilisk und seine Trickfalle
Der Basilisk (eine Echse) stapft zum Schlafen auf das Ende eines Astes, der über einen See hängt. Sollte sich ein Feind nähern, während der Basilisk von leckeren Insekten träumt, beginnt der Ast zu wackeln. Der Basilisk fällt ins Wasser und ist außer Gefahr. Und auch noch frisch geduscht!
Zum hinlegen zu dick
Undenkbar für uns Menschen, aber viele Huftiere hauen sich zum Schlafen nicht aufs Ohr. Das könnte – vor allem für Fluchttiere wie Antilopen – übel ausgehen. Bis sie aufgestanden sind, hat der Löwe schon seinen Snack zwischen den Pfoten. Damit das nicht passiert, sammeln sie sich in Herden, stellen Wachposten auf und pennen im Stehen. Ausgewachsene Elefanten und Nashörner haben kaum etwas zu befürchten, können aber nicht im Liegen schlafen, weil ihr eigenes Gewicht zu stark auf die Lunge drücken würde.

Nickerchen am Steuer? Bei Tieren erlaubt!
Der Mauersegler düst aber drei Jahre ununterbrochen durch die Luft. Er fängt Beute im Flug, verspachtelt diese im Flug und – schläft im im Flug! Ebenso machen es manche Zugvögel, die im Winter gezwungen sind, manchmal tagelang über das offene Meer zu fliegen. Sie schlafen quasi am Steuer. Nur Tiere dürfen das!
Die hoffnungslos Schlaflosen
Würden wir täglich nur drei Stunden schlafen, hätten wir auf Dauer ein ausgewachsenes, gesundheitliches Problem. Es gibt zwar Menschen wie Napoleon, die bekanntlich nur vier Stunden am Tag schliefen, aber das ist dann doch eher die Ausnahme (Albert Einstein soll übrigens 14 Stunden am Tag geschlafen haben!). Beneidenswert in den Augen aller, die mit Schlafstörungen zu kämpfen haben: Das Erdhörnchen ist Winterschlaf-Weltmeister und döst ganze neun Monate lang.
Keine Zeit zum Schlafen?
| Pferde |
3 Stunden |
| Wespen | 2-3 Stunden |
| Giraffen | 1-2 Stunden |
| Okapi | 30 Sekunden |
Das Okapi ist Kurztiefschläfer
Das Okapi hält derzeit einen Rekord: Die Waldgiraffe schlägt zwar ein Nachtlager auf und liegt etwa sechs Stunden herum, seine Tiefschlafphase dauert aber nur 30 Sekunden. Die wiederholen sich pro Nacht nur etwa zehn Mal.
Moby Dick hat den Power-Nap drauf
Geschlagen wird das Okapi nur vom Pottwal, der im Gegensatz zu anderen Walen (siehe Delfin) mit beiden Gehirnhälften tief und fest schläft. Er treibt dabei hochkant (!!!) im Meer mit der Schnauze nach oben. Sein Schlaf ist so tief, dass er nicht mal Schiffe bemerkt. Dafür ist er auch extrem kurz. Luke Rendell von der St.-Andrews-Universität in Schottland hat dies Anfang 2008 entdeckt. Genaue wissenschaftliche Beweise stehen aber noch aus. Wenn das stimmt, hat der Pottwal den so genannten Power-Nap drauf (kurzer, tiefer Schlaf, der schnell erfrischt).
Frosch mit Schlaflosigkeit
Der Ochsenfrosch ist das einzige Tier, das nie schläft. Warum, wieso, weshalb? Weiß die Wissenschaft bis heute noch nicht...









