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Faultier

Steckbrief Faultier
Größe bis 60 cm
Geschwindigkeit bis 1,9 km/h (bei Gefahr)
Gewicht bis 5,5 kg
Lebensdauer 25-40 Jahre
Ernährung Blätter, Früchte
Feinde Adler, Schlangen, Jaguare
Lebensraum Mittel- und Südamerika
Ordnung Zahnarme
Unterordnung Faultiere
Wissenschaftl. Name Folivora
Merkmale hängt kopfüber am Baum
Ist das Faultier faul?

Das kommt auf den Standpunkt an. Wir Menschen halten Langsamkeit oft für Faulheit und, als die ersten Naturforscher das Faultier entdeckten, sahen sie, dass es sich so gut wie nie bewegt. Und wenn doch, dann extrem, extreeeem langsam. Aus ihrer Sicht ein „faules“ Tier eben!

Ich mach mal eben ein Nickerchen

Das Faultier schläft zwischen 15 und 20 Stunden am Tag. Da Faultiere bis zu 40 Jahre alt werden, verschläft es also knapp 34 Jahre seines Lebens. Weil es sich so langsam bewegt, weiß man oft nicht, ob es gerade wach ist oder ein Nickerchen macht.

Leben in den Bäumen

Faultiere verbringen fast ihr ganzes Leben auf Bäumen. Sie besitzen lange, gebogene Krallen, die bis zu 10 cm lang werden und hängen sich damit an einen Ast. In dieser Haltung machen sie fast alles. Sie schlafen, essen, paaren sich und gebären ihre Jungen. Nur manchmal klettern sie von ihrem Baum herab, um auf einen neuen zu klettern. Selbst tote Faultiere bleiben durch ihren festen Griff am Ast hängen.

Und wenn das Faultier aufs Klo muss?

Zu seinem Glück passiert das nicht so oft. Es steigt nur einmal in 1-2 Wochen herab, um "für kleine Faultiere zu gehen". Warum sie das nicht auch am Baum hängend tun, ist den Forschern noch immer rätselhaft.

Wie bewegen sich Faultiere am Boden?

Beine und Arme des Faultiers sind nicht für das Laufen gemacht. Um sich am Boden zu bewegen, schlägt es seine Vorderkrallen in den Erdboden und zieht sich auf dem Bauch rutschend vorwärts. Das sieht sehr unbeholfen aus und gar nicht wie das Faultier Sid aus Ice Age!

Wie schützen sich Faultiere vor Feinden?

Auf dem Boden sind Faultiere allen Angreifern fast schutzlos ausgeliefert. Aber auch in den Bäumen lauern Gefahren, z. B. durch Raubkatzen wie dem Jaguar. Das Faultier bleibt aber nicht einfach regungslos hängen, sondern wehrt sich mit seinen scharfen Krallen und Zähnen. Selbst schwere Verletzungen können ihm nichts anhaben. Tiefe Wunden entzünden sich selten und heilen innerhalb von wenigen Wochen komplett ab.

Gehen Faultiere im Wasser unter?

Die Vermutung liegt nahe, dass Faultiere so langsam schwimmen, wie sie sich auch sonst bewegen – und daher sofort ertrinken. Doch das Gegenteil ist der Fall. Faultiere können sehr gut schwimmen und bewegen sich mit ihren Vorderarmen kraulend vorwärts. Manchmal lassen sie sich direkt vom Baum ins Wasser fallen.

Fieser Scheitel?

Fast alle Säugetiere tragen ihren Scheitel auf dem Kopf oder dem Rücken, das Faultier hat ihn dagegen auf dem Bauch. Da es kopfüber im Baum hängt, läuft so der Regen besser ab.

Das lebendige Fell

Juckt es am Kopf? Wer schon mal Läuse hatte, wird dieses furchtbare Erlebnis nie vergessen und mit Schaudern daran zurückdenken. Das Faultier dagegen sieht es gelassen: In seinem Fell leben Motten, Käfer und andere Insekten. Sogar Algen wachsen darin, wodurch es grünlich aussieht und im Regenwald super getarnt ist.

Kopfdrehung

Faultiere haben zusätzliche Halswirbel, durch die sie ihren Kopf bis zu 270 Grad drehen können. Das hilft ihnen, mehr Blätter zu erreichen, ohne sich bewegen zu müssen.

Mir ist heiß! Mir ist kalt!

Die Körpertemperatur des Faultier beträgt normal 34 Grad Celsius, im Schlaf nur 10 Grad Celsius.

Ur-Opa und Or-Oma der Faultiere

Bis vor 10.000 Jahren lebten Riesenfaultiere, die so groß und schwer wie Elefanten waren. Sie lebten allerdings nicht in Bäumen, sondern auf dem Boden und konnten sich auf ihre Hinterbeine stellen wie Bären.

Mehr zum Thema:
Tierische Schlafmützen: Wie Faultiere schlafen

pfeil links Gürteltier | Großer Ameisenbär pfeil rechts


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