Größe: bis 60 cm
Gewicht: bis 5,5 kg
Geschwindigkeit: bis 2,5 km/h (Boden)
Merkmale: hängt kopfüber am Baum
Ernährung: Blätter, Früchte
Lebensraum: Mittel- und Südamerika
Ordnung: Zahnarme
Familie: Dreifinger-Faultier

Ist das Faultier faul?
Das kommt auf den Standpunkt drauf an. Wir Menschen halten Langsamkeit oft für Faulheit und als die ersten Naturforscher das Faultier entdecken, sahen sie, dass es sich so gut wie nie bewegt – und wenn doch, dann extrem, extreeeem langsam. Ein „faules“ Tier eben!
Ich mach mal eben ein Nickerchen
Das Faultier schläft bis zu 20 Stunden am Tag. Da Faultiere bis zu 40 Jahre alt werden, verschläft es knapp 34 Jahre seines Lebens. Da es sich so langsam bewegt, weiß man oft nicht, ob es gerade wach ist oder ein Nickerchen macht.
Leben in den Bäumen
Faultiere verbringen fast ihr ganzes Leben auf Bäumen. Sie besitzen lange Krallen, die bis zu 10 cm lang werden und hängen sich damit wie mit Haken an einen Ast. In dieser Haltung machen sie fast alles: Sie schlafen, essen, paaren sich und gebären ihre Jungen. Selbst tote Faultiere bleiben durch ihren festen Griff am Ast hängen. Nur manchmal klettern sie von ihrem Baum herab, um auf einen neuen zu klettern.
Und wenn das Faultier auf's Klo muss?
Zu seinem Glück passiert das nicht so oft. Nur einmal in ein bis zwei Wochen steigt es herab, um für kleine Faultiere zu gehen. Warum sie das nicht auch am Baum hängend tun, ist den Forschern immernoch rätselhaft.
Wie bewegen sich Faultiere am Boden?
Beine und Arme des Faultiers sind nicht für das Laufen gemacht. Um sich am Boden zu bewegen, schlägt es seine Vorderkrallen in den Erdboden und zieht sich auf dem Bauch rutschen vorwärts. Das sieht sehr unbeholfen aus und gar nicht wie das Faultier Sid aus Ice Age!

Wie schützen sich Faultiere vor Feinden?
Auf dem Boden sind Faultiere allen Angreifern fast schutzlos ausgeliefert. Aber auch in den Bäumen lauern Gefahren, z.B. Raubkatzen wie der Jaguar. Das Faultier bleibt aber nicht einfach regungslos hängen, sondern wehrt sich mit seinen scharfen Krallen und Zähnen. Selbst schwere Verletzungen können ihm nichts anhaben. Tiefe Wunden entzünden sich selten und heilen innerhalb von wenigen Wochen komplett ab.Gehen Faultiere im Wasser unter?
Die Vermutung liegt nahe, dass Faultiere so langsam schwimmen, wie sie sich auch sonst bewegen – und daher sofort ertrinken. Doch das Gegenteil ist der Fall. Faultiere können sehr gut schwimmen und bewegen sich mit ihren Vorderarmen kraulend vorwärts. Manchmal fallen sie direkt vom Baum ins Wasser.
Fieser Scheitel?
Fast alle Säugetiere tragen einen Scheitel auf dem Kopf oder auf dem Bauch. Das Faultier dagegen auf dem Bauch. Da es kopfüber im Baum hängt, läuft so der Regen besser ab.Das lebendige Fell
Juckt's am Kopf? Wer schon mal Läuse hatte, wird dieses furchtbare Erlebnis nie vergessen und mit Schaudern daran zurückdenken. Das Faultier dagegen sieht's gelassen: In seinem Fell leben Motten, Käfer und andere Insekten. Sogar Algen wachsen in seinem Fell, wodurch es grünlich aussieht und im Regenwald super getarnt ist.
Kopfdrehung
Faultiere haben zusätzliche Halswirbel, durch die sie ihren Kopf bis zu 270 Grad drehen können. Das hilft ihnen, mehr Blätter zu erreichen, ohne sich bewegen zu müssen.Mir ist heiß! Mir ist kalt!
Die Körpertemperatur des Faultier beträgt normal 34 Grad Celsius, im Schlaf nur 10 Grad Celsius.
Ur-Opa und Or-Oma der Faultiere
Bis vor 10.000 Jahren lebten Riesenfaultiere, die so groß und schwer wie Elefanten waren. Sie lebten allerdings nicht in Bäumen, sondern auf dem Boden und konnten sich auf ihre Hinterbeine stellen wie Bären.
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