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Meerschweinchen: Haltung, Käfig und Auslauf

Wie Meerschweinchen-Fans ihre Tiere glücklich und zufrieden machen können, verrät dieser Artikel.

Irish-Crested-Meerschweinchen Irish-Crested-Meerschweinchen - Foto: Nathan clifford/Shutterstock

Eines vorweg: Egal wie groß ein Käfig ist, er kann nie groß genug sein und ersetzt vor allem nicht den Auslauf.

Haltung

Meerschweinchen sind Gruppentiere, sie sollten niemals alleine gehalten werden. Es sollten mindestens zwei, am besten vier oder mehr Tiere sein. Normalerweise verstehen sich Weibchen immer recht gut, während Männchen (sogenannte Böcke) schwieriger sind und für Anfänger nicht zu empfehlen. Wer mehrere Weibchen hat, kann auch einen kastrierten Bock dazu gesellen. Idealerweise haben alle Meerschweinchen in etwa dasselbe Alter.

Käfig

Im Zoogeschäft wird gerne versichert, dass die Größe der angebotenen Käfige „vollkommen ausreichend“ sei. Tatsächlich besitzen sie jedoch meistens nicht die Mindestgröße. Ein zu kleiner Käfig ist für die Tiere leider eine Qual, weil sie von Natur aus quirlig und aktiv sind und sich gerne bewegen.

Ideal sind Käfige, die unten eine Plastikwanne besitzen (erleichtert die Reinigung) und oben ein Gitter ohne Plastikbeschichtung. Käfige lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick übrigens auch selbst bauen. Der große Vorteil: Man kann die Größe selbst bestimmen und zum „Käfig-Designer“ werden.

Käfiggröße:

  • mindestens 120 cm x 80 cm für maximal zwei Tiere

So steht der Käfig richtig:

  • keine Zugluft
  • nicht an der Heizung
  • nicht direkt am Fenster
  • nicht im Schlafzimmer

In der Umgebung des Käfigs

  • kein Parfüm, Alkohol, Rauch
  • kein Fernseher
Die Inneneinrichtung des Käfigs

So ist es richtig
haken_klein Kork- oder Tonröhren als Unterschlupf
haken_klein eine Etage vergrößert die Käfigfläche
haken_klein Zweige, Wurzeln
haken_klein Holzbrücken, Weidenbrücken

So nicht!
kreuz_klein „Sackgassen“ = Unterschlupfe, die nur einen Ausgang haben
kreuz_klein keine Laufräder
kreuz_klein keine steilen Rampen und Leitern
kreuz_klein keine Salz- oder Minerallecksteine
kreuz_klein nicht zu viele Sachen – das verringert die Käfigfläche

Auslauf

Wer sich einen großen Käfig kauft und meint, die Meerschweinchen würden deshalb keinen Auslauf benötigen, ist auf der falschen Fährte. Selbst wenn die Tiere jeden Tag 3-4 Stunden frei herumlaufen dürfen, müssten sie den Rest der Zeit im Käfig sitzen. Also 20-21 Stunden.

Am besten ist daher ein Gehege das direkt mit dem Käfig verbunden ist (zum Beispiel eine kleine abgetrennte Ecke im Wohnzimmer). Die Tiere können selbst entscheiden, wann ihnen nach herumtollen und popcornen ist. Das ist sehr wichtig, weil sie auch in der Nacht aktiv sind und wer steht schon nachts auf, um den Tieren Auslauf zu geben?

Das richtige Freigehege:
haken_klein mindestens 2-3 qm
haken_klein Kuschelröhren
haken_klein Pappkartons (mit zwei Ausgängen)

Vorsicht bei

  • Grünpflanzen (können giftig sein)
  • Elektrokabel (werden gerne angeknabbert, Gefahr des Stromschlags)
  • Küche (scharfe Gegenstände)
  • Schränke (geschlossen halten)
  • Reinigungsmittel (giftig)

Wenn das Freigehege im Sommer außen aufgebaut wird, darf es nicht in der direkten Sonne stehen. 

Achtung: Meerschweinchen werden nicht gerne hochgehoben. Wenn sie Angst haben erstarren sie, was für uns Menschen fälschlicherweise nach friedlichem Herumsitzen aussieht.

Mehr Infos:
Meerschweinchen-Rassen
Vorteile und Nachteile von Meerschweinchen
Kosten für ein Meerschweinchen im Monat
Meerschweinchen-Steckbrief