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Schleiereule

Steckbrief Schleiereule
Größe 25-50 cm
Geschwindigkeit bis 80 km/h
Gewicht 190-800 g
Lebensdauer 5-12 Jahre
Ernährung kleine Säugetiere, Fische, Vögel
Feinde Füchse, Waschbären, Wildhunde
Lebensraum weltweit (außer Regenwälder und Wüsten)
Ordnung Eulen
Familie Schleiereulen
Wissenschaftl. Name Tyto alba
Merkmale herzförmiges Gesicht

Die Schleiereule ist eine sehr helle Eule mit einem unverwechselbaren herzförmigen Gesicht. Sie ist ein nachtaktiver Einzelgänger und von allen Eulen am weitesten auf der Welt verbreitet. Nur in sehr kalten Gebieten wie der Antarktis kommt sie nicht vor. Sie ist in etwa so groß wie eine kleine Katze, wiegt aber nur 250-700 g.

Schleiereulen fliegen lautlos durch die Nacht

Viele Vögel hört man bereits, bevor man sie sieht. Tauben beispielsweise. Wie schaffen es Schleiereulen, beim Fliegen kein einziges Geräusch zu machen? Fangen wir mit dem „Grundproblem“ an: Wenn ein Vogel mit den Flügeln schlägt, entstehen dabei Luftverwirbelungen, die man mit dem Hörsinn wahrnehmen kann. Der Trick ist also, weniger Verwirbelungen zu erzeugen. Die Schleiereule hat drei körperliche Merkmale, die ihr genau dabei helfen:

1. Die Oberfläche ihrer Flügel hat eine super weiche Oberfläche - wie ein flauschiger Teppich, der alle Geräusche verschluckt.

2. Die Flugfedern sind an den Kanten leicht ausgefranst und wirkt wie ein Schalldämpfer.

3. Die Flügelvorderkante ist nicht glatt, sondern gezahnt wie ein Kamm.

Zum Ausprobieren:

- Fächle dir mit der flachen Hand eifrig Luft zu. Am besten ganz nah an deinem Ohr. Hörst du etwas? Das sind Geräusche, die von der verwirbelten Luft stammen. Nicht laut, aber hörbar.

- Bist du schon mal durch einen leeren Raum gelaufen? In ihm hört sich alles viel lauter an! Je mehr Gegenstände sich im Raum befinden, z. B. auch Teppiche, desto leiser werden die Geräusche darin.

Für die Wissenschaftler ist das alles hochspannend, denn mit solchen Erkenntnissen können sie auch unser Leben verbessern. Zum Beispiel, indem sie Flugzeuge oder Windanlagen in der Zukunft leiser bauen können. Das Nachahmen von „Tricks“ aus der Natur nennt man übrigens Bionik.

Schleiereulen sind gemütliche Jäger

Die meisten Greifvögel kreisen in der Luft, um Beutetiere zu erspähen. Schleiereulen sitzen dagegen gerne auf einem Zaun oder einem Pfosten und beobachten in aller Ruhe ihre Umgebung. Wenn sie ein kleines Beutetier entdecken, gleiten sie nahe über dem Boden und schnappen es sich mit den Füßen.

Die Schleiereule hat schiefe Ohren

Die Schleiereule kann zwar ganz gut sehen, ihr Gehör ist aber um ein Vielfaches besser. Sie findet sich selbst in stockdunkler Nacht problemlos zurecht, weil ihre Ohren „schief sitzen“. Ein Ohr befindet sich etwas höher am Kopf als das andere. Das hilft ihr, die Richtung, aus der Geräusche kommen, besser einzuordnen. Das untere Ohr checkt ab, was am Boden abgeht, das andere hört „nach oben“. Zusätzlich bündelt das Gesicht, das wie eine flache Schüssel aussieht, jedes Geräusch. Und sei es noch so leise.

Schleiereulen sind wählerische Nestbauer

Schleiereulen bauen sich kein eigenes Nest und nisten auch ungern in Baumhöhlen oder Felsnischen. Sie richten sich am liebsten in Kirchtürme und Scheunen ein.

Schleiereulen sind bessere Jäger als Katzen

Bauern schwören auf die Schleiereule. Sie ist besser als jede Mausefalle oder Rattengift, und selbst die Katze kann kaum so viele Mäuse anschleppen wie die Schleiereule. Sie schlingt doppelt so viel Futter herunter wie andere Eulen (im Vergleich zu ihrem Gewicht). Im Jahr vertilgt sie rund 25.000 Mäuse!

Mehr spannende Infos über tierische Ohren findest du im Artikel
Große Lauscher und taube Nüsse - Die Ohren der Tiere

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