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Atmung bei Tieren: Kiemen

goldfisch kleinInfos und Bildmaterial über die Kiemen als Atem-Organ bei Tieren.

Welche Tiere atmen mit Kiemen?

Durch Kiemen atmen vor allem Fische, aber auch Krebstiere und Weichtiere. Larven von Amphibien (z. B. Kaulquappen) und Insekten (z. B. Libellen) atmen ebenfalls über Kiemen. Die meisten Fische haben vier Kiemen auf jeder Seite. Knochenfische können fünf bis sieben Kiemen auf jeder Seite haben.

Foto: Skumer/Shutterstock

Was sind Kiemen?

Die Kiemen sind – wie die Lunge - ein Organ, das Tiere mit Sauerstoff versorgt. Sie bestehen aus Kiemenbögen mit kleinen Kiemenblättchen (kamm-, blatt-, büschel- oder baumförmig). Diese besondere Form hat einen Grund: Je größer die Fläche der Kiemen, desto mehr Wasser kann an ihnen vorbeiströmen. Bei Fischen kann sie 10-60 mal (!) so groß sein wie die gesamte Hautoberfläche. Geschützt werden die Kiemen von einem Kiemendeckel.

Wie atmen Tiere mit Kiemen?

Über das Maul strömt Wasser in die Kiemen. In ihnen wird der Sauerstoff aus dem Wasser gelöst. Das Maul schließt sich, der Kiemendeckel öffnet sich und das Wasser wird aus dem Körper gedrückt - zusammen mit dem Kohlendioxid, das als Abfallprodukt entstanden ist (siehe Schaubild).

atmung kiemen schaubild

Wo befinden sich Kiemen?

Seitlich am Kopf? Meistens. Kiemen können sich aber z. B. bei Krebsen auch an den Beinen befinden.

Nachteil der Kiemenatmung

Kiemen trocknen aus und verkleben, wenn sie nicht von Wasser umgeben sind. Daher ersticken Fische an Land. Krebstiere, die vorwiegend an Land leben, haben einen besonderen Trick: Sie „bunkern“ Wasser in ihrem Körper, sie behalten also eine gewisse Menge Wasser im Körper, damit die Kiemen nass bleiben.

Wie lange können Fische atmen, wenn sie nicht im Wasser sind?

Die meisten Fische können nur wenige Minuten außerhalb des Wasser überleben, weil ihre Kiemen außerhalb des Wassers nicht funktionieren. Es gibt jedoch „Spezialisten“ wie den Zahnkärpfling „Kryptolebias marmoratus“, der bis zu 66 Tage an Land überlebt, weil er seine Kiemen anpassen kann. Ein weiteres Beispiel ist der Schlammspringer. Er ist ein Fisch, der wie eine Amphibie lebt. Mit seinen Brustflossen kann er an Land sogar laufen. Er hat besonders große Kiemenhöhlen, die wie die Sauerstoffflasche eines Tauchers funktionieren. So kann er eine ganze Weile über Wasser überleben. Außerdem ist da noch der Lungenfisch. Er hat nicht nur Kiemen, sondern zusätzlich auch einfach gebaute Lungen. So können sie einige Tage über Wasser überleben (wenn er nicht gänzlich austrocknet).

Hat die Körpergröße von Fischen einen Einfluss auf die Atmung?

Kleine Fische atmen schneller/häufiger als große Fische. Sie haben kleinere Kiemen und können nicht so viel Sauerstoff auf einmal aus dem Wasser herauslösen.

Ist es wichtig es, ob das Wasser sauber oder verschmutzt ist?

Manche Fische können nur in sehr sauberem Wasser überleben und sind daher ein Zeichen für eine gute Wasserqualität. Andere Fische kommen auch mit schmutzigem Wasser zurecht. Verschmutztes Wasser kann jedoch in jedem Fall die Kiemen beschädigen und den Fisch dadurch anfälliger für Krankheiten machen.

Tiere, die trotz Kiemen im Wasser ertrinken

Es gibt tatsächlich Tiere, die Kiemen haben, aber im Wasser nach kurzer Zeit ertrinken würden. Dazu gehören Landasseln und bestimmte Landeinsiedlerkrebse wie der so genannte Palmendieb. Sie haben „umgebaute“ Kiemen, die Sauerstoff aus der Luft aufnehmen können. Trotzdem brauchen auch diese Tiere immer Zugang zum Wasser, um die Kiemen feucht zu halten. 

Woher kommt eigentlich das Wort Kieme?

Das Wort Kieme stammt übrigens vom mittelhochdeutschen „Kimme“, was so viel wie Kerbe bedeutet – ebenso sieht das Organ aus: wie viele Kerben nebeneinander.

Hier geht es zu weiteren Artikeln:
Wie atmen Tiere? (Hauptartikel)
Lungenatmung
Tracheenatmung
Hautatmung
Wie atmen Tiere unter Wasser?
Rekorde: Luft anhalten unter Wasser


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