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Taube

Neugierige Taube - Foto: DanVostock/Shutterstock

Steckbrief Taube / Stadttaube

Größe 31-34 cm
Geschwindigkeit Bis zu 80 km/h (Kurzstrecke 100-120 km/h)
Gewicht 300-400 g
Lebensdauer 3-5 Jahre
Nahrung Körner, Samen, Früchte, Beeren, kleine Wirbellose
Feinde Falken, Habichte, Bussarde, Hauskatzen
Lebensraum Weltweit (außer Polarregionen)
Ordnung Taubenvögel
Familie Tauben
Wissenschaftl. Name Columbidae
Merkmale Vogel, der in der Stadt lebt, bewegt sich oft am Boden fort

Merkmale und Besonderheiten

Die Stadttaube ist eine der häufigsten Tauben in Deutschland. Sie lebt vor allem in Städten und ist dort besonders oft auf Straßen und Plätzen zu sehen. Deshalb nennt man sie auch Straßentaube. Sie ist die verwilderte Form der Haus- oder Brieftaube. Leider sind Stadttauben nicht sehr beliebt, dabei sind sie außergewöhnlich intelligent, lösen Rätsel, haben ein gutes Gedächtnis, träumen (!), spielen gerne und sind außerdem selbstlos.

Verliebte Tauben Verliebte Tauben - Foto: Tadas Svetikas/Wirestock/stock.adobe.com

Arten

Wenn wir an Tauben denken, haben wir meist das Bild einer Stadttaube vor Augen. Die Familie der Tauben ist jedoch überraschend groß. Es gibt mehr als 300 Arten. Viele davon sind sehr farbenfroh, haben bunte Muster und einige ein auffälliges Kopfgefieder. Die meisten leben in Südasien und Australien. In Mitteleuropa gibt es fünf Arten: Stadttaube, Ringeltaube, Türkentaube, Turteltaube und Hohltaube. In den USA sind die Felsentaube, die Carolinataube, Türkentaube, Weißflügeltaube und das Inkatäubchen am häufigsten.

Stammbaum der Stadttaube Stammbaum der Stadttaube - Illustration: Silke/tierchenwelt.de

Verbreitung und Lebensraum

Der natürliche Lebensraum von Stadttauben sind eigentlich Felslandschaften und Klippen. Schließlich stammen sie ursprünglich von der Felsentaube ab. Sie fühlt sich in Städten wohl, weil die Straßen, Häuser, Dächer und Brücken ihrem natürlichen Lebensraum ähneln.

Taube Körperbau und Aussehen Taube Körperbau und Aussehen -Foto: stockphoto mania/Shutterstock

Körperbau und Aussehen

Größe und Gewicht

Stadttauben werden 31-34 cm groß und wiegen 300-400 g.

Oft graues Gefieder

Stadttauben sind häufig weiß, hellgrau oder dunkelgrau mit schwarzen Wellen oder Streifen an den Handschwingen und Schwanzfedern. Um die Kehle herum besitzen sie häufig grünes und lila schillerndes Gefieder. Es gibt auch Stadttauben, die eher braunes Gefieder besitzen.

Kurzer Schnabel

Stadttauben haben einen kurzen, geraden Schnabel.

Rosa Füße

Stadttauben haben rosafarbene Füße. Sie haben vier Zehen. Drei zeigen nach vorne und eine zeigt nach hinten. Leider verfangen sie sich mit ihren Zehen oft in feinen Schnüren (Angelschnüre, Nähfäden, Verpackungsbänder, Haare). Wenn man eine humpelnde Taube sieht, die solche Schnüre um die Zehen hat, sollte man sie vorsichtig fangen, in einen Karton mit Luftlöchern setzen und zum Taubenverein bringen. Die Tiere leiden unter großen Schmerzen und können ihre Zehen verlieren.

Farbenprächtige Taube Farbenprächtige Tauben - Foto: Andy333/Shutterstock

Ernährung

Stadttauben sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Körnern und Samen. Gelegentlich essen sie auch Insekten, Schnecken und Würmer. Die Stadt ähnelt zwar ihrem natürlichen Lebensraum, doch es gibt dort oft zu wenig Nahrung. Deshalb fliegen sie häufig in das ländliche Umland, um dort nach Nahrung zu suchen.

Verhalten

Wie Tauben essen

Tauben bewegen sich auffällig häufig zu Fuß, denn schließlich finden sie ihre Nahrung vor allem am Boden. Im Gegensatz zu vielen anderen Vögeln können sie aber keine Samen und Körner mit ihrem Schnabel „enthülsen“ - also nicht die äußere Schale entfernen. Deshalb schlucken sie sie im Ganzen. Im Magen werden sie aufgeweicht und mit Hilfe von kleinen Steinchen – die sie ebenfalls herunterschlucken - zermahlen.

Wie Tauben trinken

Um zu trinken, tauchen die meisten Vögel ihren Schnabel ins Wasser und werfen den Kopf in den Nacken, damit das Wasser die Kehle hinunter rinnt. Sie besitzen keine Muskulatur zum Schlucken wie wir Menschen. Bei Tauben ist das anders. Sie benutzen ihren Schnabel wie einen Strohhalm und können durch ihn hindurch Wasser aufsaugen.

Taube beim Trinken Taube beim Trinken - Foto: ALEXANDER V EVSTAFYEV/Shutterstock

Sinne und Fähigkeiten

Sehsinn

Tauben können sehr gut sehen, und zwar bis zu 35 km weit – wenn keine Wolken dazwischen sind, versteht sich. Sie sehen nicht nur alle Farben wie wir Menschen, sondern zusätzlich auch ultraviolettes Licht.

Fliegen

Brieftauben können bis zu 120 km/h schnell und 1.000 km weit fliegen. Sie werden daraufhin gezüchtet und trainiert, den Weg nach Hause zu finden.

Magnetsinn

Wie finden Brieftauben ihren Weg nach Hause, vor allem bei langen Strecken durch unbekannte Gegenden? Sie haben einen Magnetsinn und orientieren sich an den magnetischen Feldern der Erde.

Taube in der Luft Taube in der Luft - Foto: Harry.Singh.Photography/Shutterstock

Intelligenz

Sind Tauben intelligent? Das ist eine gute Frage! Schließlich nehmen die meisten Menschen an, dass Tauben nicht sonderlich klug sind. Interessanterweise sind sie außergewöhnlich clever:

Gedächtnis

Tauben sind in der Lage, sich bis zu 725 Muster zu merken - und zwar jahrelang. Selbst auf Fotos erkennen sie eine bestimmte Person, und zwar auch dann, wenn sie anders angezogen ist.

Multitasking

Außerdem beherrschen Tauben „multitasking“ („multi“ = „mehrere“, „task“ = „Aufgabe“). Das heißt, sie können zwischen verschiedenen Aufgaben oder Rätseln schnell hin und her wechseln. Sogar schneller als Menschen.

Wetten

Wer hätte das gedacht? Tauben schließen gerne Wetten ab! Auch dann, wenn sie dabei ihren Wetteinsatz (z. B. Futter) verlieren könnten. Die Fähigkeit, zu verstehen, was eine Wette ist und wie sie funktioniert, wurde ansonsten nur bei sehr wenigen Tierarten wie Primaten und Delfinen beobachtet.

Verständnis von Zeit und Raum

Tauben haben zudem ein ähnliches Verständnis von Zeit und Raum wie Schimpansen.

Träume

Während des Schlafs träumen Tauben vom Fliegen und verarbeiten dabei auch Gefühle.

Selbstlosigkeit

Schwarm- oder Herdentiere suchen immer die schützende Mitte der Gruppe auf, wenn sich ein Angreifer nähert. Natürlich ist das für die Tiere, die sich am Rand der Gruppe befinden, schlecht. Sie werden leichter zum Opfer. Bei Tauben ist das anders. Wenn sie in der Luft angegriffen werden, arbeiten sie zusammen. Auf diese Weise haben alle dieselbe Chance, zu überleben.

Lebenserwartung

Stadttauben werden für gewöhnlich 3-5 Jahre alt.

Taubenschwarm Taubenschwarm - Foto: andov/stock.adobe.com

Feinde und Bedrohungen

Natürliche Feinde

In der Luft sind Falken, Habichte, Mäusebussarde und Uhus ihre größten Feinde. Am Boden werden geschwächte, alte oder junge Tauben von Hauskatzen, Mardern, Füchsen, Ratten und Waschbären erbeutet.

Der Mensch

Stadttauben sind häufig unerwünscht, weil sie Kot auf Autos und Gebäuden hinterlassen. Um sie zu vertreiben, werden Spikes auf Dächern und Simsen angebracht, Netze oder Drähte gespannt sowie künstliche Raubvögel aufgestellt oder aufgehängt. Man bedenke: Stadttauben sind verwilderte Zuchttauben – sie entwickelten sich also aus Tieren, die wir gezielt gezüchtet haben. Letztlich tragen wir die Verantwortung dafür, dass es Stadttauben gibt.

Leben in der Stadt

Stadttauben sind die verwilderte Form von Tauben, die eigentlich in Felslandschaften und an Klippen leben. Sie leben in Städten, weil sie ihrem ursprünglichen Lebensraum am meisten ähneln. Das hat jedoch viele Nachteile: Sie finden in Städten oft zu wenig Futter und verenden an schmutzigem Wasser sowie giftigen oder verdorbenen Lebensmitteln und Abfällen. Außerdem sterben viele im Straßenverkehr, weil sie von Autos erfasst werden.

Eine Taube plustert sich Eine Taube plustert sich - Foto: Irina Falkanfal/Shutterstock

Stadttauben helfen

Füttern (?)

In den meisten Städten ist es verboten, Stadttauben zu füttern. Das hat auch einen guten Grund: Oft werden schädliche Nahrungsmittel wie (verschimmeltes) Brot und andere Essensreste angeboten, was zu Durchfall und Mangelernährung führt. Sofern das Füttern erlaubt ist, gibt man ihnen am besten Körner, Samen, getrocknete Erbsen oder Linsen. Noch besser wäre es, stattdessen Taubenhäuser vor Ort zu unterstützen. Dort arbeiten Menschen, die sich sehr gut mit den Tieren auskennen und im Zweifel auch Verletzungen behandeln.

Taubenhäuser

Taubenhäuser helfen, die Anzahl der Tauben in Städten zu begrenzen. Das funktioniert so: Die Tauben finden im Taubenhaus einen heimeligen Platz zum Nisten. Die Eier, die sie dort legen, werden durch Plastikeier ausgetauscht. Auf diese Weise können sie ihrem natürlichen Verhalten nachgehen, vermehren sich aber nicht.

Bedeutung für das Ökosystem

Tauben fressen Samen und verteilen diese in ihrer Umgebung. Dadurch können neue Pflanzen entstehen. Außerdem dienen sie vor allem Raubvögeln wie dem Wanderfalken, dem Turmfalken, Rundschwanzsperber als wichtige Nahrungsquelle.

Taubeneier Taubeneier - Foto: Dimitrykodbanker/stock.adobe.com

Fortpflanzung

Für immer treu

Tauben sind monogam – das heißt, dass sie ihr Leben lang zusammenbleiben. Um ein Weibchen für sich zu gewinnen, führt das Männchen einen auffälligen Balztanz auf. Er plustert sich auf, läuft seiner Herzensdame hinterher, verbeugt sich und tanzt um sie herum. Wenn sie einwilligt, bilden sie ein Paar. Sie zeigen sich häufig ihre Zuneigung, indem sie sich gegenseitig putzen, beieinander sitzen und gurren.

Nest

Das Nest wird gemeinsam aus Zweigen, Wurzeln, Halmen und Federn gebaut. Ein Gelege umfasst für gewöhnlich zwei Eier. Sie sind oval und weiß. Nach 17-18 Tagen schlüpfen die Küken. Sie werden liebevoll von den Eltern umsorgt und gefüttert. Nach 23-25 Tagen verlassen sie das erste Mal das Nest und nach 30-35 Tagen sind sie flugfähig und unabhängig. Leider sterben 90 % der Küken noch im ersten Lebensjahr.

Die Taube ist verwandt mit:
  • Felsentaube
  • Hohltaube
  • Ringeltaube
Weitere Tiere im Lebensraum:

Quellen:


Empfohlene Videos:

Video Taube


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