10. Platz:
Die Falltürspinne
„Wer anderen eine Grube gräbt, wird satt.“

Foto Falltürspinne: Davefoc / Lizenz Creative Commons Attribution 3.0 Unported
Die Falltürspinne (ja, die heißt wirklich so!) aus der Familie der Vogelspinnen buddelt tiefe Röhren, die sie mit einem Deckel aus Spinnseide, Erde und Steinchen unauffällig verschließt. Für die Spinne heißt es jetzt: Abwarten und Tee trinken, bis ein ahnungsloses Insekt vorbeitrappelt - die Falltürspinne nimmt selbst die feinsten Erschütterungen wahr! Sobald ein „Snack“ in Reichweite ist, schießt sie wie eine Rakete aus ihrem Loch stürzt sich auf das Insekt, nimmt es in die Schwitzkasten und zieht es unter die Erde. Guten Appetit.

Foto Falltürspinnen-Nest: Davefoc / Lizenz Creative Commons Attribution 3.0 Unported
9. Platz
Die Ameisenspringspinne
„Die Spinne im Ameisenpelz“

Foto Ameisenspringspinne: Shaymal / Lizenz Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0
Auf diesem Foto siehst du eine Ameise. Oder etwa nicht? Könnte sich hier ein Wolf im Schafspelz versteckt haben – oder vielmehr eine Spinne im Ameisenpelz? Die Ameisenspringspinne – wie auch viele andere Kollegen – tarnt sich als Ameise. Das nennt man in der Biologie „Mimikry“ und bezeichnet den Umstand, dass sich manche Tierarten nicht einfach nur durch Zufall sehr ähnlich sehen. So gefährlich wie eine Wespe zu wirken oder so harmlos wie eine Ameise, kann einem das Leben retten. Ebenso wie im Fall der Ameisenspringspinne, die von ihren Feinden manchmal nicht als leckerer Spinnen-Snack erkannt wird, sondern in der breiten Masse der Ameisen untergeht.
8. Platz
Die Kescherspinne
Spiderman ohne Kostüm

Foto Kescherspinnen: Jonathan Coddington / Lizenz Creative Commons Attribution-Noncommercial 3.0 Unported
Die Kescherspinne jagt nicht „proaktiv“, sitzt aber auch nicht faul in ihrem Netz herum. Sie hat eine ganz andere Technik: Um vorbeifliegende Insekten zu fangen, baumelt sie kopfüber an einem Ast und hält zwischen ihren Vorderbeinen ein kleines Fangnetz. Kein gewöhnliches Fangnetz allerdings, denn es ist nicht klebrig, sondern hat eine Struktur wie ein Klettband.
7. Platz
Die Speispinne
Wie aus einem Videospiel

Foto Speispinne: Fritz Geller-Grimm / Lizenz Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0
Du kennst sie aus Zeichentrickserien und Videospielen: unheimliche, große Spinnen, die klebrige Netze spucken. In der Realität ist dazu nur eine einzige Spinnenart fähig: die Speispinne oder auch Leimschleuderspinne. Ihre Spinnfäden sind nicht nur klebrig, sondern auch giftig und „tackern“ die Beute regelrecht am Boden fest: Die Spinne spuckt in weniger als 1/700 Sekunde bis zu 20 Mal zickzackförmig auf ihr Opfer, bis es bombenfest am Boden klebt. Allzu weit darf ihr Snack aber nicht entfernt sein, denn sie kann nur bis zu 20 mm weit spucken.
6. Platz
Theridion nigroannulatum
Die Kumpel-Spinne

Die meisten Spinnen sind nicht nur Einzelgänger, sie sind sich selbst „spinnefeind“. Kreuzen zwei Spinnen den Weg kommt es nicht selten zu einem erbitterten Kampf um Leben oder Tod. Eine handvoll Spinnen beweist allerdings, dass sie auch miteinander leben können, ohne sich anzugiften. Es ist die Theridion nigroannulatum, die in Ecuador zu Hause ist. Die Mini-Spinnen formen Kolonien mit mehreren tausend Mitgliedern, die sich unter große Blätter hängen und Spinnfäden nach unten auf den Boden baumeln lassen. Stolpert ein Insekt in die Falle aus nahezu unsichtbaren Stolperdrähten, lassen sich dutzende von Spinnen gleichzeitig herunter. Sie verpacken ihr Opfer gemeinsam in Spinnseide und ziehen es hinauf, um den Snack in der Kolonie miteinander zu teilen.
5. Platz:
Bagheera kiplingi
Die Vegetarierin

Foto Bagheera kiplingi: ©2008 Robert L. Curry
Spinnen verputzen leidenschaftlich gerne Insekten. Einzigartig in der Spinnenwelt ist daher die Art Bagheera kiplingi. Auf den Tisch kommen bei ihr nur die Knospen der Akazie, ihre Ernährung ist rein vegetarisch! Mehr darüber im Artikel Die vegetarische Spinne!
4. Platz:
Die Bolaspinne
Von Beruf Fischerin

Die Bolaspinne webt kein Netz, sondern bastelt aus ihren Spinnfäden eine klebrige Angelschnur. Wie ein echter Fischer wirft sie diese Schnur aus und wartet, bis eine ahnungslose Motte vorbeikommt. Selbst den Köder vergisst sie nicht. Allerdings benutzt sie keine Regenwürmer, sondern Duftstoffe weiblicher Motten, die besonders anziehend auf männliche Motten wirken. Sobald sich ein Beutetier nähert, wird die Spinne aktiv: Sie schleudert ihm die Schnur mit erstaunlicher Genauigkeit entgegen, damit es an ihr kleben bleibt und „holt den Fisch ein“.
3. Platz:
Die Wasserspinne
Auf Tauchstation

Foto Wasserspinnen: Norbert Schuller / Lizenz Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0
Die Wasserspinne ist die einzige Spinne, die unter Wasser lebt. Wie schafft sie es, nicht zu ersticken? Im Grunde macht sie es ganz ähnlich wie Gerätetaucher. Sie hat immer einen Vorrat an Luft dabei, nur dass sie keine Metallflasche am Körper trägt oder mit Flossen umherpaddelt. Wenn Sie Luft braucht, streckt sie ihren Hinterleib aus dem Wasser und zieht ihn blitzschnell wieder unter Wasser. Dabei verfangen sich kleinste Luftbläschen in den Häärchen an ihrem Hinterleib und halten sie fest. Die bringt sie dann zu ihrer selbstgesponnenen Taucherglocke unter Wasser und bilden dort einen Luftvorrat. Sie hält sich nur sehr selten an der Wasseroberfläche auf. In ihrer Taucherglocke lagert sie nicht nur den Sauerstoff, hier erholt sie sich, frisst und sieht ihren Babys beim schlüpfen zu. Übrigens ist die Wasserspinne 2000 als erste Art von der Arachnologischen Gesellschaft zur „Spinne des Jahres“ gewählt worden. Die schlechte Wasserqualität macht ihr zu schaffen und laut der roten Liste der IUCN ist sie bereits „stark gefährdet“.
2. Platz:
Evarcha culicivora
Graf Spinnula

Die Springspinne Evarcha culicivora ist eine waschechte Vampir-Spinne! In ihrer Heimat in Kenia hält sie vor allem Ausschau nach Moskitos, die sich gerade einen Happen gegönnt haben: menschliches Blut. Die Moskitos „bohrt“ die Spinne an und macht sich über das Blut her. Ihre kleinen hakenförmigen Fangzähne sind übrigens nicht stark genug, um sich unter die Haut von Säugetieren oder Menschen zu bohren. Glück gehabt!
1. Platz:
Portia
Die Meisterin im Jagen

Foto Portia-Spinne: budak / Lizenz Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 Generic
Wenn du Angst vor Spinnen hast, wird die Portia deine Lieblingsspinne sein (abgesehen davon: herzlichen Glückwunsch, dass du überhaupt so weit gelesen hast!). Die Portia-Springspinne hat es weder auf andere Tiere und schon gar nicht auf Menschen abgesehen – auf ihrem Speisezettel steht ausschließlich ihre eigene Art: Spinnen. Von Exemplaren, die größer sind als sie selbst, lässt sie sich nicht im Geringsten einschüchtern. Das braucht sie auch nicht, denn sie ist eine wahre Meisterin im ausklügeln neuer Strategien. Sie stimmt ihre Attacke jedes Mal von neuem auf die Beute und die Situation ab. Mal ahmt sie die Bewegungen eines Insekts nach, das sich im Netz verfangen hat, mal führt sie den Paarungstanz einer anderen Spezies auf, um Beute anzulocken. Wenn sie auf eine unbekannte Art trifft, testet sie verschiedene Attacken, beobachtet die Reaktion darauf und leitet daraus die beste Strategie ab. Nicht umsonst wird die Portia als eine der intelligenten Spinnen bezeichnet.
Das waren nur 10 der über 40.000 Spinnenarten – und je mehr wir über sie herausfinden, desto mehr versetzen sie uns in Staunen…






