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Biologische Vielfalt

biologische vielfaltWas ist biologische Vielfalt?

In der Fachsprache nennt man die biologische Vielfalt „Biodiversität“ (vom lateinischen diversitas = „Vielfalt“). Der Begriff drückt aus, dass es auf der Erde eine große Menge unterschiedlicher Pflanzen und Lebewesen gibt, die an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlicher Art zusammenleben.

Also zusammengefasst ist es die Vielfalt von:

- Arten
- Lebensgemeinschaften (z. B. Clownfisch („Nemo“) und Seeanemone)
- Lebensräumen (z. B. Streuobstwiese, Waldboden) und
- Landschaften (z. B. Savanne, Gebirge, Regenwald)

Im folgenden erklären wir dir alle Punkte.

Foto-Collage oben rechts: l i g h t p o e t (Totenkopfäffchen), Mircea BEZERGHEANU (Eisvogel), lkordela (Biene), Svetlana Foote (Frosch), jurra8 (Eichhörnchen), Rich Carey (Schildkröte) / Shutterstock

biene hummel klee• Artenvielfalt

Artenvielfalt bedeutet nicht nur, dass es beispielsweise unterschiedliche Insekten wie Bienen, Ameisen, Schmetterlinge und Käfer gibt. Sondern auch die Vielfalt innerhalb einer Tierart, also die genetische (aus dem Griechischen; steht für Erbanlage).

Beispiel: Allein bei den Bienen gibt es sagenhafte 20.000 verschiedene Arten, darunter die Honigbienen, aber auch Sandbienen, Mauerbienen, Holzbienen, Seidenbienen, Sägehornbienen, Maskenbienen, Zottelbienen etc. Da stellt sich gleich die Frage:

WOZU gibt es so viele verschiedene Tierarten?

Würde eine Bienenart nicht ausreichen? Also vielleicht die Honigbiene - schließlich sorgt sie dafür, dass wir leckeren Honig schlürfen dürfen. Doch, wenn es nur die Honigbiene gäbe, wäre das ganz furchtbar für die Natur. Klee, Erbsen und Bohnen werden fast nur von Hummeln bestäubt (Hummeln gehören ebenfalls zur Bienen-Familie). Und, wenn das Frühjahr recht kalt ausfällt und die Honigbienen noch nicht fliegen - übernehmen die Hummeln ihren Job. So ist jede Art auf ihre Weise unentbehrlich.

nilpferd madenhacker• Lebensgemeinschaften

Bei der biologischen Vielfalt geht es aber nicht nur um den Artenreichtum, sondern auch um die Vielfalt der Lebensgemeinschaften. Schönes Beispiel dafür ist z. B. die Symbiose bei Tieren (vom griechischen syn für „zusammen“ und bios für „leben“). Eine Symbiose ist eine Lebensgemeinschaft, die für beide Tiere Vorteile bietet.

Beispiel: Der Madenhacker ist ein Vogel, der kleine Insekten von Wildtieren pickt. Davon haben beide etwas: Der Vogel bekommt Nahrung und das Wildtier ist von den unliebsamen Begleitern befreit. Auch die Seeanemone und der Clownfisch bilden eine Lebensgemeinschaft. Die Seeanemone bietet dem Clownfisch („Nemo“) Schutz durch seine giftigen, nesselnden Tentakel und die Seeanemone schnappt die Essenreste vom Clownfisch auf.

polarhase polarfuchs• Landschaften

Es gibt die verschiedensten Wälder wie den Nadelwald, Regenwald, Gebirgswald und Mangrovenwald, aber auch Landschaften, z. B. Wüste, Gebirge, Steppe und Savanne. Jede Zone bietet Pflanzen und Tieren passenden Lebensraum und jede für sich ist für das gesamte Klima auf der Erde sehr wichtig.

Beispiel: Der Polarhase lebt in der eiskalten, arktischen Tundra. Ein tropischer Vogel würde dort erfrieren. Er fühlt sich im tropischen Regenwald wohl. Selbst die unerträgliche Hitze und Trockenheit der Namibwüste in Namibia bietet Tieren einen Lebensraum, z. B. für die Wüstenelefanten.

Warum die biologische Vielfalt wichtig ist

Je vielfältiger die Natur ist, desto leichter kann sie auf Veränderungen der Temperatur, der Landschaft oder Lebensbedingungen reagieren. Je mehr Landschaften zerstört werden und Tierarten aussterben, desto schneller gerät die Natur aus dem Gleichgewicht und wird als Lebensraum auch für uns Menschen immer schwieriger.

Was die biologische Vielfalt zerstört

Es ist leider vor allem der Mensch, der die biologische Vielfalt gefährdet. Er zerstört Lebensräume, um Städte zu errichten oder Landwirtschaft zu betreiben. Er überfischt das Meer, verschmutzt die Umwelt, überdüngt die Felder und schleppt Tiere in fremde Gebiete ein, die sich dort zu stark und zu schnell vermehren. Er bringt die Natur zu sehr aus dem Gleichgewicht, wodurch immer mehr Pflanzen und Lebewesen aussterben.

Was kann man tun?

Überall auf der Welt gibt es bereits Naturschutzgebiete und Nationalparks, um die Natur und die Tierwelt zu schützen. Viele Projekte befassen sich auch damit, Landwirten, Förstern und Fischern mehr Verantwortungsbewusstsein näher zu bringen. Aber: du als einzelner? Was kannst du tun? Vieles! Das Oberhaupt der Buddhisten, der Dalai Lama, sagte einmal (frei übersetzt): Wenn du denkst, dass du zu klein und unbedeutend bist, um etwas zu verändern, versuche mit einem Moskito in einem Raum zu schlafen.

Zum Beispiel:
- Verschmutze die Natur nicht, sondern nimm den Müll wieder mit
- Gehe sparsam mit Strom und Wasser um
- Fahre mit dem Fahrrad oder dem Bus, anstatt dich mit dem Auto fahren zu lassen
- Hilf mit beim Recycling und Mülltrennen (viele Dinge können wiederverwendet werden)