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Giftige Tiere in Deutschland: Welche Arten gibt es bei uns?

FeuersalamanderFeuersalamander - Foto: Matteo photos/Shutterstock

In exotischen Ländern wie Ecuador oder Kolumbien, aber auch in Afrika oder Australien tummeln sich viele gefährliche Tiere. Sie besitzen hochwirksames Gift, dass lebensgefährlich für uns werden kann. So kann rund um einen Schlangenbiss die Haut verfaulen oder der Kontakt mit einer Würfelqualle zu schweren Verbrennungen und Kreislaufzusammenbruch führen.

In den meisten Fällen sind diese Tiere aber nicht darauf aus, uns Menschen anzugreifen. Wir stehen nicht auf ihrer Speisekarte. Es passieren jedoch häufig Unfälle, weil wir Tiere bedrängen und sie sich in Panik verteidigen.

Aber wie sieht es direkt vor unserer Haustür aus? Gibt es auch in Deutschland giftige Tiere? Die Antwort lautet: Ja, es gibt sie! Allerdings sind sie extrem scheu, greifen niemals grundlos an und ihr Gift ist für gewöhnlich nicht tödlich. Es sei denn, man ist allergisch. Trotzdem ist es gut, im Zweifel einen Arzt aufzusuchen.

Heimische „Giftmischer“ im Überblick

TierartWo kommt sie vor?Wie gefährlich?
Kreuzotter Ganz Deutschland Schmerzhafter Biss, Schwellungen, Arztbesuch ratsam
Aspisviper Südlicher Schwarzwald Wie Kreuzotter
Ammen-Dornfinger Wärmere Regionen (Rhein-Main, Sachsen) Wie Wespenstich
Gartenkreuzspinne Ganz Deutschland Ungefährlich
Feuersalamander Hügel- und Bergland (Schwarzwald, Bayern) Gift brennt auf der Haut, gefährlich für Hunde

FeuersalamanderFeuersalamander - Foto: Marek R. Swadzba/Shutterstock

Die giftigen Tiere in Deutschland im Detail

1. Kreuzotter: Deutschlands bekannteste Giftschlange

Die Kreuzotter ist eine bis zu 70 cm lange tagaktive Schlange, die du an dem typischen dunklen Zickzack-Band auf ihrem Rücken erkennst. Sie ist extrem scheu und nimmt Erschütterungen im Boden frühzeitig wahr. Meist flüchtet sie lange bevor du sie überhaupt bemerkst.

  • Wann beißt sie? Nur wenn jemand aus Versehen auf sie tritt oder versucht, sie einzufangen.
  • Wie wirkt das Gift? Ihr Gift ist biologisch gesehen sehr stark – sogar stärker als das der berüchtigten Klapperschlange. Allerdings hat die Kreuzotter nicht ausreichend davon. Sie kann nur winzige Mengen davon abgeben. Die Bissstelle schwillt meist stark an. Dazu können Übelkeit, Herzklopfen oder Atemnot kommen.
  • Was tun? Ruhe bewahren, das betroffene Körperteil ruhigstellen und zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen.

Kreuzotter Kreuzotter - Foto: Matteo photos/Shutterstock

2. Aspisviper: Die seltene Sonnentänzerin

Die Aspisviper sieht der Kreuzotter ähnlich, besitzt eine dreieckigen Kopf, senkrechte Pupillen und wird bis zu 90 cm lang. In Deutschland ist sie extrem selten und kommt fast ausschließlich an sonnigen Steinhängen im südlichen Schwarzwald vor. Sie bleibt ihrem „Kiez“, also ihrem Standort, meist treu.

  • Wie wirkt ihr Biss? Sie ist zwar nicht so giftig wie die Kreuzotter, doch ihr Biss kann sehr unangenehme, wenn auch nicht tödliche Folgen haben: Die Wunde schwillt an und es kann zu Atemnot und Herzbeschwerden kommen. Am besten von einem Arzt untersuchen lassen!
  • Wie verhält sie sich? Wenn du eine Aspisviper versehentlich in die Enge treibst oder erschreckst, rollt sie sich zusammen, hebt den Kopf an und zischt.

Aspisviper Aspisviper - Foto: Matteo photos/Shutterstock

3. Ammen-Dornfinger: Die Spinne mit den kräftigen Beißwerkzeugen

Der nachtaktive Ammen-Dornfinger liebt Wärme und breitet sich durch mildere Winter in Deutschland weiter aus. Er bevorzgt Hochstauden, Waldlichtungen, Wiesen und Wegränder. Du erkennst die Spinne an ihrem rot-orangefarbenen Vorderkörper, dem gelb-grünlichen Hinterleib und den auffällig langen Giftklauen. Sie wird bis zu 1,5 cm groß.

  • Wann beißt sie? Besonders im Hochsommer (Juli und August), wenn die Weibchen ihr Gespinst mit den Eiern verteidigen.
  • Wie fühlt sich der Biss an? Die Giftklauen sind im Vergleich zur Kreuzspinen deutlich länger kommen problemlos durch die menschliche Haut. Vor allem wenn sie im Juli den Kokon mit ihren Jungen verteidigt, kann es zu einem Biss kommen, der sich wie ein Wespenstich anfühlt. Die Wunde kann sich dunkel verfärben und entzünden. Manche Menschen verspüren Schwindel, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden. In diesem Fall solltest du natürlich sofort zum Arzt.

Dornfingerspinne Dornfingerspinne - Foto: macrowildlife/Shutterstock

4. Gartenkreuzspinne: Nützlich und harmlos

Die Gartenkreuzspinne sitzt im Sommer oft mitten in ihrem großen Radnetz im Garten oder am Waldrand. Du erkennst sie leicht an der weißen Kreuzzeichnung auf ihrem Hinterleib. Sie wird nur 1,8 cm groß.

  • Ist sie gefährlich? Nein! Ihre Giftklauen befinden sich vorne am Kopf, doch sie sind so kurz, dass sie kaum durch die menschliche Haut dringen. Selbst wenn ihr das gelänge, wäre ihr Gift nicht tödlich für uns. Wer von einer Kreuzspinne gebissen wird, sollte also keine Angst haben. Es fühlt sich an, als wäre man von einer Mücke gestochen worden. Der „Schmerz“ ist daher auch nach kurzer Zeit schon wieder vorbei.

Gartenkreuzspinne Gartenkreuzspinne - Foto: Arno van Dulmen/Shutterstock

5. Feuersalamander: Warnfarben im Laubwald

Mit seiner tiefschwarzen, glatten Haut und den leuchtend gelben oder orangen Flecken ist der Feuersalamander unverwechselbar. Er nutzt sein Gift nicht zum Jagen, sondern rein zur Abwehr von Bakterien, Pilzen und Fressfeinden.

  • Wie wirkt das Gift? Über Drüsen am Kopf und Rücken gibt er ein milchiges Sekret (Samandarin) ab. Wenn du einen Salamander anfasst, brennt das Sekret auf der Haut oder in den Augen. Nur angucken, nicht anfassen!
  • Gefahr für Haustiere: Für Hunde und Katzen kann sie zum Problem werden. Wenn sie einen Feuersalamander mit dem Mund „untersuchen“ verkrampfen sich durch das Gift die Muskeln im Kiefer. Es kommt zur starkem Speichelfluss, Maulsperre und Muskelkrämpfen. Dein Haustier muss dann sofort zum Tierarzt! Beim Menschen verursacht sein Sekret nur ein leichtes Brennen auf der Haut. Besonders empfindlichen Menschen oder kleinen Kindern kann dagegen auch schon mal übel werden.

Feuersalamander Feuersalamander - Foto: Marek R. Swadzba/Shutterstock

Was tun bei einem Kontakt mit giftigen Tieren?

Wenn du in der Natur unterwegs bist, kannst du Begegnungen ganz einfach entspannt gestalten:

  • Abstand halten: Betrachte die Tiere fasziniert aus der Nähe, aber fass sie nicht an und dränge sie nicht in die Enge.
  • Feste Schuhe tragen: Wer im hohen Gras, in Heiden oder Mooren wandert, schützt sich mit festem Schuhwerk und langen Hosen wirksam vor Schlangenbissen.
  • Ruhe bewahren: Sollte es doch einmal zu einem Biss kommen: Ruhe bewahren, die Wunde nicht aussaugen oder abbinden und zur Kontrolle eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Sie greifen nicht grundlos an

Viele Menschen haben Angst vor Schlangen oder Spinnen, obwohl diese Tiere uns gegenüber niemals grundlos aggressiv sind. Meistens sind wir es, die sie erschrecken und bedrängen. Sollten wir ihnen in unseren Wäldern und Gärten nicht mit mehr Respekt und Gelassenheit begegnen?


Quellen:


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  • Aktualisiert am

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