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Enten füttern - Gut oder schlecht?

tierchenwelt.de ist häufig in der Natur unterwegs, um Tiere zu fotografieren, z. B. für das Foto des Tages. Häufig sehen wir dabei an Seen, Teichen und in Stadtparks, wie Eltern mit ihren Kindern Wasservögel füttern. Leider ist der Irrglaube weit verbreitet, dass Brot ein sinnvolles Futtermittel für die Tiere ist.

  • Brot macht Wasservögel krank.
  • Brot macht Fische krank.
  • Brot schadet dem Gewässer.
  • Brot lockt Ratten an.

Und jetzt? Nie wieder Wasservögel füttern? Doch das geht. WENN du das richtige Futter mitbringst! Aber der Reihe nach!

Schädliches Entenfutter Schädliches Entenfutter - Illustration: Silke/tierchenwelt.de

Warum macht Brot Wasservögel krank?

Brot ist für Wasservögel wie ungesundes Fast Food, z. B. Burger, Schokoriegel, Pommes, Muffins, Kekse, Popcorn etc. Wenn sie zu viel davon fressen, ernähren sie sich zu einseitig, leiden unter Nährstoffmangel und werden krank. Sie können davon sogar Durchfall bekommen. Übrigens nicht nur Wasservögel, sondern auch Tauben und andere Vögel. Schlimm genug für die Tiere, aber der Durchfall landet dann auch auf der Wiese, wo häufig kleine Kinder spielen.

Hinweis-Schild Hinweis-Schild - Foto: Silke/tierchenwelt.de

Weshalb macht Brot auch Fische krank?
Wieso schadet das auch dem Gewässer?

Wer das Brot direkt ins Wasser wirft, lockt vielleicht keine Ratten an, schadet aber dem Gewässer und damit auch den Fischen. Es landen nicht selten ganze Brotscheiben im Wasser und selbst die geschickteste Ente erwischt nicht jeden Brotkrümel. Weil aber so viele Menschen füttern, landet eben auch sehr viel Brot im Wasser. Es sinkt zu Boden und verfault dort, das Wasser verliert Sauerstoff, es wachsen immer mehr Algen und das Ganze wird allmählich zu einer stinkenden Brühe. Der See oder der Teich muss am Ende für teures Geld wieder nutzbar gemacht werden.

Warum lockt Brot Ratten an?

Gut, wer also das Brot nicht in das Wasser wirft, wirft es dann eben auf die Wiese. Aber auch hier bleiben Brotreste liegen. Und wer schnappt sich die dann nachts? Die Ratten. Ratten sind sehr intelligente, soziale Tiere, übertragen aber gefährliche Krankheiten. Gerade da, wo Kinder spielen, sollten sie nicht auf den Kot von wilden Ratten treffen.

Typische Ausreden

• „Ich füttere doch nur ein bisschen“.
Das ist nicht das Problem, sondern dass es 50 Menschen am Tag machen. 50 Mal „ein bisschen“ sind viele Kilogramm Brot!

• „Sonst muss ich das Brot doch wegschmeißen!“
Warum? Trockenes Brot kann zu leckeren Knödeln oder Brotaufläufen verarbeitet werden. „Achso, ja das Brot ist schimmelig“. Und das soll den Tieren dann gut tun?

• „Die Tiere haben doch Hunger. Sonst würden sie nicht kommen.“
Wenn einem Fast Food hingeworfen wird, ist es kein Wunder, dass man einfach mal "gucken kommt", was so dabei ist. Es ist Gewohnheit und kein Zeichen von Hunger. Häufig fressen die Tiere auch nur ein paar Krümel und lassen den Rest liegen.

Brot für die Enten Brot für die Enten - Foto: Silke/tierchenwelt.de

Jetzt kommen wir aber zum Besten - etwas total Erfreuliches!

Es ist überhaupt kein Problem, Wasservögel zu füttern, ohne den Tieren und der Natur zu schaden. In Zoogeschäften gibt es extra für Wasservögel Futter. Du kannst auch ungesüßte Haferflocken verfüttern oder kleine Stückchen Obst.

Was kannst du noch tun?

Rede mit deinen Eltern und erzähle ihnen, warum Brot füttern nicht gut ist. Selbst die tierliebsten Menschen wissen nicht immer alles und sind sicher dankbar für die Info.

Gutes Entenfutter Gutes Entenfutter - Illustration: Silke/tierchenwelt.de