ANZEIGE

Tukan – Schnabel ist Klima-Anlage

Froscher haben sich lange gefragt, warum der Schnabel des Tukans so riesig groß ist. Vor kurzem haben sie das Rätsel endlich gelüftet.

Tukan Riesentukan - Foto: Oleksiy Mark/Shutterstock

Mann, ist mir heiß heute

Der Tukan benutzt seinen großen Schnabel vermutlich, um seine Körpertemperatur anzupassen. Die Aufnahmen von Wärmebild-Kameras zeigen, dass der Vogel seine Körpertemperatur senkt, indem er die Hitze in seinen Schnabel leitet.

Bisherige Vermutungen

Charles Darwin dachte, der Schnabel des Tukans würde bei der Partner-Suche den Tukan-Damen „positiv ins Auge fallen“. Später dachte man, der Schnabel hätte eine besondere Aufgabe beim öffnen von Früchten. Es wurde auch vermutet, dass er bei der Verteidigung von Nestern zum Einsatz kommt oder Feinde aufgrund der Größe abschreckt.

Dem Schnabel auf der Spur

Wissenschaftler der Brock University in Kanada und der Universität Estadual Paulista in Brasilien kamen letztlich hinter das Geheimnis. Sie machten Tests bei einer Wettertemperatur zwischen 10 und 35 Grad Celsius.

Wenn eine hohe Temperatur herrschte, zeigte die Wärmebild-Kamera deutlich, wie der Schnabel hellrot leuchtete (also sehr warm war). Der Vogel leitete gerade die Hitze in den Schnabel. Wenn kältere Temperaturen herrschten, blieb die Wärme im Körper des Tukans und der Schnabel somit in der Wärmebild-Kamera blau gefärbt.

Tukan Tukan - Illustration: Silke/tierchenwelt.de

Wie funktioniert die Schnabel-Klima-Anlage?

Da Vögel nicht schwitzen, brauchen sie eine andere Technik, um ihre Körpertemperatur zu regeln. Tukane benutzen dazu ihr Netzwerk aus Blutgefäßen - welche sich auch in seinem Schnabel befinden. Über die große Fläche des Schnabels wird das Blut abgekühlt bzw. Körperwärme an die Luft abgegeben. Je stärker die Vögel also ihr Blut durch den Schnabel zirkulieren lassen, desto mehr Hitze geben sie über den Schnabel ab. Das können bis zu 100 % sein oder auch nur 5 %. Auch der Elefant setzt diese Technik bei seinen Ohren ein.

Mehr zum Thema:
Die Ohren der Tiere