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Tierische Sprichwörter

Ich glaub', mein Schwein pfeift! Wie... mit diesem Satz "lockt man keinen Hund hinterm Ofen vor"? Ja, vielleicht hat derjenige einen "Vogel", da sollte man besser "die Fliege machen".

Es gibt hunderte von Sprichwörtern, Redensarten und Redewendungen, die tierischen Ursprungs sind. Viele davon haben einen besonderen, spannenden oder lustigen Hintergrund. Mach den Test: Hättest du alle Bedeutungen gewusst?

Esel Esel - Foto: pirita/Shutterstock

Eine Eselsbrücke bauen

Früher wurden Brücken über kleine Bäche gebaut, die man auch eigentlich gut zu Fuß übequeren konnte. Nur - was hat das mit dem Esel zu tun?

So ist das Sprichwort entstanden:

Selbst bei einem minikleinen Bach kann es passieren, dass ein Esel streikt. Wasser? Ich? Darüberlaufen? Keine Chance! Die spiegelnde Wasseroberfläche macht dem Esel Angst, denn er kann nicht einschätzen, wie tief das Wasser ist. Wie bekommt man also den Esel über den Bach? Logisch: Man baut eine Eselsbrücke – die der Esel aber auch nur dann betritt, wenn sie ihm sicher erscheint.

Was damit gemeint ist:

Die sprichwörtliche Eselsbrücke ermöglicht also den Weg über ein Hindernis und gibt Sicherheit. Z. B. lässt sich die Reihenfolge der Gitarrenseiten E, A, D, G, H, E mit einer Eselsbrücke leichter eklären: Eine Alte Dame Ging Heringe Essen.


Halt die Ohren steif!

„Halt die Ohren steif!“ oder „Lass die Ohren nicht hängen.“ „Lass dich nicht unterkriegen“ oder „Verlier den Mut nicht.“ haben also dieselbe Bedeutung.

So ist das Sprichwort entstanden:

Die Redewendung geht auf unsere lieben Vierbeiner, die Hunde, zurück. Sie trifft aber auch auf andere Tiere wie Pferde, Esel und Kaninchen zu. Wenn Hunde traurig sind oder müde, fallen die Ohren schlaff nach unten. Sind sie dagegen aufmerksam und munter spitzen sie ihre Lauscher.

Was damit gemeint ist:

Man verwendet diesen Spruch, wenn man jemanden aufmuntern oder Mut zusprechen möchte.


Katzenwäsche machen

„Ich putz' mir nur schnell die Zähne, zum duschen habe ich keine Zeit." Eine morgendliche Katzenwäsche beinhaltet nur das Notwändigste. Warum aber denkt man da an Katzen?

So ist das Sprichwort entstanden:

Katzen sehen im Gegensatz zu Hunden meistens sauber aus – und riechen auch nicht so streng wie so mancher Bello. Sie putzen sich mehrmals am Tag sehr ausführlich und zwar mehr als drei Stunden! Kaum ein Mensch verbringt so lange mit Körperpflege. Den Katzen wird also völlig zu Unrecht eine unzureichende Wäsche angedichtet. Vermutlich rührt die Redensart daher, dass sich Katzen (zwar oft, aber) immer nur für kurze Zeit putzen.

Was damit gemeint ist:

Wer nur eine Katzenwäsche macht, beschränkt seine Körperflege auf das, was dringend notwändig ist (z. B. Zähne putzen und unter den Armen waschen).


Den Bock zum Gärtner machen

Ach, eigentlich wäre ein Bock doch gar nicht so schlecht ... Er putzt das ganze Unkraut weg und düngt das Beet. Das spart den Rasenmäher und teures Düngemittel. Nein, das ist natürlich nur Spaß. Woher das Sprichwort nur stammt?

So ist das Sprichwort entstanden:

Ein Ziegenbock vertilgt gerne Grünzeug und scheint somit auf den ersten Blick geeignet zu sein, das Unkraut zu vertilgen. Aber er frisst zusätzlich auch die hübschen Blumen, zertrampelt Gemüsebeete und reißt Pflanzen mitsamt ihren Wurzeln aus dem Boden.

Was damit gemeint ist:

Wer den Bock zum Gärtner macht, hat vorher nicht nachgedacht und jemandem eine Aufgabe übertragen, für die er nicht geeignet ist.


Der Teufel ist ein Eichhörnchen

Pass gut auf! Wenn du Eichhörnchen siehst, eines dieser putzigen kleinen Nager könnte der Teufel höchst persönlich sein! Er klettert auf Bäumen herum, vergräbt Nüsse und wuschelt mit seinem buschigen Schwanz durch die Gegend. Nein, nein, das ist natürlich Unfug.

So ist das Sprichwort entstanden:

In Romanen, Fabeln und Erzählungen tritt der Teufel oft in einer unscheinbaren oder harmlosen Gestalt auf, z. B. in der Gestalt eines Pudels (bei Goethes Roman "Faust") oder eben auch als Eichhörnchen. Außerdem war es den Menschen früher etwas unheimlich, wie flink das Eichhörnchen ist. Sie glaubten, dass eine solche Geschwindigkeit nicht mit rechten Dingen zuginge und, dass der Teufel dabei seine Finger im Spiel hätte.

Was damit gemeint ist:

Die Redewendung soll verdeutlichen, dass manche Dinge auf den ersten Blick sehr positiv und problemlos erscheinen – sich aber unvermutet und plötzlich als das genau Gegenteil entpuppen.


Man hat schon Pferde kotzen sehen

Ein Pferd kotzen zu sehen, wäre sicherlich ein äußerst unappetitlicher Anblick. Warum sagt man so etwas?

So ist das Sprichwort entstanden:

Pferde können nicht kotzen, selbst wenn ihnen fürchterlich übel ist. Zwischen Magen und Speiseröhre haben Pferde einen Schließmuskel, der es verhindert, dass Futter wieder nach oben kommt. Es findet seinen Weg über den Darm wieder nach draußen. In seltenen Fällen kommt der Speisebrei zwar doch nach oben, dann aber nicht durch das Maul, sondern durch die Nasenlöcher.

Was damit gemeint ist:

Wir benutzen diese Redensart, wenn etwas absolut unmöglich ist. Die Aufmunterung: „Du schaffst morgen eine 1 in Mathe, ich glaube an dich!“ könnte eine Mathe-Niete also frustriert sagen: „Man hat schon Pferde kotzen sehen“.


Einen Kater haben

Diese Redewendung geht auf einen berüchtigten Kater zurück ... der durch sein ständiges Miauen fürchterliche Kopfschmerzen bei seinem Besitzer ausgelöst hat (wenn dieser einen über den Durst getrunken hat). Wahr oder unwahr? Diese Erklärung klingt eigentlich gar nicht mal so schlecht, ist aber totaler Quatsch. Mit einem echten Kater hat diese Redewendung absolut nichts zu tun.

So ist das Sprichwort entstanden:

Der sächsische Dialekt hat uns diese Redewendung beschert. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht mit viel Alkohol hat man ähnliche Beschwerden wie bei einer Schleimhautentzündung. Die nennt man „Katarrh“. Und im Sächsischen klingt das wie „Kater“.

Was damit gemeint ist:

Wer sagt, dass er einen "Kater" hat, will ausdrücken, dass er unter Kopfschmerzen leidet, weil er am Tag zuvor zu viel Alkohol getrunken hat.


Jemandem einen Bären aufbinden

In der Schule hast du vielleicht schon mal jemanden gesehen, dem ein Zettel mit dem Satz „Ich bin doof“ auf den Rücken geklebt wurde. Aber wie sollte man jemandem einen Bären aufbinden?

So ist das Sprichwort entstanden:

Der arme Kerl mit dem Zettel auf dem Rücken läuft ohne einen blassen Schimmer durch die Schule. Er hat nicht gemerkt, dass ihm ein freundlicher „Schulterklopfer“ diesen Zettel eingebrockt hat. Einen Bären kann man natürlich nicht so leicht „anbringen“. Der wäre in der Tat etwas schwer und der würde sich auch noch ständig bewegen. „Hey, du hast da einen Bären auf dem Rücken!“ würde man also nie hören, ohne es vorher schon gemerkt zu haben.

Was damit gemeint ist:

Im Sprichwort geht es weniger um einen echten Bären, sondern um eine Lüge. Wer eine Lüge so glaubhaft erzählen kann, dass der andere keinen Zweifel hegt, so hat er ihm einen Bären aufgebunden.


Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Hurra! Schon wieder ein Korn! Und noch eins. Und noch eins! Hühner picken den lieben langen Tag lang.

So ist das Sprichwort entstanden:

Hühner verlassen sich beim Picken auf ihre Augen, denn ihr Näschen ist nicht wirklich so fein. Ein blindes Huhn hätte also ein ziemliches Problem. Es müsst auf Verdacht irgendwo hin picken. Nur mit viel, viel Glück erwischt es dabei ein Korn.

Was damit gemeint ist:

Mit dem Sprichwort setzen wir uns einem blinden Huhn gleich und wollen damit sagen: Wer für eine Aufgabe nicht die erforderlichen Fähigkeiten mitbringt, kann trotzdem Erfolg haben. Die einen wollen damit Mut machen, die anderen machen sich mit diesem Spruch eher lustig ...


Ein Hühnchen zu rupfen haben

Wenn man mit jemanden ein ernstes Wort reden muss, spricht man gerne von "Hühnchen rupfen". Wobei der Verärgerte sicherlich lieber den Menschen statt dem Hühnchen rupfen möchte ... Der Ursprung dieser Redensart ist aber ein anderer.

So ist das Sprichwort entstanden:

Als man Hühnchen nicht im Supermarkt oder am Grill-Hähnchen-Stand kaufte, hat man sie noch selbst getötet und danach gerupft. Ganz schön aufwändig war dieses Gerupfe, schließlich musste jede einzelne Feder entfernt werden, bevor das Tier in den Kochtopf gesteckt werden konnte. Da die Arbeit zwar einfach, aber sehr zeitraubend war, nutzte man sie für Unterhaltungen – und nicht selten für ernste Diskussionen oder einen gepflegten Streit.

Was damit gemeint ist:

Wer mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen hat, will ausdrücken, dass er verärgert ist und der betreffenden Person das sagen möchte.


Des Pudels Kern

Im Grunde ist dieser Satz kein Sprichwort, sondern ein Zitat. Es stammt aus Goethes literarischem Werk „Faust“.

So ist das Sprichwort entstanden:

Die Hauptperson Faust, ein Student, malte am Eingang zu seiner Stube ein Zeichen auf die Türschwelle, um den Teufel den Eintritt zu verwehren. Doch der verwandelte sich kurzerhand in einen Pudel, tappste über die Türschwelle und verwandelte sich dann wieder zurück in seine ursprüngliche Gestalt. Faust ruft daraufhin erstaunt: „Das war also des Pudels Kern“.

Was damit gemeint ist:

Mit diesem Satz wollen wir sagen, dass wir den wahren Ursprung oder den wahren Hintergrund einer Situation erkannt haben.


Die Katze im Sack kaufen

Mit einer Wundertüte am Kiosk kauft man schon mal die Katze im Sack. Man reißt das Ding voller Erwartung auf und dann ist nur Blödsinn drin. Aber was hat die Katze im Sack zu suchen?

So ist das Sprichwort entstanden:

Die Redensart geht auf das Mittelalter zurück. Auf den Märkten boten nicht immer nur anständige Verkäufer ihren Waren feil. Statt dem erstandenen Karnickel oder Ferkel wurde einem auch schon mal eine Katze in den Einkaufssack gesteckt. Erst zu Hause bemerkte der Käufer dann, was ihm untergejubelt wurde.

Was damit gemeint ist:

Wer sagt: "Ich will ja nicht die Katze im Sack kaufen", bevor er etwas kauft, will die Sache meistens vorher genau prüfen. Er will sie untersuchen, um sicher zu gehen, dass er genau das bekommt, was er erwartet. Das gilt nicht nur für Gegenstände, sondern auch für Situationen.


Da steppt der Bär

Und eins, zwo, drei, vier ... Hast du schon einmal einen steppenden Bären gesehen? Mit Zylinder und klappernden Metallschuhsohlen? tierchenwelt noch nicht. Aber wir verraten dir, woher das Sprichwort stammt!

So ist das Sprichwort entstanden:

Jahrmärkte und Zirkusse waren früher DIE Attraktion – Phantasialand, Legoland und Disney-World gab es da noch nicht. Damals brachte man den Bären Kunststückchen bei und ließ sie z. B. zur Musik tanzen. Ein Jahrmarkt auf dem ein Tanzbär war, da war „der Bär los“. Steppschuhe wird man ihm aber wohl kaum angezogen haben...

Was damit gemeint ist:

Wenn wir sagen "Da steppt der Bär", meinen wir einen Ort, an dem viel los ist.


Backfisch

Backe, backe Kuchen. Backfisch ist ein Ausdruck, der heute nur noch ziemlich selten benutzt wird (am ehesten von Oma und Opa).

So ist das Sprichwort entstanden:

Der Ausdruck hat nichts mit einem gebackenen Fisch zu tun, dennoch ist die Richtung nicht ganz verkehrt. Der Begriffstammt ursprünglich aus dem Englischen. Wenn ein Fisch zu klein war, um in den Kochtopf wandern zu können, wurde er zurück ins Meer geworfen (auf Englisch „back“). Also im Grunde der „Zurück-Fisch“.

Was damit gemeint ist:

Mit Backfisch bezeichnet man junge Mädchen.


Das war für die Katz

Wenn man sagt, „das war für die Katz“ meint man eine Aktion, die völlig sinnlos war. Wieso?

So ist das Sprichwort entstanden:

Das Sprichwort geht zurück auf die Fabel "Der Schmied und die Katze". Darin legte ein Schmied keine Preise fest, sondern ließ seine Kunden entscheiden. Sie sollten das bezahlen, was ihnen die Arbeit wert war. Die Kunden nutzten das jedoch aus. Sie wollten kein Geld geben und sagten stattdessen einfach nur "Danke". Das ärgerte den Schmied natürlich. Er band eine Katze vor seiner Werkstatt an. Jedes Mal, wenn ein Kunde "Danke" sagte, rief er ihr zu: "Katz, das geb ich dir".

Was damit gemeint ist:

Wenn wir sagen "Das war für die Katz", haben wir Arbeit geleistet oder uns für etwas eingesetzt, das danach nicht entsprechend entlohnt wurde.


Ein Gedächtnis wie ein Elefant haben

Ein Mensch, der bei einem Bäcker vor 30 Jahren ein leckeres Croissant von einer netten Verkäuferin erstanden hat, wird sich wohl kaum an sie erinnern. Wie sieht es beim Elefanten aus?

So ist das Sprichwort entstanden:

Ein Elefant weiß auch noch 30 Jahren später, ob er von jemandem gut oder schlecht behandelt wurde.Er erinnert sich dabei aber weniger an den Menschen selbst, als viel mehr an den Geruch des Menschen. Sein ausgezeichnetes Gedächtnis hat er aber nicht für die Menschen entwickelt. Die „Dickhäuter“ legen Wanderungen über mehrere tausend Kilometer zurück. Um zu überleben, müssen sie genau wissen, wo sich auf ihrer Wanderroute Wasser- und Futterplätze befinden. Sie speichern den Geruch von Wasser und Futter in ihrem Gedächtnis ab.

Was damit gemeint ist:

Wer "ein Gedächtnis wie ein Elefant" hat, hat ein außergewöhnliches gutes Gedächtnis.


Durch die Lappen gehen

Was dieser Spruch mit Tieren zu tun hat? Das könnten dir die Wildtiere sagen, aber nur diejenigen, die „durch die Lappen gegangen“ sind.

So ist das Sprichwort entstanden:

Jäger benutzten früher bunte Lappen (z. B. Bettlaken) und hängten diese auf, um flüchtende Wildtiere in eine bestimme Richtung zu lenken oder am Ausbrechen zu hindern. Die Stofffetzen machten den Tieren Angst und so waren sie leicht zu fangen. Ein Tier, dem es dennoch gelang zu fliehen, ist also „durch die Lappen gegangen.“

Was damit gemeint ist:

Wem "etwas durch die Lappen gegangen ist", der war sich sicher, etwas zu bekommen. Er bekam es aber dann doch nicht, weil sich in letzter Sekunde eine Situation oder Begebenheit geändert hat.


Das geht auf keine Kuhhaut

„Das geht auf keine Kuhhaut!“ heißt es, wenn jemand mal wieder total übertreibt. Warum aber muss die arme Kuh für diese Redensart herhalten?

So ist das Sprichwort entstanden:

Im Mittelalter waren die Menschen fest davon überzeugt, dass der Teufel ihre Sünden aufschreibt. Anhand dieser Liste wurde entschieden, ob der Mensch in den Himmel oder in die Hölle kommt. Papier kannte man früher so noch nicht (zumindest nicht das, worauf du heute schreibst). Daher kritzelte man auf Tierhäute, z. B. auf Kuhhäute. Die ist, im Gegensatz zu denen von Schafen, Ziegen und Kälbern, natürlich um ein vielfaches größer. Und wer maßlos sündigte, dessen Taten passten nicht mehr auf eine Kuhhaut.

Was damit gemeint ist:

Wenn wir sagen, ewas "geht auf keine Kuhhaut", dann meinen wir, dass sich jemand maßlos oder unangemessen verhält. Es kann auch eine Situation/Begebenheit gemeint sein, die "ausgeufert" ist.


Auf den Hund gekommen

Wuff! „Wer auf den Hund gekommen“ ist, bei dem herrscht Ebbe in der Kasse. Aber wie kommt es zu dieser Redensart?

So ist das Sprichwort entstanden:

Im Mittelalter bewahrten die Menschen ihre Wertsachen in Truhen auf. Auf deren Boden wurde oft ein Hund geschnitzt – als Wächter des Geldes und als Mahnung, sparsam zu sein. War die Truhe voll, so war nichts vom Hund zu sehen. Je weniger sich aber darin befand, desto mehr wurde der Boden und damit auch der Hund sichtbar. Der Besitzer war dann „auf den Hund gekommen.“

Was damit gemeint ist:

Das Sprichwort soll umschreiben, dass jemand kein Geld (mehr) hat.


Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts

Sind Hasen etwa doof? Und seit wann können sie überhaupt sprechen?

So ist das Sprichwort entstanden:

Mit den putzigen Tierchen hat dieser Spruch nichts zu tun, denn der Urheber war ein Mensch. Ein Student namens Viktor. Viktor Hase! Er stand 1854 vor Gericht, weil er einem Kommilitonen mit seinem Studentenausweis zur Flucht verholfen hatte. Als er vernommen wurde sagte er nur: „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.“

Was damit gemeint ist:

Wer diese Redensart benutzt, tut so, als hätte er keine Kenntnis bzw. keine Ahnung von etwas.


Der hat doch 'nen Vogel

Mit diesem Ausspruch informiert man eher selten andere Menschen darüber, das die betreffende Person ein gefiedertes Haustier besitzt ...

So ist das Sprichwort entstanden:

Früher glaubte man, dass psychisch kranke Menschen einen Vogel unter der Schädeldecke haben. Dort würde er in seinem Vogelnest sitzen und munter vor sich hin piepen.

Was damit gemeint ist:

Wer diese Redensart benutzt, will ausdrücken, dass eine andere Person "spinnt", also etwas Verrücktes gesagt oder getan hat. Oft verwendet man auch den Spruch „Bei dir piept es wohl!“. Sich an die Schläfe zu tippen, um „jemandem einen Vogel zeigen“ - auch das beruht auf diesem Volksglauben.


Der Wolf im Schafspelz

Wölfe tragen nur in der Redewendung einen Schafspelz. Zumindest ist noch keiner im Schafskostüm gesehen worden ...

So ist das Sprichwort entstanden:

Das Sprichwort geht auf das Neue Testament zurück. Matthäus warnt darin vor falschen Propheten: „die in Schafskleidung zu euch kommen, inwändig aber sind sie reißende Wölfe“. In der Zeichentrickserie "Road Runner" hatte Karl Kojote das für euch mal ausprobiert. Er hat sich als Schaf verkleidet, um den Road Runner zu täuschen und zu fangen... ihr wisst ja, wie die Geschichte ausgeht.

Was damit gemeint ist:

Wenn wir jemanden oder eine Situation so bezeichnen, wollen wir ausdrücken, dass etwas nach Außen hin harmlos erscheint, sich aber bei genauerer Betrachtung oder Untersuchung als gefährlich entpuppt.


Jemandem ein Kuckucksei ins Nest legen

Warum sollte das jemand tun? Und was wollen wir damit sagen?

So ist das Sprichwort entstanden:

Der Kuckuck hat es faustdick hinter den Ohren. Er hat keine Lust, seine Eier selbst auszubrüten. Deshalb schiebt er sie einfach einem anderen Vogel unter. Interessant ist, dass der „falsche Fuffziger“ oft nicht entdeckt, sondern arglos ausgebrütet wird. Nach dem Schlüpfen wird das Kuckucksjunge sogar gefüttert und gehegt. Die Redewendung, „jemandem ein Kuckucksei ins Nest zu legen“ ist also keineswegs weit hergeholt, sondern basiert auf wahren Tatsachen.

Was damit gemeint ist:

Wer versucht, jemand anderem ein Kuckucksei ins Nest zu legen, will ihn täuschen.


Wie von der Tarantel gestochen

Wer sich benimmt, „wie von der Tarantel gestochen“ fuchtelt wild mit den Armen umher und rennt herum.

So ist das Sprichwort entstanden:

Als allererstes sei hier angemerkt: Taranteln sind Spinnen und stechen nicht, sondern beißen. Das ungewöhnliche Verhalten schrieb man den Vergiftungserscheinungen nach einem Tarantel-Biss zu. Bis heute steht der „Tarantismus“ im Duden für „Tanzwut, angeblich durch Tarantelbiss verursachte Krankheit“. Heute weiß man aber, dass Taranteln nicht dafür verantwortlich sind. Es handelt sich um einen alten Volksglauben aus Italien.

Was damit gemeint ist:

Man verwendet diese Redensart, wenn sich jemand ungewöhnlich aufgebracht, aufbrausend, nervös oder ängstlich verhält.