Vogelhaltung, Freiflug und Käfig
Jeder sollte sich vor allem eine Frage stellen: Gehört ein Vogel in einen Käfig? Kann ein Käfig, so groß er auch sei, wirklich groß genug sein? Ist es nicht schöner Vögel in der freien Natur zu beobachten, wo sie frei umherfliegen können? Niemand möchte gerne eingesperrt sein. Besonders Vögel leiden darunter, denn fliegen ist ihre natürliche Fortbewegungsart, die in einem Käfig selten möglich ist. Deshalb ist die Haltung von Vögeln auch wesentlich aufwändiger und gibt viel mehr zu beachten als bei Haustieren wie Hunden oder Katzen.
Anzahl der Vögel
Vögel sollte niemals alleine gehalten werden. Sie fühlen sich nur in der Gruppe wohl und genießen die Geselligkeit und Beisammensein. Einzeln gehaltene Vögel schreien nicht nur ausgiebig, sondern rupfen sich beispielweise nackt und entwickeln sogar Krankheiten. Es ist ein hartnäckiges Gerücht, dass einzeln gehaltene Vögel handzahm werden. Gemeinsam sind sie mutiger, unternehmungslustiger und können auch für einige Stunden alleine gelassen werden. Über die paarweise Haltung von Papageienvögeln gibt es sogar ein Gesetz des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Für die Zucht der meisten Vogelarten muss vorher eine Genehmigung eingeholt werden, daher unbedingt auf Nistkästen verzichten, wenn dies nicht gewünsch ist.
Der Käfig
Das wichtigste: Der Käfig muss groß genug sein, je größer desto besser. Vielleicht können deine Eltern im Garten eine Außenvoliere einrichten, das wäre das Beste. Für all diejenigen, die dazu keine Möglichkeit haben (z. B. weil sie keinen Garten haben), gibt es an dieser Stelle einige Infos zum Käfig.
So steht der Käfig richtig
• auf Augenhöhe
• keine Zugluft
• mit einer Seite an der Wand
• ruhig
Größe des Käfigs/der Voliere
• abhängig von der Vogelart
• kann auch selbst gebaut werden, das ist nicht kompliziert, meistens schöner und preiswerter als solche aus dem Zoohandel und vor allem sind sie größer!
Der Käfig und sein Innenleben
So ist es richtig!
Käfig/Voliere aus Edelstahl
besser breit als hoch
waagerechte Käfiggitter
Badehäuschen
Sitzgelegenheiten aus Naturzweigen unterschiedlicher Dicke
Schaukeln, Ringe, Seile aus Baumwolle oder Hanf
Edelstahlnäpfe
So nicht!
kein runder/weißer Käfig (behindert die Orientierung/Wahrnehmung)
kein verzinkter Käfig (mögliche Vergiftung)
kein Käfiggitter mit Plastikummantelung (Gefahr des Verschluckens abgeknabberter Kleinteile)
keine Spiegel und kein Plastikspielzeug
nicht zu viel Spielzeug
In der Umgebung des Käfigs
keine Neonröhren (Vogelaugen nehmen Neonröhren als unangenehmes Flackern wahr)
kein Fernseher (ebenfalls unangenehmes Flackern)
rauchfrei
Freiflug
Der tägliche Freiflug sollte in einem vogelsicheren Zimmer stattfinden:
• Fensterscheiben durch Gardinen sichern
• Spalten zwischen Wand und Möbeln abdecken
• keine giftigen Pflanzen im Zimmer
• keine Vasen und andere Gefäße, in die die Vögel fallen können, entfernen
• Deckenfluter ausschalten
Im vogelsicheren Zimmer sollte neben dem Käfig als Rückzugsort auch ein Lande- und Spielplatz in Form eines Vogelbaumes vorhanden sein. Er lässt sich einfach und günstig selbst aus Naturzweigen basteln.
Mehr Infos:
Vogelarten | Kosten für einen Vogel im Monat | Vorteile und Nachteile von Vögeln | Vogel-Steckbriefe | Wellensittich-Steckbrief.
Foto: Claudia Sissi Jung (Gruppe Wellensittiche), Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

