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Pfeilgiftfrosch

Steckbrief Pfeilgiftfrosch
Größe 1,5 bis 6 cm
Geschwindigkeit bis 17 km/h
Gewicht bis 7 g
Lebensdauer 2-4 Jahre
Ernährung Termiten, Ameisen, Tausendfüßer
Feinde Schlangen
Lebensraum Mittel- und Südamerika
Klasse Amphibien
Ordnung Froschlurche
Familie Baumsteigerfrösche
Wissenschaftl. Name Dendrobatidae
Merkmale knallige Farben; giftige Haut
Friss mich und du bereust es!

Rot, orange, gelb, blau, grün - allein die knallbunten Farben des Pfeilgiftfrosches scheinen zu sagen: "Ich bin alles andere als genießbar, nimm dich in Acht, ich bin giftig!" Und er ist es in der Tat. Sein Krampfgift „Batrachotoxin“ lähmt Muskeln und Atmung. Beim Menschen kann eine Vergiftung mit 0,002 mg pro kg Körpergewicht innerhalb von 20 Minuten zum Tod führen.

Wie schnell stirbt man, wenn man einen Pfeilgiftfrosch berührt?

Es kommt darauf, welchen Frosch man gerade vor sich hat. Nur drei der über 175 Arten sind wirklich lebensgefährlich. Von diesen drei solltest du auf jeden Fall die Finger lassen:

  • Schrecklicher Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis)
  • Phyllobates bicolor
  • Phyllobates aurotaenia

Wer sich nicht zufällig gerade in Kolumbien aufhält, braucht aber auch keine Angst vor diesen drei Fröschen zu haben, denn sie kommen nur dort vor. Die anderen Arten sind zwar nicht lebensgefährlich, bescheren einem aber Fieber, Übelkeit und Magen-Darm-Vergiftungen, wenn das Gift in eine offene Wunde gelangt oder über die Schleimhäute (z. B. Augen, Mund) aufgenommen wird.

Pfeilgiftfrosch, Blattsteiger, Baumsteiger oder Farbfrosch?

Alle drei Namen bezeichnen dasselbe Tier. Korrekt heißt die Tierfamilie auf Deutsch Baumsteigerfrösche. Der Name wird aus seiner wissenschaftlichen Bezeichnung abgeleitet, die so viel bedeutet wie „Der in den Bäumen umher geht.“

Woher kommt der Name des Pfeilgiftfroschs?

Wer hätte das gedacht: Das Gift kann des Frosches kann auch nützlich sein. In Kolumbien benutzen es die Chocó-Indianer für die Jagd mit Blasrohren. Ein kleiner Tropfen reicht aus, um Vögel und kleine Säugetiere zu töten.

Wie gewinnt man das Gift, ohne sich selbst zu vergiften?

Die Chocó-Indianer heben die Frösche auf, indem sie Blätter um sie herum wickeln, spießen sie mit einem Stab auf und "erwärmen" sie über dem Feuer. Darunter wird eine Schale aufgestellt, in die ihre Ausscheidungen bzw. das Gift tropft. Dann tränken die Indianer ihre Pfeile in der Flüssigkeit. Aber wieso sterben sie eigentlich nicht, wenn sie etwas essen, das zuvor mit Pfeilgift getötet wurde? Sie braten das erbeutete Fleisch gut durch. Ab einer bestimmten Hitze wird das Gift unschädlich.

Der etwas andere Angelhaken

Das Gift eines einzigen Pfeilgiftfrosches der Art Phyllobates terribilis reicht aus, um 30-50 Pfeile darin zu tränken. Das Gift bleibt bis zu einem Jahr lang aktiv.

"Du bist, was du isst" oder auch: Woher kommt das Gift?

Pfeilgiftfrösche verspeisen mit Vorliebe Ameisen, Termiten, Tausendfüßer und Käfer. Deren biochemischen Stoffe werden in speziellen Drüsen gesammelt und ergeben das Gift. Sammelt man „wilde“ Pfeilgiftfrösche ein und gibt man ihnen anderes Futter, so verlieren sie ihre Giftigkeit.

Tagaktive Gruppentiere

Die meisten Frösche sind nachtaktiv. Pfeilgiftfrösche dagegen sind am Tag aktiv, wenn ihre knalligen Farben am besten zu sehen sind. Sie sind gesellig und bleiben in kleinen Gruppen zusammen.

Nicht verwechseln!

Pfeilgiftfrösche werden oft mit Madagaskarfröschen verwechselt, die ebenso klein und bunt sind, aber weniger giftig und nur in Madagaskar leben.

Der einzige Feind

Der einzige natürliche Feind des Pfeilgiftfrosches ist eine Goldbauchnatter namens Leimadophis epinephelus. Sie ist gegen sein Gift zwar nicht immun (= unempfindlich), hat aber eine Resistenz (= Widerstandskraft) dagegen entwickelt.

Kopfschmerzen? Nimm doch einen Pfeilgiftfrosch … äh eine Aspirin!

Wissenschaftler erforschen das Gift des Dreistreifen-Baumsteigers für medizinische Zwecke und haben eine neue Art von Schmerzmittel daraus entwickelt. Es ist 200 Mal stärker als das Schmerzmittel Morphin, hat aber nicht dessen Nebenwirkungen. Außerdem wird untersucht, ob es bei Muskel-Entkrampfungsmitteln und Herz-Medikamenten eingesetzt werden kann.

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